Energiekrise

Dortmund bereitet sich auf langen Blackout vor: „Wird keine schöne Situation“

Die Dortmunder haben im Oktober deutlich weniger Gas verbraucht als gewöhnlich. Die Stadtspitze bereitet sich derweil auf Stromausfälle vor.

Dortmund – Wenn es sein muss, können die Dortmunder sparsam sein. Das zeigen aktuelle Zahlen der Stadtwerke Dortmund. Demnach liegt der Gasverbrauch im Oktober satte 34 Prozent unter dem Wert von 2021.

Menschen in Dortmund haben im Oktober 34 Prozent weniger Gas verbraucht als 2021

„Das ist ein wunderbares Ergebnis“, sagte Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) dazu am Dienstag (8. November) bei einer Pressekonferenz im Rathaus Dortmund. Verstärkt würden dazu die privaten Haushalte beitragen, sagte er. „Ich kann alle nur bitten und auffordern, so weiterzumachen.“

Das ist allerdings nur der Anfang. Denn der Oktober 2022 war rekordverdächtig warm und der Winter kommt erst noch. Die Energiekrise werde zudem eine strukturelle Aufgabe für die nächsten Jahre bleiben, sagte Westphal: „Ab dem nächsten Jahr haben wir das russische Gas überhaupt nicht mehr zur Verfügung, wenn die Speicher leer sind.“

Klar sei aber auch: Die Bereitschaft, höhere Preise für Gas zu bezahlen, habe Grenzen. Und zwar bei denen, die sich diese einfach nicht mehr leisten können, sagte Westphal. „Ich glaube, es wird im nächsten Jahr noch eine weitere Diskussion darüber geben, wie man diesen Preismechanismus reguliert.“

Thomas Westphal warnt vor Blackout und Brownout in Dortmund

Deutlich düsterer klang der Ausblick des Oberbürgermeisters auf einen möglichen Stromausfall in Dortmund. „Alle weiteren Vorbereitungen wie möglichen Notfallsituationen laufen“, sagte Westphal. Man erwarte keine Krise, wolle aber vorbereitet sein. Das betreffe vor allem einen Blackout oder eher Brownout, bei dem vorübergehend nicht ausreichend Strom zur Verfügung steht.

Thomas Westphal, Oberbürgermeister von Dortmund, lässt Notfallmaßnahmen für einen Stromausfall erarbeiten.

Was ein Stromausfall für mehr als 72 Stunden auslösen kann, will aber auch der OB nicht schönreden: „Das wird keine schöne Situation. Die Stadtgesellschaft in Dortmund würde dann an die Grenzen dessen kommen, was man sich vorstellen kann“, sagte Westphal. Die Maßnahmen für den Fall einer solchen Krise würden derzeit entwickelt. Sie sollen bald vorgestellt werden.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/DPA, Anja Cord/Imago; Collage: RUHR24

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