Wer seit vielen Jahren arbeitslos ist, hat es oft schwer, Arbeit zu finden. In Dortmund setzt man seit 2017 auf öffentlich geförderte Helferjobs in Firmen vor Ort. Das Konzept für Langzeitarbeitslose scheint aufzugehen.

Die Jobs für die Langzeitarbeitslosen fallen allerdings nicht vom Himmel. Sogenannte „Betriebsqauisitoren“ des
federführenden Service Center für lokale Arbeit (SCA) müssen sie in Betrieben der Region aktiv suchen. In der Regel sind das wirtschaftlich starke Firmen, die Personalnot haben.

Bei den Jobs handelt es sich um Helferjobs in örtlichen Betrieben, die Fachkräfte in der Regel Zeit rauben. Diese einfachen Tätigkeiten finden sich in fast allen Branchen. Es kann sich um das Sortieren von Schrauben handeln, aber auch um die Erstellung einer Liste am Computer. So sollen die Stammbelegschaft entlastet und Langzeitarbeitslose in Arbeit gebracht werden.

Langzeitarbeitslose sorgen für städtische Aufträge

Außerdem versuchen die SCA-Mitarbeiter, auch städtische Aufträge bevorzugt an Firmen zu vergeben, die Langzeitarbeitslose aus dem Projekt beschäftigen.

Und: Innerhalb der Stadt Dortmund versuchen SCA-Leute, neue Jobfelder zu erschließen. „Hierzu werden zusätzliche Tätigkeiten definiert und sinnvoll gebündelt“, heißt es in der Projektbeschreibung.

Organisiert wird das ganze unter der Federführung der Dortmunder Wirtschaftsförderung und des Sozialdezernats. Beide Akteure zeigen sich mit dem Projekt, das im im Herbst 2017 gestartet ist, äußerst zufrieden. 210 Langzeitarbeitlose sollen bis zum Ende des Projekts im Herbst 2019 in Arbeit gebracht werden, gut die Hälfte davon ist geschafft.

Freiwillige Teilnahme am Projekt

Langzeitarbeitslose können sich freiwillig für das Projekt melden. „Alle Beteiligten sind sehr motiviert, die Abbruchquote beträgt unter 20 Prozent“, sagt Heike Bettermann,
Geschäftsführerin im Jobcenter Dortmund.

Das bundesweit einzigartige Projekt richtet sich an Menschen, die seit mindestens vier Jahren Arbeitslosengeld II (Hartz 4) beziehen. Im Fokus stehen Menschen, die absehbar keine Beschäftigungschancen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt haben.

„Statt den Menschen nur befristete Jobs ohne Anschlussperspektive anzubieten, setzt das SCA auf die langfristige Unterstützung örtlicher Betriebe“, sagt Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund. Dass die An- und Ungelernten einfache Arbeiten übernehmen würden, würde gleichzeitig auch die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter in den Betrieben erhöhen.

Öffentlich gefördert

Ein Jahr lang wird der Arbeitsplatz mit öffentlichen Geldern vom Land NRW gefördert. Außerdem fördert das SCA Coaching-Angebote. 5,8 Millionen Euro fließen zwei Jahre lang in das Projekt.

Die Hoffnung des SCA am Ende ist ein sogenannter „Klebeeffekt“, der Langzeitarbeitslose langfristig an ihre Betriebe bindet.

Aktuelle Top-Themen:

„Wenn Unternehmen nach Beendigung des Auftrags die zuvor eingegangen Arbeitsverhältnisse beenden sollten, können wir das natürlich nicht verhindern“, heißt es bei der Wirtschaftsförderung. Sie wolle eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch gezielte Coachings und engen Kontakt zu den Firmen verhindern.