FLVW äußert sich

Corona: Sportlerin aus Dortmund darf wegen irrer neuer Regel nicht mittrainieren

Fußballerinnen stehen in einer Linie
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Eine Sportlerin aus Dortmund kann nicht mit ihrer Mannschaft trainieren. Der Grund: ihr Alter (Symbolbild).

Die Corona-Regeln wurden im Sport gelockert. Doch das verursacht auch Unmut. Denn nicht alle können in ihren Mannschaften trainieren.

Kamen/Dortmund – Alle fiebern ihnen entgegen: den schrittweisen Lockerungen nach dem langen Corona-Lockdown. Langsam, peu á peu, wird wieder mehr möglich. Doch vom Normalzustand ist man Nordrhein-Westfalen noch weit entfernt. Das musste nun eine junge Fußballerin aus Dortmund am eigenen Leib erfahren.

LandesleistungsstützpunktSportCentrum Kaiserau
AdresseJakob-Koenen-Straße 2, 59174 Kamen
GründerFußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e.V.

Coronavirus in NRW: Fußballerin aus Dortmund darf wegen neuer Regel nicht mittrainieren

Der Fußball spielt im Leben der jungen Dortmunderin Salma El Masaoudi eine zentrale Rolle. Sie besucht das Mädcheninternat des Fußball- und Leichtathletik Verbandes Westfalen e.V. (FLVW), das junge talentierte Fußballerinnen ausbildet und ist Kapitänin der Landesliga-Junioren des SuS Kaiserau.

Allerdings kann sie gerade nicht mit ihrer Mannschaft trainieren. Ihr Problem: Sie ist schon 15 Jahre alt. Zwar wurden in der neuen Corona-Verordnung auch die Sport-Maßnahmen gelockert, aber nur die bis zu 14-Jährigen dürfen in Gruppen bis 20 Personen trainieren.

Dortmund: Trainings-Betrieb läuft wieder – Corona-Regeln schränken allerdings weiter ein

Darunter leidet die 15-Jährige: „Die Situation im Allgemeinen ist doch schon schwer genug. Gerade wir Jugendlichen müssen ständig aufpassen und dürfen uns nicht treffen“, klagte die Sportlerin aus Dortmund gegenüber dem Hellweger Anzeiger (Bezahlinhalt).

Salma El Masaoudi hob insbesondere zwei Punkte hervor, die bei dieser Regelung ihrer Meinung nach auf der Strecke bleiben: „Da fehlen auf der einen Seite die sozialen Kontakte, aber auch das Training und die Übungen in der Gruppe. Wie soll sich der Rest weiterentwickeln?“

Corona-Regel: Sportlerin aus Dortmund bleibt im Training außen vor – sie ist nicht die Einzige

Auch ihr Trainer ist unzufrieden mit der Situation. Neben Salma El Masaoudi dürfen noch drei weitere Fußball-Spieler aufgrund ihres Alters nicht am Training teilnehmen. „Es gilt die Altersbegrenzung von 14 Jahren statt die Größenordnung einer Mannschaft“, beklagte Marc-Simon Stender, U-15-Coach, beim Hellweger Anzeiger (Bezahlinhalt).

Der FLVW hingegen bringt Verständnis für die Lockerung in dieser Form auf. Die Regierung müsse „die Gesamtheit des Sports sehen und nicht nur den Fußball“, erklärte Sven Günther, Leiter des Bereichs Jugendfußballs. Was im Fußball der Altersregelung der C-Junioren entspreche, könne eine andere Strukturierung in einer anderen Sportart entsprechen.

FLVW äußert sich zur Corona-Schutzverordnung: Verständnis für Regeln

Über die Maßnahmen der Regierung sagte er zu RUHR24: „Für uns ist es schwierig, die Corona-Verordnung zu kommentieren.“ Er ist der Meinung, man müsse Respekt zollen, da die Situation ohnehin schon komplex und schwierig und schwierig sei.

Wenngleich man sich für Freiluftsportarten manchmal andere Regeln wünschen würde, lenkte er ein. In Innenräumen sei die Ansteckungsgefahr bis zu 19-mal höher als im Freien, erklärt Dr. Elke Oberhofer springermedizin.de.

Video: Vor Treffen mit Angela Merkel: Laschet rechnet mit Lockerungen

Corona-Regel: Sportlerin aus Dortmund kann immerhin im Leistungssport trainineren

Für Salma El Masaoudi heißt es vorerst aber weiter statt Fußball-Training mit dem SuS Kaiserau, laufen gehen. „Ich muss mich ja auch irgendwie fit halten und da bleibt einem halt nur das Laufen.“

Ein Lichtblick für die Sportlerin aus Dortmund ist aber immerhin, dass sie im Rahmen ihrer Ausbildung im Internat Kaiserau wieder Fußballspielen darf. Das Sportzentrum Kaiserau gilt als Landesleistungsstützpunkt. Der Sport- und Trainingbetrieb hat hier eine gesonderte Stellung.

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