NRW hat mehr baufällige Brücken als gedacht

Brücken in Dortmund. Hier: Die Ardeystraße.  Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
+
Brücken in Dortmund. Hier: Die Ardeystraße. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Sie müssen jeden Tag Tonnen tragen um uns, Autos und Züge über Flüsse und Täler zu bringen. Brücken, so praktisch und zeitsparend sie auch sind, so gefährlich ist es, wenn ihre Tragkraft einmal nachgibt. Unfälle und Tote sind die Folge. Auch in NRW gibt es viele baufällige Brücken. [...]Weiterlesen

Sie müssen jeden Tag Tonnen tragen, um Autos und Züge über Flüsse und Täler zu bringen. Brücken sind praktisch. Aber wenn ihre Tragkraft nachgibt, sind sie auch gefährlich. Das zeigt vor allen Dingen das Beispiel Genua. Aber auch in NRW und im Ruhrgebiet gibt es viele baufällige Brücken.

Im August erst stürzte die Morandi-Brücke in Genua ein und forderte das Leben vieler Menschen. Neben der gewagten Architektur waren auch die fehlenden Investitionen in die Infrastruktur ein Grund für den Einsturz. Auch in NRW gibt es viele Brücken, die repariert oder komplett erneuert werden müssen.

Am Mittwoch (5. September) berichtet Verkehrsminister Wüst (CDU) im Verkehrsausschuss, dass der Zustand der wichtigsten Straßen- und Autobahnbrücken schlechter ist als bekannt.

Das sind die Gründe für den Verschleiß

In den 50er, 60er Jahren, als viele der Brücken gebaut wurden, hatten die Lkw ein Höchstgewicht von 24 Tonnen. Heute ist fast das doppelte Gewicht zugelassen. Vor allem bei den älteren Brücken werden die ursprünglichen Tragreserven zunehmend aufgebraucht. Das liegt sowohl am zunehmenden Verkehr als auch an der Bauart und den verwendeten Materialien.

Besonders Schwertransporte belasten die Brücken sehr. Noch bis Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren die Straßenbrücken in Deutschland für deutlich weniger prognostizierten Verkehr konzipiert. Im bundesweiten Vergleich steht Nordrhein-Westfalen aber besser da als die meisten anderen Bundesländer.

Was heißt das für die Zukunft?

Fertigteilbrücken können Lösungen sein, um gerade kleinere Brücken schnellstmöglich zu erneuern. Beispielsweise die Rheinbrücke Neuenkamp im Zuge der A40 oder die Schwelmetalbrücke im Zuge der A1 bei Wuppertal werden in absehbarer Zeit ebenfalls in Bau gehen.Für den Bereich der Bundesautobahnen ist vorgesehen, im ersten Schritt die wichtigsten

Transitautobahnen für den Schwerverkehr möglichst baustellenfrei bereitzustellen. Dazu werden zunächst alle Brücken im Zuge der Autobahnen A1 , A2, A3, mit Teilen der A40, und A57 abgearbeitet.

Auch Dortmunds Brücken leiden an Altersschwäche

Unter den mittelfristig erneuerungsbedürftigen Bauwerken sind die Brücken "Am Remberg" und "Mooskamp", so Sylvia Uehlendahl, die Leiterin des Tiefbauamtes. Diese beiden Brücken sollen 2020 zurückgebaut und erneuert werden. Bei der Brücke Franz-Schlüter-Straße erfolgt eine Verstärkung für den Schwerlastverkehr im Gewerbegebiet Dortmunder Hafen.

Eine schlechte Benotung bedeutet aber nicht zwangsweise ein Sicherheitsrisiko. So kann es durchaus sein, dass zum Beispiel ein fehlendes Verkehrsschild eine sehr schlechte Benotung nach sich zieht, obwohl die Brücke ansonsten in einem befriedigenden Zustand ist. Mehr zu Dortmunds Brücken.