Bild: André Schuchert/Rote Erde

Dieser Artikel entspricht der Meinung der Autorin und spiegelt nicht unbedingt die Meinung der gesamten Redaktion wider.

Das Festi Ramazan, die größte Ramadan-Veranstaltung in Europa, braucht einen neuen Platz. Sowohl auf dem Fredenbaumplatz in der Nordstadt als auch an den Westfalenhallen kann es nicht mehr stattfinden. Aber es soll auf jeden Fall in Dortmund bleiben. 

Jedes Jahr zur Fastenzeit macht sich das Festi Ramazan in Dortmund breit. „Es macht sich breit“ – das denken jedenfalls scheinbar einige, wenn man auf die Kommentaren unter unseren letzten Artikel guckt, wo wir darüber berichten, dass das Kulturfest auf der Suche nach einem neuen Platz ist. Und es soll wen es nach den Kommentatoren ginge, wohl gar nicht mehr in Dortmund stattfinden. „Nirgendswohin“ und „Brauchen wir hier nicht“ lauten einige Kommentare unter unserer Frage „Wohin mit dem Festi Ramazan?“.

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Wenn ihr mich fragt: Das Festi Ramazan muss auf jeden Fall in Dortmund bleiben. Dortmund ist bunt und multikulti. Das Festi Ramazan unterstreicht das nur. Und ganz ehrlich: Das Fest ist sehr cool und sehr spannend – vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein.

Ich war letztes Jahr an einem Abend da und ja: ich war überrumpelt von den Eindrücken, aber positiv. Es war voll und ich wusste nicht genau, was geschieht. Aber bei einem Gang über das Fest und kleinen Gesprächen an jeder Ecke wurde mir klar: Das hier ist etwas Schönes. Menschen, die zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern und abends zusammen zu essen.

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Man kann an vielen bunten Ständen entlang bummeln und dabei einen Blick in eine andere Kultur werfen. Wenn ich jetzt sage, es ist ein bisschen wie ein Kurzurlaub im Ausland, ist das nicht negativ, böse oder gar verachtend gemeint. Ich mag es, in andere Welten einzutauchen und neue Menschen, fremde Kulturen und anderes Essen auszuprobieren. Und wenn man gerade keine Zeit für einen wirklichen Kurzurlaub hat, ist so ein Abend auf dem Festi Ramazan eine schöne Alternative. Aber selbst wenn man dafür nicht der Typ Mensch ist, so sollte man doch so offen und tolerant sein, andere den Spaß zu gönnen, ohne verachtend darauf zu reagieren oder gar Hasskommentare in die Welt hinaus zu posaunen. Denn wieso sollten fremde Kulturen weniger wert sein? Nur, weil sie nicht so sind wie die eigene?

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Für mich steht fest: Die Stadt wäre dumm, wenn sie das Fest gehen lässt. Und vor allem: Bitte lasst die Vorurteile sein. Lernt die Menschen und ihre Kulturen kennen bevor ihr sie und ihre Art des Lebens verurteilt, sie können euer Leben so sehr bereichern! Auf dem Festi Ramazan habt ihr die Chance dazu. Habt ihr außerdem mal darüber nachgedacht, dass es sich bei den Menschen auf dem Festi Ramazan um eure Nachbarn handelt? Die könnt ihr hier weiter kennenlernen. Und Hand aufs Herz: Hier bei uns im Pott ist es doch gelebte Realität, dass wir Tür an Tür mit Ausländern zusammenleben. Jeder kennt einen. In den 60er-Jahren sind die ersten türkischen Gastarbeiter ins Ruhrgebiet gekommen. Und wo wärt ihr ohne Döner und Co? Ich verstehe nicht, was das Problem ist.

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Es ist nämlich nicht schlecht, nur weil es anders oder gar fremd ist. Das gilt für Menschen, Kulturen, Einstellungen, Geschmack, Aussehen und einfach alles. Meinung? Ja, gerne! Hass? Nein, danke!