Was will die Politik?

Kommunalwahl 2020 in Dortmund: Was die Parteien bei Gastronomie und Handel planen

Der Westenhellweg in Dortmund.
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Der Westenhellweg in Dortmund.

Was haben die Parteien in Dortmund nach der Kommunalwahl 2020 in NRW in Gastronomie und Handel vor? Wir geben eine Übersicht über die Ziele.

Dortmund - Noch hat die SPD im Rat der Stadt Dortmund das Sagen. Aber wie ist es nach den Kommunalwahlen in NRW am Sonntag (13. September)?

Laut ersten Prognosen wird es eine enge Entscheidung, vor allem die Grünen sind auf dem Vormarsch. Sie könnten die CDU in Dortmund überholen und sogar der SPD gefährlich werden.

Was wollen die Parteien* und ihre Oberbürgermeisterkandidaten** eigentlich im Einzelhandel und der Gastronomie für Dortmund? RUHR24.de** fasst hier die Top-Ziele zusammen. 

Anlass

Kommunalwahl 2020 NRW

Datum

13. September 2020

Mögliche Stichwahl

27. September 2020

SPD Dortmund bei Kommunalwahlen 2020: Ziele im Einzelhandel und der Gastronomie

Die SPD in Dortmund geht mit OB-Kandidaten Thomas Westphal an den Start. Westphal ist aktuell Chef der Dortmunder Wirtschaftsförderung, mit lokalen Einzelhändlern also gut vernetzt. Auch ihm dürften die Auswüchse des Internets auf den lokalen Einzelhandel nicht entgangen sein.

Die SPD will öffentliche Plätze, Wochenmärkte und den Leerstand in Dortmund angehen, um den Handel vor Ort zu stärken. Als Hebel sieht die Partei die Verschönerung des öffentlichen Raums. 

Für die Gastronomie plant die SPD eine gezielte Förderung von "individuellen Gastronomiekonzepten" in bestimmten Zonen, "um so richtig erkennbare Ausgehviertel aufzubauen." Szeneviertel und die Bar- und Clubkultur soll nach Wunsch der Sozialdemokraten durch einen "Nachtbürgermeister" gestärkt werden.

Alle Ziele der Sozialdemokraten im Detail gibt es im SPD-Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2020 in NRW.

CDU Dortmund bei Kommunalwahlen: Ziele im Einzelhandel und der Gastronomie

Die CDU in Dortmund geht mit OB-Kandidat Andreas Hollstein an den Start. Im Einzelhandel will seine Partei den Auswuchs der Ketten stoppen - etwa durch gezielte Förderung von "attraktivem Einzelhandel". Wochenmärkte will die CDU mit einem modernen Konzept "überarbeiten". Eine Markthalle auf dem Hansaplatz, wie sie seit Jahren in Dortmund diskutiert wird, ist aber nicht geplant.

Auch für die Gastronomie hat die CDU Pläne: So soll das Unionsviertel im Bereich der Rheinischen Straße mit der bereits vorhandenen Kneipen- und Gastronomieszene zum beliebten Ausgehviertel ausgebaut werden. 

Alle Ziele der Christdemokraten im Detail gibt es im CDU-Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2020 in NRW.

Grüne Dortmund bei Kommunalwahlen: Ziele im Einzelhandel und der Gastronomie

Die Grünen schicken als Oberbürgermeister-Kandidatin die aktuelle Bildungsdezernentin Daniela Schneckenburger ins Rennen. Der Einzelhandel soll laut ihrer Partei wohnungsnah gestärkt werden. 

Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung wollen die Grünen den kleinteiligen Einzelhandel stärken und den Leerständen mit der Förderung von "vielfältigen kreativen, sozialen und kulturellen Nutzungen" begegnen - etwa durch Pop-up-Stores. Wie die CDU setzten sich auch die Grünen gegen große Einzelhandelsansiedlungen ein - allerdings nur auf der Grünen Wiese.

Und in der Gastronomie? Dafür wollend die Grünen laut Wahlprogramm Beratungs- und Förderangebote schaffen.

Alle Ziele der ökologischen Partei gibt es im Grünen-Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2020 in NRW.

Die Linke Dortmund bei Kommunalwahlen: Ziele im Einzelhandel und der Gastronomie

Die Linken in Dortmund haben Utz Kowalewski als Oberbürgermeisterkandidaten bei der Kommunalwahl 2020, über die auch das Portal wa.de berichtet, vorgesehen. Konkret auf den Einzelhandel in Dortmund geht seine Partei in ihrem Wahlprogramm allerdings nicht ein. Nur so viel: Die Linken fordern einen Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde, was wohl auch viele Beschäftigte im Einzelhandel zugutekommen könnte. Aktuell liegt der Mindestlohn bei 9,35 Euro die Stunde.

Konkrete Pläne für die Gastronomie haben die Linken in ihrem Wahlprogramm nicht vorgesehen. 

Alle Ziele der Linken gibt es in deren Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2020 in NRW.

AfD Dortmund bei Kommunalwahlen: Ziele im Einzelhandel und der Gastronomie

Die AfD geht für die Kommunalwahl 2020 in NRW ohne OB-Kandidaten ins Rennen. In Sachen Einzelhandel hat die Partei in ihrem Wahlprogramm keine Vorschläge. Auch zur Gastronomie äußert sich die AfD nicht. Zum Thema "Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit" tritt die Alternative für Deutschland für ein Alkoholverbot auf besonders neuralgischen Orten ein.

Alle Ziele der AfD gibt es in deren Wahlprogramm für die Kommunaalwahl 2020 in NRW.

FDP Dortmund bei Kommunalwahlen: Ziele im Einzelhandel und der Gastronomie

Michael Kauch ist der OB-Kandidat der FDP für Dortmund. Ihm und seiner Partei sei es ein Anliegen, dass der Einzelhandel in der Stadt nicht durch unkoordinierte Dauerbaustellen bedroht wird. Ansonsten findet man zum Thema Einzelhandel nichts Konkretes im Wahlprogramm der Liberalen.

Die Gastronomie will die FDP stärken, in dem die Stadt Flächen dafür aktiv fördert. Anwohner-Beschwerden, Lärmschutz und die Umwandlung von Gastronomie-Flächen in Shopping-Center oder Büro-Projekte dürften nicht dazu führen, dass Gastronomie und Clubszene darunter leide. Zudem fordert die FDP die Aufhebung der Sperrstunde in Dortmund**.

Alle Ziele der Liberalen gibt es in deren FDP-Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2020 in NRW.

Piraten Dortmund bei Kommunalwahlen: Ziele im Einzelhandel und der Gastronomie

Die Piraten und ihr OB-Kandidat Christian Gebel treten für Transparenz ein, doch in Sachen Einzelhandel ist beim Blick ins Wahlprogramm nicht ganz transparent, was geplant ist. Zumindest was die Vereinbarkeit von Wirtschaft und Umwelt betrifft, lässt sich etwas finden. So sollten in Dortmund laut Piraten Unternehmen bevorzugt werden, die strenge Kriterien der Nachhaltigkeit beachten. Im Gegensatz zur AfD wollen die Piraten kein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. 

Alle Ziele der Piraten finden sich im Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2020 in NRW.

Die Rechte Dortmund bei Kommunalwahlen: Ziele im Einzelhandel und der Gastronomie

Für die Partei "Die Rechte" geht Bernd Schreyner ins Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters. Die Partei fordert die Förderung von Einzelhandels-Neuansiedlungen in den Vororten durch die Stadt Dortmund. Leerstand soll laut Wahlprogramm der Rechten in den Vororten gestoppt werden. 

Die Parteien FBI, die Bürgerliste, die Partei, DKP, Carl Draub (Einzelbewerber) und Basisdemokratie jetzt haben sich in ihren Wahlprogrammen zu den Themen Einzelhandel und Gastronomie nicht geäußert. *Berücksichtigt wurden Parteien, die aktuell im Rat der Stadt Dortmund sind, einen Oberbürgermeister stellen und/oder in allen Bezirksvertretungen zur Wahl stehen. **RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.