Polizeipräsenz erhöht

Dortmunder Moschee erhält „NSU 2.0“-Drohbriefe – zweiter Vorfall in kurzer Zeit

Eine Moschee in Dortmund hat einen Drohbrief mit rassistischen Inhalten erhalten. Es ist der zweite Vorfall in kurzer Zeit. Jetzt reagieren die Polizei und ein Politiker.

Dortmund – „Haut ab aus unserem Land“, „Wir machen eure Moschee kaputt“ oder „der Deutsche wird es euch zeigen“ – diese Zeilen sind auf dem Drohbrief zu finden, den eine Moschee in Dortmund am Donnerstag (14. April) erhalten hat. Die Polizei reagiert auf den Vorfall in der Ofenstraße in Dorstfeld.

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Dortmund: Moschee erhält Drohbrief mit rassistischen Inhalten

Es ist der zweite Vorfall in kurzer Zeit. Erst im Februar wurde die Sultan-Ahmet-Camii-Moschee in Dortmund Dorstfeld Ziel von rechtsextremenen Anfeindungen. Unbekannte hatten ein Hakenkreuz auf den Eingang der Moschee geschmiert. Jetzt fanden Mitglieder der Gemeinde erneut Drohungen – diesmal ein Brief mit rassistisch-motiviertem Inhalt ohne Absender.

Die bislang noch unbekannten Tätern bezogen sich bei ihren Drohungen auf die NSU, die rechtsextremistische Terrorgruppe, die zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordet hat – darunter auch ein Opfer aus Dortmund. Das aktuelle Drohschreiben, das die Dortmunder Moschee erhalten hat, wurde unter anderem mit „NSU 2.0“ unterzeichnet.

Moschee in Dortmund erhält Brief mit rechtsradikalem Inhalt: Staatsschutz ermittelt

Außerdem werden Anfeindungen, Beleidigungen und Bedrohungen ausgesprochen. Auch das Foto eines Schweinekopfs und ein Hakenzeichen sind auf einem der insgesamt drei Zetteln zu finden, die im Briefkasten der Moschee lagen. Im Dezember 2021 sah sich auch die Moschee im Stadtteil Eving mit einem solchen Angriff konfrontiert: Unbekannte hatten einen Schweinekopf am Zaun der Gemeinde angebracht.

Ob es einen möglichen Zusammenhang zwischen den islamfeindlichen Vorfällen gebe, werde aktuell geprüft, gab ein Sprecher der Polizei gegenüber den Ruhr Nachrichten an. In einem ersten Schritt hat man jedoch auf den Drohbrief an die Sultan-Ahmet-Camii-Moschee reagiert und die polizeiliche Präsenz in dem Bereich der Gemeinde erhöht.

Dortmund: Moschee erhält „NSU 2.0“-Drohbrief – Politiker positioniert sich

Man stehe in ständigem Austausch mit den Verantwortlichen der Moschee, teilt die Polizei weiter mit. Der Drohbrief mit dem strafrechtlichen Inhalt wurde zudem sichergestellt und werde nun kriminaltechnisch untersucht. Außerdem hat der Staatschutz – wie auch bei den anderen Vorfällen in Dortmund – die Ermittlungen aufgenommen.

Nicht nur die Polizei wird in dem Fall aktiv, auch der Landtagsabgeordnete Volkan Baran aus Dortmund hat sich auf Facebook zu dem Brief geäußert. Kurz vor der Landtagswahl 2022 in NRW verurteilt der SPD-Politiker die Drohungen scharf.

„Ich bin wütend und fassungslos“, so Baran und fordert mehr präventiven Schutz vor Moscheen, damit es nicht mehr zu Übergriffen dieser Art komme.

Rubriklistenbild: © Sultan Ahmet Camii