Medienhaus und Start-up-Szene kommen: So sieht bald der Hafen aus

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Vertreter von Stadt und Wirtschaft stellten am 11. Mai die Pläne für die südliche Speicherstraße am Hafen von Dortmund vor. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Die Pläne für den Hafen an der Speicherstraße werden immer konkreter. Jetzt haben Investoren zwei Projekte vorgestellt. Konrekt geht es um ein neues Gebäude am Santa-Monika-Anleger und ein bestehendes, noch umzubauendes Haus.

Noch kann man sich nicht vorstellen, dass es am Hafen, rund um die Speicherstraße, künftig digital, jung und hip zugeht. Aktuell wirkt die Gegend eher so, als wollte man lieber schnell weglaufen. In einigen Jahren sollte das nicht mehr der Fall sein. Am Santa-Monika-Anleger entsteht ein neues, modernes Gebäude; direkt nebenan investiert zudem Dortmunds größtes Medienhaus in die digitale Zukunft.

Westfalenhütte, nördlicher Hauptbahnhof und schließlich der Hafen. Dass sich in der Nordstadt etwas tut, ist nicht nur eine Floskel. Entlang der Speicherstraße plant die Stadt ein Quartier mit Büros, in denen sich die Digitalbranche breitmachen soll. Zudem soll es künftig Gastronomie und eine Promenade am Wasser geben.

Jetzt steht fest, wie das bislang brachliegende Gelände an der südlichen Speicherstraße - gegenüber dem Alten Hafenamt - bebaut wird. Geplant ist ein vierstöckiges Gebäude im Dreieck Mallinckrodtstraße - Speicherstraße - Sunderweg. Hier sollen künftig Büros für Freiberufler entstehen - sogenannte Co-Working-Spaces. Möglichst Unternehmer aus der digitalen Start-up-Szene sollen sich hier niederlassen. Auch die Pläne für die nördliche Speicherstraße sind inzwischen bekannt. 

Im Untergeschoss, mit Blick aufs Wasser, entsteht eine Gastronomie. Sie ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Von der Speicherstraße führt eine Treppe hinauf. Vor dem Gebäude will die Stadt unterdessen den Santa-Monika-Platz mit einigen Sitzgelegenheiten herrichten. Das neue Gebäude soll sich mit dem roten Mauerwerk in die Optik der umliegenden Gebäude integrieren. Die Architekten setzten zudem auf viel Glas. Um den Blick auf das Alte Hafenamt nicht vollständig zu versperren, hat das Gebäude auf seiner westlichen Seite eine Etage weniger. "Wir wollten dem Alten Hafenamt damit unseren Respekt erweisen", sagt Architekt Christoph Höhne von der Bräuning Höhne Architekten GmbH.

Acht Millionen Euro für "Leuchtturm"

Acht Millionen Euro fließen in den Bau der Bietergemeinschaft "Leuchtturm" (Hofschröer Projektbau und Apodo). Der Zeitplan ist allerdings noch nicht ganz gesteckt. Dortmunds Planungsdezernent Ludger Wilde meint, bis 2020 könnte das Gebäude stehen. Erst muss der Bebauungsplan her, der dann im Optimalfall von der Stadt genehmigt wird. Danach können die Bagger anrollen.

In direkter Nachbarschaft will das Dortmunder Medienhaus Lensing - zu dem Dortmund24 sowie die Ruhr Nachrichten gehören - den Lensing Media Port eröffnen. "Wenn man den idealen Platz für ein Medienunternehmen sucht, dann muss man nicht kreativ sein, um hier am Wasser zu landen", sagt Verleger Lambert Lensing-Wolff. Vor allem aus den skandinavischen Ländern, so Lensing-Wolff, wisse man, dass es etwas Besonderes sei, am Wasser zu arbeiten, zu leben und zu wohnen. "In diesem Sinne ist es für uns eine tolle Sache, dass wir uns hier mit unseren digitalen Angeboten und anderen digitalen Partnern niederlassen", sagt Lensing-Wolff.

Das Medienhaus will hier sein digitales Agenturgeschäft ausbauen, unter anderem in der Suchmaschinen-Optimierung und mit Kreativ- und Daten-Agenturen. Außerdem will sich Lensing-Wolff Freiberufler aus der Digital-Branche in Co-Working-Spaces ins Haus holen - und möglichst viele Ideen für die Zukunft entwickeln. "Es täte Dortmund gut, wenn wir hier eine Sammlung von kreativen Potenzialen anlocken, die sich gegenseitig befruchten." Kreative Menschen säßen heutzutage lieber in Berlin, München oder Hamburg. Dortmund habe Nachholbedarf, was die Attraktivität für diese Menschen betreffe.

Wie auch im Nachbargebäude "Leuchtturm" soll es im Lensing Media Port Gastronomie und Veranstaltungsräume im Untergeschoss geben.

Was den Zeitplan betrifft, wollte sich Lensing-Wolff am Freitag noch nicht festlegen. Und auch bei den Kosten für den Umbau des bestehenden Gebäudes an der Speicherstraße 2 gibt es noch Unklarheiten. "Zwischen vier und zwölf Millionen Euro könnten es schon werden", schätzt der Verleger.

Speicherstraße wird nach Osten verlegt

Unterdessen liegt es an der Stadt, den Boden für die Privatinvestitionen zu bereiten. Sie muss die Speicherstraße aufbereiten, investiert in Nachbargebäude (Stichwort "Heimathafen"). Außerdem ist ein sogenannter Gründungscampus samt Eventfläche namens "Agora" geplant. 

Auch am nördlichen Teil der Speicherstraße tut sich was. Einige Gebäude mussten weg, eine ganze Häuserzeile wurde zuletzt abgerissen. Dorthin soll die Straße verlegt werden, damit die Stadt das Gelände am Kanal vermarkten kann.

Während sich am Gelände am Hafen einiges tut, bleibt in Sachen Erreichbarkeit fast alles beim Alten. Laut Planungsdezernent Ludger Wilde ist die Speicherstraße über die Mallinckrodt-, die Schäfer- sowie die Immermannstraße gut angeschlossen. Außerdem gebe es eine gute Anbindung an das U-Bahn-Netz und den Busverkehr.