Neonazi-Demo in Dortmund überschattet durch verbotene Parolen und Einsatz von Schlagstöcken

Eine Demo von rechtsextremen Demonstranten in Dortmund. Symbolfoto: Rene Tillmann/dpa
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Eine Demo von rechtsextremen Demonstranten in Dortmund. Symbolfoto: Rene Tillmann/dpa

Dortmund/NRW - Ganz ohne Vorkommnisse ist die Neonazi-Demo durch Dortmund am Freitagabend (20. September) nicht zu Ende gegangen. Die Polizei zog ein durchwachsenes Fazit.

Ganz ohne Vorkommnisse ist die Neonazi-Demo durch Dortmund am Freitagabend (20. September) nicht zu Ende gegangen. Im Gegenteil. Die Polizei zog am Abend ein durchwachsenes Fazit.

  • Demo der Rechten überschatten von Attacken und verbotenen Parolen.
  • Polizei schreibt mehrere Anzeigen.

Neonazi-Demo in Dortmund: Rechte rufen verbotene Parolen, Polizei setzt Schlagstöcke gegen Gegendemonstranten ein

So mussten die Einsatzkräfte gegen verbotene Parolen der Neonazis vorgehen und immer wieder Blockade-Aktion der Gegenprotestler stoppen. Diese zündeten bei der Demo in der Nordstadt laut Polizei zudem mehrfach Böller.

Polizei-Einsatzleiter Thomas Fürst in seinem Fazit: "Der Gegenprotest wurde überschattet durch vielfache Aktionen durchaus gewaltbereiter Gegendemonstranten."

An der Mallinckrodtsrtaße/Leopoldstraße und an der Heiligegartenstraße/Münsterstraße musste die Polizei nach eigenen Angaben sogar mit Gewalt gegen die Gegendemonstranten vorgehen. Sie hatten laut dem Polizei-Bericht versucht, eine Polizeikette zu durchbrechen - und wurden mit Schlagstöcken daran gehindert.

Verbotene Parolen gerufen

Unterdessen hatte es die Polizei auf Seiten der Rechten, die bereits zum vierten Mal innerhalb von nur zwei Wochen demonstrierten, mit verbotenen rechten Parolen zu tun. Die Polizei hatte im Vorfeld mehrere rechte Parolen untersagt - unter anderem "Dortmund-Dorstfeld Nazi-Kiez".

An das Verbot hatten sich die rechten Demonstranten offenbar nicht gehalten. Die Polizei Dortmund ermittelt jetzt wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Polizei schreibt mehrere Anzeigen

Außerdem schrieben die Ordnungshüter Anzeigen wegen Körperverletzung gegen einen Gegendemonstranten, wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr durch Errichten von Barrikaden, sowie wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zum Nachteil eines Polizeibeamten.

In der Anreisephase auf der Kurfürstenstraße hatte es zudem eine Schlägerei gegeben, es kam zu wechselseitiger Körperverletzung zwischen zwei Personen. Die Polizei schrieb zudem eine Anzeige gegen einen Ordner der rechtsextremistischen Versammlung wegen eines Tritts.