Möllerbrücke Dortmund - Horror für Anwohner: "Nackte Hintern und Böller"

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Möllerbrücke in Dortmund

Dortmund/NRW - Partys an der Möllerbrücke in Dortmund sorgen für Ärger unter Anwohnern. Nach unserem Kommentar über Maßnahmen der Politik sprechen jetzt zwei Anwohner.

Partys an der Möllerbrücke in Dortmund sorgen für Ärger unter Anwohnern. Nach unserer Berichterstattung über Maßnahmen der Politik sprechen jetzt zwei Betroffene - und berichten über erschreckende Zustände.

  • Nicht nur Scherbenhaufen scheinen an der Möllerbrücke ein Problem zu sein.
  • Zwei Anwohner schildern erschreckende Zustände im Kreuzviertel von Dortmund.
  • Ein Bewohner nimmt jetzt das Ordnungsamt in die Pflicht.

Dortmund: Partys an Möllerbrücke sorgen für Ärger

Romantisch ein paar Bierchen unter ein paar Straßenlaternen schlürfen und laue Sommerabende genießen. Im Idealfall könnten Nächte auf der Möllerbrücke im Kreuzviertel von Dortmund idyllischer kaum sein.

Für Anwohner der benachbarten Straßen sind diese Nächte aber der reine Horror. Nach unserer Berichterstattung über Vorschläge für weltfremde Maßnahmen aus der Politik melden sich nun Betroffene zu Wort.

Dortmund: Anwohner ärgert sich über Scherben an Möllerbrücke

David (46) wohnt im Kreuzviertel, unweit der Möllerbrücke, und weiß wovon er spricht. "Das 'Feiern' rund um die Möllerbrücke nimmt zunehmend abstoßende Züge an. Scherben. Scherben. Scherben. Jeden Morgen Scherben. Große Scherben. Gefährliche Scherben. Flaschenböden von Wodka-Flaschen...", beschreibt der Dortmunder den Zustand der Brücke nach entsprechenden Party-Nächten.

Was ehemals nur Anwohner des nahe gelegenen Westparks betraf, scheint sich jetzt auch mitten ins Wohnviertel verlagert zu haben. "Warum gehen die Jugendlichen nicht einfach in die Kneipe?", fragt sich David, der beruflich selbst mit Menschen zu tun hat, die ein Alkoholproblem haben.

Fördert günstiger Alkohol an Möllerbrücke die Partys?

Dass "gemöllert " wird und das Bier stattdessen nicht in der Kneipe verzehrt wird, könnte nicht nur mit den Vorzügen des Freilufttrinkens an lauen Sommernächten zu tun haben, sondern auch mit finanziellen Gründen.

Gleich um die Ecke gibt es einen Supermarkt, der seine Waren bis 22 Uhr verkauft, danach geht es dann zum Kiosk um die Ecke. Den Woddi und dat Pilsken gibt es da sicher günstiger als in der Kneipe.

Glasverbot durch die Stadt Dortmund an der Möllerbrücke?

Und wer trinkt, hinterlässt Müll. Im Falle der Möllerbrücke in Dortmund sind es Glasflaschen, die am Ende der Nächte oft als Scherben auf dem Boden landen. Das Problem mit den Scherben könnte man, so David, mit einem generellen Glasverbot angehen. "Das funktioniert rund um das Stadion doch auch", sagt der Kreuzviertler.

Doch die Scherben sind nicht das einzige Problem des 46-Jährigen. Es ist auch der Lärm, den die besoffenen Party-Macher absondern. "Hier werden nachts um halb zwei Chinaböller auf dem Sonnenplatz gezündet", berichtet der Anwohner.

Mädchen auf Möllerbrücke kreischen

Junge Männer würden zudem "seltsame Dinge aus Leibeskräften in die Nacht hinausschreien". Mädchen würden außerdem schreien und kreischen, so dass er etliche Male aus dem Schlaf aufschreckt werde und sich frage, ob da jemand um Hilfe geschrien hat. "Schreien Sie auch nur einmal so in einer Kneipe und sie fliegen hochkant hinaus."

Und dann wird es ekelig. So berichtet der Kreuzviertel-Bewohner von "nackten Hintern pinkelnder Mädchen", die es in die Büsche verschlage. Am Sonnenplatz will David sogar beobachtet haben, wie nicht nur "in die Ecken gepinkelt, sondern auch gekackt" wird.

Ordnungsamt der Stadt Dortmund an Möllerbrücke in der Pflicht

David sieht jetzt das Ordnungsamt der Stadt Dortmund in der Pflicht, den Jugendschutz durchzusetzen und Ordnungswidrigkeiten zu verhindern oder zu ahnden. David will nicht mehr, dass Jugendliche flaschenweise harten Alkohol trinken und er will auch nicht auf dem Weg zur Bahnstation von alkoholisierten Menschen angemacht werden.

Ob für die Lösung des Problems ein Jugendtreff nötig ist, stellt David auch in Frage. Den Vorschlag von SPD und Grünen im Stadtbezirk Innenstadt-West sieht auch ein weiterer Anwohner des Kreuzviertels kritisch, Mathias.

"Horden junger Menschen" ziehen durch Dortmund in Richtung Möllerbrücke

Der Dortmunder wohnt in der Nähe der Möllerbrücke, in einer Nebenstraße und sieht die "Horden junger Menschen" regelmäßig an seiner Wohnung vorbeiziehen. Rücksicht sei von diesen in keinster Weise vorhanden, sagt er.

Als Lösungsansatz sieht Mathias mehr Mülltonnen und die Einrichtung eines Security-Dienstes. Ähnliches hatte zuvor auch die CDU im Stadtbezirk vorgeschlagen. Anwohner Mathias könnte sich vorstellen, dass entsprechende Kräfte stündlich an der Möllerbrücke vorbeischauen. "Es gibt unter den jungen Leuten leider sehr viele Vollpfosten, die wirklich nichts kapieren und Ansagen brauchen", meint der Bewohner.

Anwohner David unterdessen freut sich auf die nächsten Monate, in denen es wieder ruhiger werden könnte an der Möllerbrücke. "Es wird ja wieder kälter."

Hinweis: Die Nachnamen der Anwohner wurden auf Wunsch nicht genannt, liegen aber der Redaktion vor.