Marode Straßen: Stadt hat zwar Geld und Pläne - aber zu wenig Personal

Von Daniele Giustolisi

Ruhrallee, B54, Baustelle, B1. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Das Geld für neue Straßen ist da, doch die Stadt Dortmund hat zu wenige Planer, um alle Projekte schnell umzusetzen. Außerdem gibt es Probleme mit der aktuellen Lage der Bauwirtschaft. Trotzdem erhöht das Tiefbau für 2018 seine Investitionen in den Straßen - und tut was gegen seine verkrusteten Strukturen.

Das Geld für neue Straßen ist da, doch die Stadt Dortmund hat zu wenige Planer, um alle Projekte schnell umzusetzen. Außerdem gibt es Probleme mit der aktuellen Lage der Bauwirtschaft. Trotzdem erhöht das Tiefbauamt für 2018 seine Investitionen in den Straßen - und tut was gegen seine verkrusteten Strukturen.

"Früher hatten wir kein Geld und genug Planer, jetzt ist es genau andersherum", sagt Dortmunds Baudezernent Martin Lürwer, "wir haben genug Geld, aber keine Planer, um unsere Projekte schnell umzusetzen." Für die Stadt Dortmund ist das kein einfach zu lösendes Problem. Denn während zum Beispiel einige Straßen im Stadtgebiet dringend saniert werden müssten und die Kohle dafür ausgegeben werden könnte, fehlt es nicht nur an Planern. Mangelware sind aktuell auch Firmen, die die Aufträge der Stadt ausführen. "Aktuell haben wir die Marktlage 'Hilfe, der Kunde droht mit einem Auftrag' ", scherzt Lürwer. Heißt: Baufirmen können sich angesichts der aktuell guten wirtschaftlichen Lage in Dortmund kaum vor Aufträgen retten - und darunter leidet auch die Stadt.

Stadt will in Straßen investieren

Dennoch will - und muss - das Tiefbauamt auch in den kommenden Jahren in die Infrastruktur der Stadt investieren. Dafür hat sie in den vergangenen Jahren das Personal um zwölf Stellen aufgestockt. "Das sind aber allesamt Berufsanfänger, die erstmal lernen müssen, bevor sie eigene Projekte betreuen", sagt Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl. Bis sich die neu besetzten Stellen also auszahlen, kann noch einiges an Zeit vergehen.

Unterdessen gibt es dennoch einige Großprojekte, die in diesem Jahr angepackt werden sollen. Unter anderem:

Grafik zeigt Ausgaben

Trotz der schweren Personal- und Marktlage erhöht die Stadt in den kommenden Jahren ihre Investitionen in die Infrastruktur. Das zeigt diese Grafik:

Und dann will sich das Tiefbauamt generell radikal verändern. Es befindet sich in einer Art Strukturwandel - sowohl im Softwarebereich, als auch was das Personal betrifft. Denn viele Mitarbeiter des Amtes stehen kurz vor ihrer Pensionierung, die Systeme zur Koordination von Projekten sind aus dem "Anno Tuck", wie es Baudezernent Martin Lürwer ausdrücken würde. "Das Amt war zuletzt in einem antiquierten Zustand - das wird sich jetzt verändern", kündigt Dortmunds Baudezernent an.

Dazu gehört es auch, aktiv auf Personalsuche zu gehen. Das, so Lürwer, sei früher anders gewesen. Man habe eine Annonce geschaltet und auf Bewerbungen gewartet. Irgendwann seien dann 100 davon eingegangen. "Heute suchen wir über Online-Plattformen nach guten Leuten, gehen in die Unis und lassen persönliche Kontakte spielen", sagt Lürwer. Wichtig sei vielen Bewerbern nicht mehr nur das Geld, sondern sogenannte "weiche Faktoren". Stichwort: Work-Life-Balance. Elternzeit, Homeoffice, es sind diese Dinge, mit denen sich die Stadt künftig gegen kommunale und privatwirtschaftliche Konkurrenz durchsetzen muss. Wenn das gelingt, kann dann auch das viele Geld für Straßenbauprojekte schneller umgesetzt werden.

Info: Wer sich über aktuelle Bauprojekte des Tiefbauamts in Dortmund informieren möchte, kann das unter diesem Link tun.