Wahlen in NRW am 13. September

Kommunalwahl in Dortmund: Was planen die Parteien in Sachen Bildung?

Was planen die Parteien in Dortmund nach den Kommunalwahlen 2020 in NRW in Sachen Bildung in Schulen und Kitas?
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Was planen die Parteien in Dortmund nach den Kommunalwahlen 2020 in NRW in Sachen Bildung in Schulen und Kitas?

Was planen die Parteien in Dortmund in Sachen Bildung in Schulen und Kitas? Wir geben zur Kommunalwahl 2020 in NRW eine Übersicht.

Dortmund - Bildung in den Schulen ist in Deutschland eigentlich Angelegenheit der Länder. Doch nicht immer muss in Dortmund das Land NRW alles regeln. Die Stadt hat durchaus Gestaltungsspielraum. 

Kitas gehören sogar zur kommunalen Daseinsvorsorge. Dazu gehört etwa die Bereitstellung von Kindergartenplätzen und der Betrieb von Kindergärten sowie die Kinderbetreuung.

Umso spannender scheint da der Blick auf das, was die Parteien* nach der Kommunalwahl 2020 in NRW in Schulen und Kitas vorhaben. Wir geben eine kleine Übersicht.

Wahl

Kommunalwahlen in NRW

Datum

13. September 2020

Was wird gewählt?

Kommunale Parlamente und viele Spitzen von Städten, Gemeinden und Kreisen, außerdem das Ruhrparlament

SPD Dortmund: Ziele in der Bildung nach den Kommunalwahlen in NRW

Die SPD will laut Wahlprogramm die Stadtteilbibliotheken als Leuchttürme der Bildung ausbauen. Kitas als Familienzentren - wie es sie in Dortmund bereits gibt - sollen das zweite Standbein für die Bildung sein, und zwar für Kinder und Eltern.

Bei den Schulen forciert die SPD den Ausbau und die Neugründung von Gesamtschulen. Alle Schulen sollen zudem schnelle Internetverbindungen und ein leistungsfähiges WLAN erhalten. Dazu gehört auch die Verbesserung der digitalen Ausstattung der Schulen.

Um mehr Personal für Schulen und Kitas in sozial schwachen Quartieren einzufordern, will die SPD einen Sozialindex etablieren. Der Landesregierung sagen die Sozialdemokraten: "Da wo die Landesregierung nicht handelt, werden wir handeln, beispielsweise bei der Schulsozialarbeit, der Inklusion, kostenlosen und gesunden Mahlzeiten und freiem ÖPNV für alle Schüler."

CDU Dortmund: Ziele in der Bildung nach den Kommunalwahlen in NRW

Die CDU in Dortmund will laut Wahlprogramm die Öffnungszeiten der Kitas flexibilisieren und die Einrichtungen als Familienzentren weiterentwickeln. Bislang gibt es 88 in Dortmund. Geplant ist zudem ein Modellversuch für an 24 Stunden und sieben Tagen geöffnete Kitas. Außerdem wollen die Christdemokraten Betriebskitas fördern.

Die Schulen will die CDU, wie fast alle Parteien in Dortmund, modernisieren. Damit das für Eltern transparent erfolgt, sollen Daten zu Schulbaumaßnahmen erfasst und aufbereitet werden. Die CDU will zudem alle Schulformen erhalten und plant den Neubau zweier Gymnasien. Neue Gesamtschulen sollen nicht gebaut werden, um Haupt- und Realschulen zu schützen.

Grüne Dortmund: Ziele in der Bildung nach den Kommunalwahlen in NRW

Auch die Grünen wollen einen Ausbau der Kita-Plätze unterstützen und die Öffnungszeiten flexibilisieren. Wie SPD und CDU wollen die Grünen die Zahl der Familienzentren in Dortmund weiter ausbauen. Grundsätzlich fordern die Grünen vom Land NRW kostenfreie Kitas. Bis es so weit ist, sollen die Elternbeiträge von Stadt zu Stadt einheitlich sein. In Dortmund soll die Einkommensgrenze in der Beitragssatzung Stück für Stück angehoben werden, damit ärmere Familien weniger Gebühren zahlen müssen.

In der Schullandschaft wollen die Grünen sanieren und digitalisieren. Der Ausbau der Gesamtschulen und der Ganztagsangebote an weiterführenden Schulen ist zudem geplant. Auch die Schulsozialarbeit wollen die Grünen weiter ausbauen. Gleich sieben Seiten widmen die Grünen dem Thema Kitas und Schulen in ihrem Programm anlässlich der Kommunalwahlen in NRW - so viele, wie keine andere Partei in Dortmund.

Die Linke Dortmund: Ziele in der Bildung nach den Kommunalwahlen in NRW

Auch die Linken fordern den Ausbau der Kita-Plätze in Dortmund und die Abschaffung der Kita-Beiträge. Bis es so weit ist, wollen die Linken die städtischen Betragssätze für Geringverdiener streichen. 

Privatisierung von Bildungseinrichtungen soll es laut Linken nicht geben. Stattdessen fordert die Partei ein Gesamtschulmodell von der ersten bis zur 12./13. Klasse im gemeinsamen Unterricht. Wunsch der Linken ist zudem auch die Übernahme der Lern- und Lehrmittelkosten in Schule, Ausbildung und Studium und ein kostenfreies Schülerticket für den ÖPNV.

Die Linke setzt sich außerdem ein für ein flächendeckendes Ganztagsschulsystem in allen Grund- und weiterführenden Schulen ein.

FDP Dortmund: Ziele in der Bildung nach den Kommunalwahlen in NRW

Die FDP will Kita-Plätze ausbauen und in jeden Stadtbezirk eine Kita einrichten, die auch Angebote für Eltern in Schichtdienst macht.

Nach den Erfahrungen in der Coronakrise halten die Liberalen eine massive Verbesserung der digitalen Infrastruktur in den Schulen für nötig. "Der Overheadprojektor soll ins Museum verbannt werden", heißt es im Wahlprogramm. Die Schullandschaft soll laut FDP möglichst vielfältig sein, ob privat oder staatlich. Gymnasien und Förderschulen sollen gestärkt werden.

Als einzige der etablierten Parteien hat sich die FDP in ihrem Wahlprogramm die Verbesserung des Schulsports vorgenommen. Jede Schule müsse Zugang zu Sporthallen und Schwimmbädern haben. 

Als Bonbon für alle Grundschüler will sich die FDP in Dortmund für Gratis-Frühstück einsetzen. 

Piraten Dortmund: Ziele in der Bildung nach den Kommunalwahlen in NRW

Kindergärten sollen in Dortmund laut Piraten kostenlos sein. An ihrer Gestaltung sollen Eltern und Kinder beteiligt werden. Wer keinen Kita-Platz bekommt, solle eine ortsnahe Betreuung durch Tagesväter- oder Mütter bekommen.

Damit Kinder und Jugendliche Medienkompetenz erlangen, sollen Eltern in Dortmund laut Piraten Beratungsangebote erhalten, um die Kinder danach im Umgang mit Medien zu unterstützen. 

Das Thema Schulen lassen die Piraten in ihrem Wahlprogramm komplett außen vor. Stattdessen fordert die Partei effektive und gut ausgestattete offene Kinder- und Jugendbetreuung sowie die Förderung von unabhängigen Jugendzentren.

AfD Dortmund: Ziele in der Bildung nach den Kommunalwahlen in NRW

Bei der Bildung will die Alternative für Deutschland in Dortmund erwirken, dass Initiativen wie "Schule ohne Rassismus" nicht mehr gegen "rechtsdemokratische Politikkonzepte agitieren". Stattdessen fordert die Partei eine "Neutrale Schule ohne Extremismus", die neben Gewalt- auch Extremismusprävention betreibt.

Die AfD steht zum dreigliedrigen Schulsystem. Die Partei ist gegen Inklusion, sondern eher für die Aufrechterhaltung von Förderschulen in Dortmund. 

Zu Kitas äußert sich die AfD Dortmund in ihrem Wahlprogramm für die Kommunalwahlen in NRW nicht. 

Basisdemokratie jetzt Dortmund: Ziele in der Bildung nach den Kommunalwahlen in NRW

Die Partei "Basisdemokratie jetzt" will Lehrpläne in Schulen in Zusammenarbeit auch mit Lehrbauernhöfen gestalten. Zeit für Schulgärten und Koch-AGs solle in Schulen geschaffen werden. 

Die Partei will zudem, dass rein pflanzliche Gerichte in Schulen und Kindergärten verpflichtend angeboten werden.

Bürgerliste Dortmund: Ziele in der Bildung nach den Kommunalwahlen in NRW

Die Bürgerliste will das Kapital der Stadt lieber in Schulen, statt in Prestigeobjekte investieren. Die Partei fordert mehr Kitas in Wohnortnähe mit mehr Plätzen und flexibleren Öffnungszeiten

In der Schullandschaft kämpft die Bürgerliste für Ganztagsschulen mit einer verstärkten Mittagsbetreuung. Gymnasien sollten laut Wahlprogramm der Partei durch Umbauten bestimmte Schwerpunkte erhalten. Wie nahezu alle Parteien in Dortmund will die Bürgerliste die Schulen schnell digitalisieren. Neben der Digitalisierung ist es ein Anliegen der Partei, dass Schüler an den weiterführenden Schulen auf die Gefahren des Internets hingewiesen werden.

Die Rechte Dortmund: Ziele in der Bildung nach den Kommunalwahlen in NRW

Die Rechte fordert einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kita-Platz in Wohnortnähe. Sie kritisiert Auffangklassen für Flüchtlinge und "ideologische Experimente", will sich in Schulen nicht mehr auf "besonders privilegierte Minderheiten" konzentrieren. Es sei Zeit, "sich wirklich für alle Schüler einzusetzen, beispielsweise mit einer deutlichen Aufwertung des Essens an Ganztagsschulen", so die Rechtsextremen, die auch kleinere Schulklassen fordern.

Die Parteien DKP, Die Partei, Carl Hendrik Draub (Einzelbewerber) und FBI haben sich in ihrem Wahlprogramm nicht zum Thema Bildung geäußert. 

Zur Kommunalwahl in Dortmund sind unter anderem folgende weitere Artikel erschienen:

*Berücksichtigt wurden in diesem Text nur Parteien, die einen Oberbürgermeister-Kandidaten stellen oder aktuell im Stadtrat sitzen.