Bild: Robert Rutkowski/dpa

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat acht Neonazis angeklagt. Sie hatten bei einem Aufmarsch im September 2018 eine antisemitische Parole skandiert.

Jetzt steht fest: Insgesamt acht Neonazis müssen sich wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft Dortmund am Donnerstag (11. April) in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Die Männer hatten eine antisemitische Parole skandiert.

Tatverdächtige auch aus Dortmund

Eine Ermittlungskommission habe nach Angaben der Polizei „intensiv daran gearbeitet, die Beteiligten zu identifizieren und jedem Einzelnen der acht das Skandieren der Parole beweissicher nachzuweisen.“ Der gesamte Auftritt sei auf Einschüchterung ausgelegt gewesen.

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Nach Informationen der Rheinischen Post kommen die Tatverdächtigen aus Dortmund, Wuppertal, Viersen und Ruppichteroth (bei Siegburg). Einer von ihnen ist Jahrgang 1963, die anderen sieben sollen zwischen 1990 und 1996 geboren sein.

Am Samstag (25. Mai) findet in Dortmund-Hörde eine Neonazi-Demo statt. Alle Infos gibt es in unserem Liveticker.

Aufmarsch sorgte für bundesweites Aufsehen

Die Aufmärsche der Neonazis in Dorstfeld und Marten am 21. September 2018 hatten für bundesweites Aufsehen gesorgt. Die martialische Aufmachung und insbesondere eine antisemitische Parole hatten für Empörung gesorgt.

Doch der Marsch wurde gefilmt und damit auch die menschenverachtenden Sprüche der Neonazis. Bereits wenige Tage später hatte die Staatsanwaltschaft Dortmund Ermittlungen wegen Verdachts auf Volksverhetzung aufgenommen. Zuvor hatte es Kritik an dem Einsatz der Polizei gegeben.

Ende Juni wurde Sascha Krolzig, Neonazi aus Dortmund, erneut zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Druck auf Neonazis bleibt hoch

Damit bleibt der Druck auf die Neonazis in Dortmund hoch. Zuletzt hatte Polizeipräsident Gregor Lange angekündigt, Kameras in Dorstfeld aufhängen zu wollen.

Während Siegfried Borchardt, auch bekannt als „SS Siggi“, jüngst eine Haftstrafe verbüßt hat, scheiterte Anfang dieser Woche der Neonazi Christoph Drewer in seiner Revision. Das Mitglied im Bundesvorstand der Partei „Die Rechte“ hatte im September 2015 gegen Flüchtlinge gehetzt. Er wurde nun zu einer Haftstrafe von einem Jahr und einem Monat ohne Bewährung verurteilt.

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Gegen einen weiteren Neonazi, Steven F., läuft derzeit noch ein Prozess vor dem Landgericht Dortmund.

Zudem ist die rechtsextreme Organisation Combat 18 in Dortmund in den Fokus der Polizei gerückt. Sie steht im Verdacht, Terror zu organisieren.