Bild: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Der Norden ist das „Sorgenkind“ von Dortmund. Höhere Arbeitslosigkeit, mehr Kriminalität, teilweise schlechtere Infrastruktur. Das soll sich nach den Plänen der Stadt ändern. Die Stadt hat ihrem Vorhaben einen Namen gegeben: „Nordwärts“. Auch 2018 sind in diesem Zehn-Jahres-Projekt einige spannende Aktivitäten geplant.

Erst kürzlich hat „Nordwärts“ den Europa-Preis für Innovation gewonnen. „Ganz schön viele Vorschusslorbeeren für unser Programm“, meint Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Auf diesen will sich der Stadtboss aber nicht ausruhen – und stattdessen zeigen, warum „Nordwärts“ ausgezeichnet wurde.

Die schönsten Fotos aus dem Norden

Bereits von sich hören gemacht hat das Projekt zum Beispiel mit dem jährlichen Fotowettbewerb, bei dem die Stadt die zehn besten Fotos aus dem Dortmunder Norden kürt. Die Aktion hilft dabei, den oft verrufenen Norden in ein besseres Licht zu rücken. Denn es ist es lange nicht alles schlecht in Eving, der Nordstadt und Co.

Aber es ist nicht alles Marketing, was mit „Nordwärts“ zu tun hat. So hat es sich die Stadt zur Aufgabe gemacht, Verkehrswege und Sicherheit zu verbessern oder Integrationshelfer in besonders von Migration geprägten Stadtteilen zu stationieren.

In Eving zum Beispiel rangiert das Thema Bildung weit vorne, unter anderem geht es um die Unterstützung der Bildungskarrieren von Migranten. Geplant ist ein örtliches Bildungsnetzwerk, das gegebenenfalls seinen Platz im Wohlfahrtsgebäude Nollendorfplatz findet. Die derzeitigen Mieter entwickeln dafür gerade ein neues Nutzungskonzept.

Projekte von „Nordwärts“ besser vorstellen

Doch um ein Projekt wie „Nordwärts“ voranzutreiben, ist die Hilfe vieler Beteiligter nötig. Vor allem die Bürger sind dabei ein wichtiger Akteur. Sie bringen ihre Ideen ein und treiben sie voran. Damit „Nordwärts“ in der Bevölkerung bekannter wird, will die Stadt von März bis Oktober 2018 das Projekt bei verschiedenen Veranstaltungen näher vorstellen. 2018 wird für „Nordwärts“ also eine Art „Präsentationsjahr“. Man will alte und neue Projekte vorstellen.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau will mit dem Projekt „Nordwärts“ den Norden der Stadt lebenswerter machen. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Alle Prozessbeteiligten sind in diesem Zeitraum eingeladen, sich und ihre „Nordwärts“-Projekte zu präsentieren. Für jeden, so kündigt es die Stadt an,  sei etwas dabei.

So planen die Mitgestalter ein Osterferien- und Erntedankprogramm und unterschiedliche Themenveranstaltungen. Dabei geht es beispielsweise um Themen wie Stadtentwicklung, Infrastrukturen, städtebauliche Gestaltung, Landschaft, Tourismus, Smart City, Wirtschaft, oder soziale Innovationen.

Die Zeitplanung des Präsentationsjahres im Überblick:

21. März 2018 (Zeche Zollern): Auftaktveranstaltung zum Präsentationsjahr

23. März 2018: Projektshows an Schauplätzen im „Nordwärts“-Gebiet

26. März bis 7. April 2018: Osterferienprogramm

Ab April 2018: Themenveranstaltungen zu thematischen Schwerpunkten von „Nordwärts“

Sommerprogramm ab Juli 2018: Mittsommer in „Nordwärts“

4. bis 7. Oktober 2018: Erntedankwoche zum Abschluss des Präsentationsjahres

Die einzelnen Veranstaltungen werden derzeit geplant. Das Veranstaltungsprogramm wird auf der Internetseite des Projektes „nordwärts“ zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

„Nordwärts“ ist ein städtisches Generationenprojekt für den nördlichen Teil von Dortmund. 2015 begonnen, auf zehn Jahre angelegt, umfasst es knapp 46 Prozent der Dortmunder Stadtfläche und gut 42 Prozent der rund 601.000 Einwohner.
Sieben von 12 Dortmunder Stadtbezirken gehören zur Gebietskulisse „Nordwärts“: Eving, Huckarde, Innenstadt-Nord, Mengede, Scharnhorst und Teile von Innenstadt-West und Lütgendortmund.

Ziel ist, den Strukturwandel in den nördlichen Stadtbezirken gezielt voranzutreiben und die Lebensbedingungen in allen Dortmunder Stadtteilen zu harmonisieren. „Nordwärts“ macht den Dortmunder Norden unter der Partizipation der Bürger zu einem Innovationslabor für neue Konzepte und kreative Ideen und setzt ungeahnte Schätze in ein neues Licht. Es werden „Leuchtfeuer“ entfacht, die eine Basis für die Einwerbung öffentlicher und privater Fördermittel sind. Dazu werden die Kräfte der Stadtgesellschaft gebündelt und gleichzeitig die Stadtteilidentifikation gestärkt.