Seit 1998 gehen Polizei und Ordnungsamt gemeinsame Wege in Dortmund. Ordnungspartnerschaft nennt sich das Ganze. In der Nordstadt und in Dorstfeld gibt es sogar spezielle Task Forces dieser Partnerschaft. Die stellen die Stadt äußerst zufrieden.

Dortmund – Seit fast 20 Jahren kooperieren Stadt und Polizei jetzt schon miteinander. Sie gehen zusammen Streife, tauschen sich aus, wollen für mehr Sicherheit in der Stadt sorgen. Zwei Stadtteile haben in den letzten Jahren immer wieder für Probleme gesorgt. Die Nordstadt und Dorstfeld. Um dort verstärkt für Ordnung zu sorgen, richtete die Stadt zwei Task Forces ein. 2011 startete die Task Force Nordstadt, ein Jahr später ging die Task Force in Dorstfeld an den Start. Die beiden Einheiten sorgen bei der Stadt für große Zufriedenheit – auch wenn lange nicht alles gut ist.

Nordstadt
Die Nordstadt bleibt im Fokus von Stadt und Polizei. Foto Felix Huesmann/Dortmund24

„Wir wissen, dass sich die Situation in der Nordstadt nicht von heute auf morgen verbessern kann“, sagt Oberbürgermeister Ullrich Sierau, aber dennoch bleibe es ein Traum von ihm, aus dem Stadtteil eine Kopie des beliebten Kreuzviertels zu machen.

Immerhin: Was die Prostitution betrifft, hat sich seit 2011 in der Nordstadt Einiges getan. Immer weniger Frauen bieten sexuelle Dienste auf offener Straße an, spätestens seit der sogenannten Sperrbezirksverordnung von 2011 ist die Prostitution vor allem auf die Bordelle in der Linienstraße beschränkt. „Viele Prostituierte sind inzwischen auch an ihrem Drogenkonsum verstorben, andere sind im Gefängnis“, sagt Sierau. Etwa 25 bis 30 Frauen bieten laut Stadt noch ihre Dienste auf den Straßen der Nordstadt an.

Nordstadt: Nicht nur Problemimmobilien im Fokus

Aber es ist nicht nur die Prostitution, gegen die die Ordnungshüter vorgehen. Abfallsünder, Wildcamper und sogenannte Problemimmobilien rücken immer wieder in den Fokus der 14 für die Nordstadt zuständigen Beamten. Gerade was die Problemimmobilien betrifft, kann die Stadt auf eine gute Entwicklung zurückblicken. 2016 zählte man in der Nordstadt noch 130 solcher Häuser, ein Jahr zuvor waren es 144. Der Grund: Viele Immobilienbesitzer würden sich verstärkt um die Häuser in ihrem Umfeld kümmern, sie restaurieren und in Schuss setzen. „Denn eine Problemimmobilie strahlt mit ihrem schlechten Image ja ins ganze Umfeld aus“, sagt Sierau.

In Dorstfeld sind die Probleme unterdessen anderer Natur. Hier kämpft die Stadt gegen den Rechtsextremismus, von dem sich viele Bürger bedroht fühlen. Sierau: „Die Dorstfelder schätzen den verstärkten Einsatz unserer Streifen.“ Das belege auch die hohe Anzahl an Kontaktsituationen mit den Bürgern.

Die Stadt hofft, dass sie die Tuner-Szene auf dem Gelände von Phoenix-West verdrängt hat. Foto: Malin Pluppins/Dortmund24

Zu Kontakten zwischen Bürgern und den Ordnungshütern kam es 2016 auch immer wieder auf Phoenix-West – allerdings zu eher unerfreulichen Kontakten. Es geht um die Tuning-Szene mit der die Stadt zu kämpfen hatte. „Da ist jetzt aber Ruhe“, sagt Ullrich Sierau, „Schicht im Schacht.“ Das lauteste auf Phoenix-West seien aktuell die Kräne und Bagger auf den Baustellen. „Ich gehe davon aus, dass wir von der Tuner-Szene dort nichts mehr hören werden.“