Dortmund: Jüdische Gemeinde ist nach dem Attentat in Halle alarmiert

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Nach Angriff in Halle: Die Sorge in der jüdischen Gemeinde in Dortmund ist groß. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Nach dem Attentat auf eine Synagoge in Halle zeigt sich auch die jüdische Gemeinde in Dortmund äußerst besorgt. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt.

Nach dem Attentat auf eine Synagoge in Halle am Mittwoch (9. Oktober) zeigt sich auch die jüdische Gemeinde in Dortmund äußerst besorgt.

  • Die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Gemeinde und die Synagoge in Dortmund wurden verstärkt.
  • Auch die Polizei zeigt deshalb mehr Präsenz.
  • Die Jüdische Gemeinde spürt die allgemeine Bedrohung.

Dortmund: "Bedrohliche Situation für uns"

Bei dem Anschlag in Halle tötete ein rechtsextremer Attentäter zwei Menschen. Offenbar hatte er aber noch schlimmeres geplant. Am Tag nach dem Attentat scheint es, als hätten nur die Ladehemmung seiner Waffe und die äußerst stabile Tür der Synagoge in Halle verhindert, dass es noch mehr Opfer gab.

Der Schrecken, den der Attentäter verbreitete, ist auch in Dortmund spürbar. "Die Situation ist sehr bedrohlich für uns", erklärt der Sicherheitsleiter der jüdischen Gemeinde Dortmund. "Es ist extrem Schwierig für uns", gibt er seiner Sorge weiter Ausdruck.

Attentat in Halle lässt Terror immer näher rücken

Der Terror sei in Deutschland angekommen, führt der Sicherheitsleiter seine Ängste weiter aus. Vor kurzem seien Vorkommnisse dieser Art noch weit weg gewesen. Dann sei es aber schon zu dem versuchten Angriff auf eine Synagoge in Berlin gekommen, und nun das Attentat von Halle.

Auch die Polizei in Dortmund hat die Bedrohlichkeit der Lage für Juden in Dortmund erkannt. Schon kurz nachdem die Informationen zu der Lage in Halle bis nach Dortmund vorgedrungen waren, verstärkte die Polizei ihre Präsenz rund um die Synagoge und die jüdische Gemeinde.

Polizei hat Orte jüdischen Glaubens im Auge

Zwar stehen "sensible Punkt des jüdischen Glaubens permanent im Fokus der Polizei", erklärte eine Polizeisprecherin gegenüber RUHR24. Seit gestern sei die Präsenz aber verstärkt worden. Dass Schutzmaßnahmen rund um die Gemeinde in Dortmund verstärkt wurden, teilte die Polizei auch per Twitter mit.

Trotz der latenten Bedrohung, die die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Dortmund seit dem Anschlag in Halle deutlicher denn je spüren, betont die Polizei aber auch, dass es keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge in Dortmund gebe.

In einem weiteren Tweet rief die Polizei Halle außerdem dazu auf, sich nicht an Spekulationen rund um den Anschlag zu beteiligen und Videos von der Tat, die inzwischen im Netz kursieren, weiter zu beteiligen.

Innenminister Horst Seehofer gab derweil eine Pressekonferenz, in der er die politischen Konsequenzen des Attentats erläuterte.