Bild: Bianca Hoffmann/Dortmund24

Der für Samstag (25. Mai) geplante Neonazi-Aufmarsch wird durch Dortmund-Hörde führen. Die Polizei plant einen Großeinsatz. Es soll Gegenproteste geben.

Update, (24. Mai) 17.21 Uhr: Die Dortmunder Polizei hat den rechtsextremistischen Versammlungsanmelder für den Aufzug am 25. Mai aufgefordert, sämtliche Wahlplakate mit antisemitischem Inhalt der Partei „Die Rechte“ an der Aufzugsstrecke abzuhängen.

+++ Den Liveticker zur Neonazi-Demo könnt ihr hier verfolgen +++

Sollte der rechtsextremistische Anmelder dieser Aufforderung der Dortmunder Polizei nicht nachkommen, kann der ursprünglich angemeldete Aufzug durch einen Teil des Stadtteils Hörde nicht stattfinden. Die einzige für den Anmelder mögliche Variante wäre dann eine Standkundgebung an einem Ort, an dem keine der oben bezeichneten Plakate hängen.

Bundespolizei warnt vor Sperrungen am Hauptbahnhof

Update, (24. Mai), 13 Uhr: Die Bundespolizei meldete, dass es im Rahmen der Demonstrationen zu Beeinträchtigungen bei der Bahn kommen kann. Vor allem im Bereich des Dortmunder Hauptbahnhofs, des Bahnhofs Dortmund-Hörde, Dortmund-Dorstfeld und Dortmund-Stadthaus sind davon betroffen. Gerade am Hauptbahnhof kann es während der An- und Abreise der Demonstranten zu längeren Wartezeiten kommen.

Es könnte auch sein, dass die Bundespolizei die Eingänge aus Sicherheitsgründen kurzfristig sperren wird. Auch an anderen Ruhrgebietsbahnhöfen kann es zu Verzögerungen kommen. Reisende sollten sich also auf volle Bahnhöfe und Züge sowie Sperrungen einstellen und vorsichtshalber lieber eine Bahn früher nehmen.

Nazi-Demo wird durch Hörde führen

Ursprungsmeldung (20. Mai): Mehrere hundert Neonazis sollen am Samstag (25. Mai) durch Dortmund marschieren. Aufgerufen hatten die Rechtsextremen dazu bereits vor Monaten. Jetzt steht fest: Der Aufmarsch wird durch Hörde führen. Initiativen wollen den Umzug verhindern und kündigen Gegendemos an.

Wie die Polizei am Montag (20. Mai) bekanntgab, wird der rechtsextreme Aufzug Samstag gegen 13.30 Uhr an der Straße Am Bruchheck Ecke Grotestraße starten. Von dort ziehen die Neonazis zum Schildplatz hinter dem Bahnhof Hörde. Dort soll der Aufmarsch gegen 18 Uhr enden.

Anwohner müssen mit Einschränkungen rechnen

Die Neonazis sollen sich gegen 12 Uhr am Hauptbahnhof treffen. Die ursprüngliche angemeldete Route sei „erheblich“ verkürzt worden, heißt es von der Polizei. So wollen die Beamten die Beeinträchtigungen für Anwohner, Händler, Krankenhäuser und den Verkehr möglichst gering halten. Dennoch müssen sich Autofahrer auf Sperrungen einstellen.

Die Polizei verteilt ab heute Flyer und informiert die Anwohner über den Aufzug. Von Montag bis Freitag, 11 bis 17 Uhr, sowie am Samstag ab 9 Uhr informieren die Beamten unter anderem an der schlanken Mathilde über den Einsatz.

Initiativen kündigen Protest an

Mehrere Initiativen gegen Nazis in Dortmund kündigten bereits länger Protest gegen den Umzug an. Das Bündnis „Blockado“ zählt bereits die Tage und verkündet für den Vorabend eine eigene Demo. Sie soll am Freitag (24. Mai) um 18 Uhr am Sonnenplatz starten.

Auch das Bündnis „Dortmund gegen Rechts“ annoncierte einen Gegenprotest. Demnach soll sich der Nazi-Aufmarsch gegen die EU-Wahl am Sonntag (26. Mai) sowie gegen den Gedenktag „70 Jahre Bundesrepublik“ richten. Sie wollen den Umzug in Hörde deshalb verhindern.

Aufmarsch hat geschichtlichen Hintergrund

Besonders perfide: Der Nazi-Aufmarsch durch Hörde knüpft an die Grausamkeiten der Nazis während ihrer Diktatur an. In Hörde befand sich damals der Gestapokeller. Von dort wurden 1945 die Morde im Rombergpark und in Wellinghofen organisiert.

Aktuelle Top-Themen:

Das Mahnmal in Hombruch und mehrere Gedenktafeln in Hörde erinnern bis heute an die Gräueltaten der Nazis.

Der jüngste Neonazi-Aufmarsch in Dortmund hatte für bundesweite Aufmerksamkeit gesorgt. Mittlerweile wurden acht Neonazis angeklagt.