Bild: Martin Nefzger/ RUHR24.

Rechtsextreme haben sich am Samstag (25. Mai) in Dortmund-Hörde versammeln. Zuvor hatten Polizei und Stadt durchgesetzt, dass die Neonazis antisemitische Plakate abhängen. Zu Beginn kam es zu zeitlichen Verzögerungen bei der Demonstration der Rechtsextremisten.

  • Neonazis haben am Samstag (25. Mai) in DortmundHörde demonstriert
  • Gegenprotest geplant
  • Polizei rechnet mit Verkehrseinschränkungen

Update, 26. Mai, 15.06 Uhr: Ein Hitler-Double sorgte bei der Nazi-Demo für viel Kopfschütteln. Der Niederländer trug einen Hitlerbart, den passenden Seitenscheitel dazu und hatte sich allen Ernstes auch noch einen langen, alten Ledermantel angezogen. „Hat der Freigang aus der Klapse?“, schrieb eine Userin bei Twitter. Auch andere Dortmunder waren fassungslos über diesen Aufzug.

Die Organisatoren der rechtsextremen Demo hatten mit circa 400 Teilnehmern gerechnet. Am Ende waren trotz internationaler Beteiligung aber nur 184 Neonazis bei dem Umzug durch Hörde dabei. Die Gegendemonstranten waren damit eindeutig mehr: Die Polizei sprach von 700 Demonstranten bei dem Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus und 650 Blockado-Demonstranten.

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Die Stadt Lünen hat unterdessen die antisemitischen Plakate der Partei „Die Rechte“ abhängen lassen. Das Oberverwaltungsgericht NRW hatt diese zuvor verboten.

U-Turm findet Nazis uncool

Auch die Stadt Dortmund setzte ein Zeichen gegen Rechtsextremismus: Auf dem U-Turm zeigten die riesigen Bildschirme eine wehende Europafahne und den Schriftzug: „Ich, der Turm, fand schon damals Nazis voll uncool“.

Update, 20.06 Uhr: Der Einsatzleiter dieses Einsatzes, der Leitende Polizeidirektor Udo Tönjann, zieht ein vorläufiges Fazit: „Insgesamt verlief der heutige Einsatztag überwiegend friedlich. Es kam vereinzelt zu Störungen, denen wir mit starken Kräften konsequent begegnet sind. Zudem haben wir hier in Dortmund einen starken bürgerlichen Gegenprotest erlebt. Diese Menschen haben gezeigt, dass rechtsextremistisches Gedankengut bei uns nicht erwünscht ist.“

Immer wieder fallen Rechtsextreme durch Gewalt auf. Im September wurde der bekannte Rechtsextreme „SS Siggi“ nach einer Attacke mit seinem Gehstock in Dortmund von der Polizei festgenommen.

Update, 18.44 Uhr: Die Bundespolizei bilanziert einen störungsfreien Ablauf der Demonstrationen. Die Polizei spricht von einem ruhigen Einsatzverlauf.

Foto: Florian Forth/RUHR24

Umleitungen aufgehoben

Update, 18.13 Uhr: Die Umleitungen von insgesamt elf Buslinien sind aufgehoben worden. Der Busverkehr im Großraum Hörde läuft nun wieder planmäßig. Auch im Stadtbahn-Bereich fährt alles regulär.

Update, 18:04 Uhr: Die Polizei überwacht derzeit die Abreise einer größeren Gruppe von Versammlungsteilnehmern am Dortmunder Hauptbahnhof. Es kann zu Beeinträchtigungen am Bahnsteig zu Gleis neun kommen.

Sperrungen möglich

Update, 17.36 Uhr: Die Bundespolizei weist darauf hin, dass es aufgrund der Abreise von Demonstranten zu kurzfristigen Sperrungen am Bahnhof Hörde, am Hauptbahnhof und am Haltepunkt Stadthaus kommen kann.

Die Versammlung ist beendet

Update, 17.27 Uhr: Der Versammlungsleiter hat die Versammlung der Rechtsextremisten eben beendet.

Der Aufzug setzt sich wieder in Gang

Update, 17.00 Uhr: Der Aufzug der Rechtsextremisten setzt sich wieder in Bewegung.

Die bürgerliche Protest ist ebenfalls immer noch aktiv.

Die Abschlusskundgebung der Rechtsextremisten hat jetzt begonnen.

Update, 16.00 Uhr: Wieder laufen die Nazis an Gegendemonstranten vorbei. Dieses Mal an der Nortkirchenstraße.

Die Polizei konnte unterdessen keine Auflagenverstöße und Strafbarkeiten nach intensiver Prüfung feststellen. Der Aufzug geht weiter.

https://twitter.com/polizei_nrw_do/status/1132282220981477376

Update, 15.40 Uhr: Mittlerweile sind die Hintergründe der Unterbrechung durch die Polizei klar. Man habe prüfen müssen, ob der versammlungsrechtliche Rahmen eingehalten wird. Der Versammlungsleiter wurde darauf aufmerksam gemacht, ab wann er sich außerhalb des Versammlungsrechts befinde.

Durch diese Umstände kam es zu zeitlichen Verzögerungen. Die Polizei prüft weiter die von den Teilnehmern gerufenen Parolen.

Gegendemonstranten pfeifen Nazis aus

Update, 15.27 Uhr: Die Neonazis laufen derzeit an der Gegendemo vorbei. Es gibt ein Pfeifkonzert und „Nazis Raus“-Rufe. Sonst ist alles friedlich.

Die Gegendemonstranten pfeifen die vorbeilaufenden Nazis aus. Foto: Martin Nefzger/ RUHR24.
Die Gegendemonstranten pfeifen die vorbeilaufenden Neonazis aus. Foto: Martin Nefzger/ RUHR24.

Eine Rennerei Richtung Neonazimarsch ist schief gegangen. Polizisten haben Gegendemonstranten durch Fußwege und über eine Wiese verfolgt. Einige wollten offenbar durch Gärten laufen und wurden festgesetzt. Einer hat Pfefferspray abbekommen.

Ursache für Unterbrechung noch unklar

Update, 15.15 Uhr: Der Aufzug der Rechtsextremisten hat sich südliche Richtung auf den Weg gemacht. Laut Polizei nehmen 184 Personen an dem Aufzug teil.

Die Demonstration der Neonazis wurde zuvor kurzzeitig unterbrochen. Zu den genauen Hintergründen gibt es bisher noch keine Informationen.

Gegendemo deutlich größer als Neonazi-Demo

Update, 15.03 Uhr: Sämtliche Seitenstraßen entlang der Umzugsstrecke sind abgesperrt. Auch an der Kreuzung Gilden- und Nortkirchenstraße steht ein Wasserwerfer. Einige Polizisten der Hundertschaft patrouillieren die Fußwege. Andere essen ein Eis.

Gesperrte Seitenstraßen entlang der Umzugsstrecke. Foto: Florian Forth/RUHR24

Update, 14.58 Uhr: Laut Polizei sind bei der Gegendemonstration an der Wellinghofer Straße 500 Teilnehmer anwesend. Auf dem Neumarkt in Hörde sollen es etwa 150 Menschen sein.

Update, 14.34 Uhr: In Hörde sorgen der Neonazi-Aufmarsch und der Gegenprotest für Aufsehen. Einige Anwohner haben es sich mit Kissen im Fenster bequem gemacht und beobachten das treiben. Ein Passant mit Fahrrad macht große Augen und raunt ungläubig: „Wat für’n Aufwand.“

Update, 14.12 Uhr: Rund 250 Neonazis sollen zu der Versammlung gekommen sein, twittert Weiermann.

Die Polizei bestätigt den Beginn der Demonstration der Rechtsextremisten.

Polizei dementiert Auflösung der BlockaDo Versammlung

Update, 13.58 Uhr: Auf dem Hörder Neumarkt sind einige Hundert Gegendemonstranten. Die Stimmung ist ruhig, aber nicht ausgelassen. Eine geplante BlockaDo Demo soll aufgelöst worden sein. Die Polizei dementiert das per Twitter.


Foto: Florian Forth/ RUHR24

Gegendemonstranten auf dem Dortmunder Neumarkt. Foto: Florian Forth/ RUHR24

Zuvor soll auch ein Wasserwerfer in Stellung gebracht worden sein.

Im Stadtbahn-Bereich läuft der Verkehr wieder planmäßig

Update, 13.28 Uhr: Die Polizei hat ein Banner, das sich am Lautsprecherwagen befand, verboten. Es wurde nach Aufforderung der Polizei entfernt.

Wie die DWS21 mitgeteilt hat, läuft im Stadtbahn-Bereich wieder alles planmäßig. In Hörde bleiben die Umleitungen weiterhin bestehen.

Update, 13.14 Uhr: Im S-Bahn Verkehr kommt es immer wieder zu Verzögerungen. In einer Stadtbahn nach Hörde haben rechte Demonstranten die Notbremse gezogen.

In Hörde kommt der Aufzug nicht gut an. Als die Bahn dort hält ruft eine ältere Frau: „Haut ab aus Hörde! Wir wollen euch hier nicht!“

Laut Polizei bewegen sich die Teilnehmer der Versammlung BlockaDo über die Hochofenstraße in Richtung Westen. Man müsse jetzt Verkehrsmaßnahmen treffen.

Demo hat Auswirkungen auf Bus- und Bahnnetz

Update, 12.29 Uhr: Die Demonstration hat bereits Auswirkungen auf den Bus- und Bahnverkehr. Laut DSW21 wird der Bereich „DO-Hörde Bf“ bis auf Weiteres großräumig umfahren. Davon sind elf Buslinien betroffen. Es handelt sich um die Linien 427, 430, 432, 433, 434, 436, 437, 439, 440, 441 und 442. Es kommt zu Verspätungen im gesamten Stadtbereich.

Sperrungen am Bahnhof Hörde

Update, 12.13 Uhr: Auch am Bahnhof in Hörde kann es zu Einschränkungen kommen. Es kommt zu Sperrungen. Die Polizei rät den Bereich weiträumig zu umfahren.

Der Haltepunkt Dortmund Stadthaus ist laut Polizei wieder uneingeschränkt zugänglich.

Update, 12.07 Uhr: Wie die Polizei NRW berichtet, ist es am Haltepunkt Dortmund Stadthaus sehr voll. Das kann zu kurzfristigen Sperrungen führen.

Update, 11.48 Uhr: Am Hauptbahnhof Dortmund stehen zahlreiche Einsatzwagen der Polizei. Die Lage scheint aber ruhig.

Am Dortmunder Hbf stehen zahlreiche Polizeifahrzeuge. Foto: Florian Forth/ RUHR24.
Am Dortmunder Hbf stehen zahlreiche Polizeifahrzeuge. Foto: Florian Forth/ RUHR24.

Umzug soll wie geplant stattfinden

Update, 10.53 Uhr: Nach Informationen von RUHR24 haben die abgehängten Plakate in Hörde keinen Einfluss auf den geplanten Aufmarsch der Rechtsextremen. Die Demonstration soll demnach wie angemeldet stattfinden.

Zudem meldet die DSW21 derzeit noch keine größeren Einschränkungen im Stadtbahnverkehr.

Stadt hängt 19 Plakate der Partei „Die Rechte“ ab

Update, 10.53 Uhr: Laut Bundespolizei läuft der Bahnverkehr derzeit noch ohne Störungen:

Mitarbeiter der Stadt haben am Samstag (25. Mai) 19 der mittlerweile verbotenen Plakate der Partei „Die Rechte“ abgehängt. 16 davon hingen in Dorstfeld, 3 in Hörde.

Aufzug startet um 13.30 Uhr in Dortmund-Hörde

Ursprungsmeldung: Mehrere Hundert Neonazis wollen am Samstag (25. Mai) durch Dortmund-Hörde marschieren. Aufgerufen hatten die Rechtsextremen dazu bereits vor Monaten. Initiativen wollen den Umzug verhindern und kündigen Gegendemos an.

Nach Angaben der Polizei wird die rechtsextreme Demonstration gegen 13.30 Uhr an der Straße Am Bruchheck Ecke Grotestraße starten. Von dort ziehen die Teilnehmer zum Schildplatz hinter dem Bahnhof Hörde. Dort soll der Aufmarsch gegen 18 Uhr enden.

Dortmund liegt im NRW-Vergleich von 2018 auf Platz eins bei der Anzahl rechtsextremer Straftaten. Dennoch hat die Zahl der rechtsextremen Straftaten in Dortmund in den letzten Jahren abgenommen.

Noch am Freitag drohte die Demonstration der Rechtsextremen zu scheitern. Grund waren antisemitische Plakate mit der Aufschrift „Zionismus stoppen: Israel ist unser Unglück – Schluss damit!“ und „Wir hängen nicht nur Plakate“.

Polizei drohte mit Absage der Neonazi-Demo

Das Oberverwaltungsgericht hatte entschieden, dass diese Plakate eine Bedrohung der jüdischen Bevölkerung darstellen. Die Stadt Dortmund hatte daraufhin angeordnet dass, die Partei „Die Rechte“ die Plakate im gesamten Stadtgebiet abhängen muss.

Die Polizei hatte zudem gedroht, die geplante Demonstration abzusagen, wenn die Neonazis der Aufforderung nicht nachkommen. Daraufhin hängten sie die Plakate ab.

Nach einem Aufmarsch in Dorstfeld und Marten waren bereits acht Neonazis angeklagt worden. Sie hatten antisemitische Parolen skandiert.

Allgemein will die Dortmunder Polizei gegen Neonazis vorgehen. Eine Möglichkeit wären die geplanten Kameras zur Überwachung in Dorstfeld. Man hatte geplant, ein derartiges Konzept bereits im Juni zu erstellen.W

Zudem ist die rechtsextreme Organisation Combat 18 in den Fokus der Polizei gerückt. Sie steht im Verdacht, Terror zu verbreiten.