Bundesweit im Einsatz

Neue Notruf-App „Nora“ startet in NRW und soll Riesen-Lücke schließen

In Notfall-Situationen können die Menschen in Dortmund jetzt auf eine neue App zurückgreifen. „Nora“ ermöglicht einen Notruf mit wenigen Klicks.

Dortmund/NRW – Bereits von Kindertagen an lernen wir, dass wir die 112 wählen sollen, wenn wir oder jemand in unserem Umfeld sich in einer hilflosen Lage befindet. Eine neue App soll den Notruf an Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst jetzt deutlich einfacher machen. Seit Dienstag (29. September) können Nutzer die App „Nora“ bundesweit nutzen.

Notruf-AppNora
Einsatzbundesweit
BetriebssystemAndroid oder IOS

Neue Notruf-App „Nora“ geht auch in Dortmund an den Start und schließt große Lücke

„Nora“ soll eine Notruf-App für alle Menschen in Deutschland sein, erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul bei der Vorstellung der neuen Software. Allerdings schließt die App vor allem auch eine große Lücke, die das Absetzen eines Notrufs für einige Personengruppen in der Vergangenheit unnötig schwer gemacht hat.

Menschen mit Sprach- und Hörbehinderungen standen bei der Polizei oder Feuerwehr in Notlagen bisher nur ein Notruf-Fax und ein Gebärdendolmetscherdienst zur Verfügung. Glücklich konnten sich diejenigen schätzen, die in einer hilflosen Situation Freunde oder Familie zur Unterstützung bei sich hatten.

Mit der „Nora“-App soll der komplizierte Vorgang beim Absetzen eines Notrufs für Hör- und Sprachgeschädigte nun endlich ein Ende haben. „Mit Hilfe der App kann jeder einen Notruf absetzen, ohne direkt mit den Leitstellen von Polizei und Feuerwehr zu sprechen“, teilt die Feuerwehr in Dortmund mit. Auch in der Ruhrgebietsstadt wurden alle 92 Mitarbeiter speziell für die Anwendung der neuen App geschult.

„Nora“-App bietet Hilfe für Sprach- und Hörgeschädigte – leichte Handhabung

Nutzern der neuen Notruf-Software werde der Umgang mit „Nora“ leicht gemacht. Nach dem kostenlosen Download der App müssen sie sich einmalig anmelden. In einem Profil können dann persönliche Angaben zu Vorerkrankungen oder dem Alter gemacht werden. Wird der Notruf gewählt, erkennt die App automatisch den Standort des Handys und übermittelt diesen mit einem Klick an die Leitstelle.

„Nora“ ist eine Notruf-App für alle, soll aber vor allem sprach- und hörbehinderten Menschen helfen.

Informationen zur konkreten Notsituation werden über maximal fünf aufeinanderfolgende Fragen (W-Fragen) abgefragt. Dabei sollen Symbole, Texte in leichter Sprache und eine „intuitive Nutzerführung“ helfen. In bedrohlichen Situationen, in denen der Notruf möglichst unbemerkt bleiben soll, ist auch ein „stiller Notruf“ möglich, teilt das Innenministerium mit (noch mehr News aus NRW bei RUHR24).

  • Die 5 W-Fragen beim Notruf:
  • 1) Wo ist der Notfallort?
  • 2) Wer ruft an?
  • 3) Was ist passiert?
  • 4) Wie viele Personen sind betroffen/verletzt?
  • 5) Warten auf Rückfragen

Chatfunktion und Englisch – Feuerwehr Dortmund nutzt App „Nora“ ab sofort

Wie die Feuerwehr Dortmund weiter mitteilt, können in der „Nora“-App weitere Fragen außerdem über eine Chatfunktion geklärt werden. Gut zu wissen: Neben Deutsch ist die App auch in Englisch verfügbar. So sei die Notruf-App auch für Menschen, die der deutschen Sprache nicht oder nur eingeschränkt mächtig sind, eine Hilfe (weitere Nachrichten aus Dortmund bei RUHR24 lesen).

„Ein barrierefreier Notruf ist enorm wichtig für die Teilhabe und das Sicherheitsempfinden jeder und jedes Einzelnen in unserem Land“, erklärte Minister Reul dazu. Das nordrhein-westfälische Innenministerium hatte das bundesweite Projekt federführend übernommen.

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa, Feuerwehr Dortmund; Collage: RUHR24