Bis Weihnachten jeden Montag: Neonazis wollen in Dortmund demonstrieren

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Neonazi-Demo Dortmund am 14. April 2018 Foto: Bianca Hoffmann/RUHR24

Dortmund/NRW - Neonazis planen jeden Montag bis Weihnachten eine Demo in Dortmund. Damit reagieren sie auf angebliche Schikanen der Polizei. Hier die Infos.

Neonazis planen an jedem Montag bis Weihnachten eine Demo in Dortmund. Damit reagieren sie auf angebliche Schikanen der Polizei.

  • Neonazis zeigen sich nach einer Graffiti-Aktion in Dortmund-Dorstfeld aufgeregt.
  • Die Polizei hat mit einer Reaktion gerechnet.
  • Bis Weihnachten soll jetzt jeden Montag eine Demo in der Nordstadt stattfinden.

Dortmund: Neonazis kochen seit der Aktion "Nazi-Kiez" in Dorstfeld vor Wut

Es ist wie der bekannte Stich ins Wespennest: Seit die Polizei in Dortmund-Dorstfeld eine mit dem Slogan "Nazi-Kiez" bemalte Wand hat übersprühen lassen, kochen die Neonazis in Dortmund vor Wut.

Als Reaktion auf das gemeinsame Vorgehen von Polizei, Stadt und Vermieter gehen die Neonazis in Dortmund seitdem wöchentlich auf die Straße. Bevorzugt finden die Versammlungen seitdem in der Nordstadt statt - zuletzt am vergangenen Freitag.

Vorwurf der Neonazis: Polizei hat Nordstadt nicht im Griff

Die Nordstadt ist jener Bezirk, der besonders den Rechtsextremen ein Dorn im Auge ist. Ihr Vorwurf: Die Polizei hat den Stadtteil angeblich nicht im Griff - was Zahlen und Statistiken jedoch längst wiederlegen.

Nun kommen die Neonazis mit der nächsten Trotzreaktion. So wollen die Rädelsführer Michael Brück, Sascha Krolzig, "SS Siggi" und Co. bis Weihnachten dieses Jahres jeden Montag eine Demo abhalten (Update: Die Neonazis haben ihre Demo-Aktivitäten vorzeitig bereits Ende Oktober beendet). Das wären am Ende 13 Montage, wobei der 23. Dezember der (vorerst) letzte Termin wäre. Ort des Geschehens soll jeweils die Nordstadt sein. Los geht es mit der ersten Demo am Montag (30. September).

Laut Polizei bislang nur 50 Personen für Demos angemeldet

Doch im Gegensatz zum wütenden Wespenschwarm scheint es sich bei den bislang angemeldeten Demos eher um ein laues Lüftchen zu handeln. 50 Personen seien laut Polizei für die Versammlungen an den Montagen angemeldet.

Bei der Polizei, die den Neonazis in Dorstfeld auch mit Videoüberwachung auf den Pelz rücken will, ist man ob der Reaktion der Neonazis wenig überrascht. "Es ist erstaunlich, wie berechenbar sie ist", sagte Polizeipräsident Gregor Lange in einem Mediengespräch am Donnerstag (26. September). "Sie sind tief getroffen in ihrem Machtgehabe", sagt Lange, der weiß, dass die Situation im rechtsextremen Milieu nun aggressiver werden könnte.

Über mögliche Wegstrecken durch die Nordstadt befindet sich die Polizei mit den Anmeldern der Versammlungen in Gesprächen. Fest steht schon jetzt: Nicht alle Orte in der Nordstadt eignen sich für eine Demo von Rechtsextremen.

Polizei appelliert an die Zivilgesellschaft

Unterdessen appelliert Lange an die Zivilgesellschaft, die sich den Demos entgegenstellt, sich friedlich zu verhalten: "Ich warne davor, sich zu etwas anderem als verbalen Auseinandersetzungen verleiten zu lassen."

Auch der der Leiter des Dortmunder Staatsschutzes, Karsten Plenker, mahnt zur Vorsicht. "Je gewaltbereiter der Protest der Gegendemos, desto höher der Erfolg der Rechtsextremen".

Damit spielen Lange und Plenker auf die Geschehnisse vom vergangenen Freitag (20. September) an. Blockierer der Neonazi-Demo provozierten dort den Einsatz von Schlagstöcken der Polizei.