Kommunalwahl 2020 

"Einer-von-euch": Auch dieser Mann will Dortmunds neuer Oberbürgermeister werden - ganz ohne Partei

Ingolf Friese will ins Rathaus von Dortmund einziehen: als neuer parteiloser Oberbürgermeister
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Ingolf Friese will ins Rathaus von Dortmund einziehen: als neuer parteiloser Oberbürgermeister

Lange sah es so aus, als würden bei der Kommunalwahl 2020 nur Andreas Hollstein (CDU) und Thomas Westphal (SPD) ins Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters in Dortmund gehen. Nun tritt ein neuer Kandidat auf - und der ist parteiunabhängig. 

  • Ingolf Griese will als Oberbürgermeister-Kandidat bei der Kommunalwahl 2020 in Dortmund gegen Andreas Hollstein (CDU) und Thomas Westphal (SPD) antreten.
  • Der neue Oberbürgermeister-Kandidat ist parteiunabhängig und nach eigenen Angaben ein Dortmunder Urgestein.
  • Außerdem gilt er als äußerst aktiv auf Social-Media.

Dortmund - Nachdem Anfang September bekannt wurde, dass Dortmunds amtierender OB Sierau (SPD) bei der nächsten Kommunalwahl nicht wieder antreten wolle, dauerte es nicht lange, bis zwei neue Kandidaten auf dem Teppich standen, um das Amt des Oberbürgermeisters zu buhlen: Andreas Hollstein (CDU) und Thomas Westphal (SPD). Dann war es lange Zeit ruhig. Doch seit einigen Wochen kommt wieder Schwung in die Sache - und zwar mit Ingolf Griese.

Dortmund: Neuer OB-Kandidat für die Kommunalwahl 2020

Ingo wer? Wird sich nun so manch einer der Dortmunder Bürger fragen. Denn im Gegensatz zu Andreas Hollstein, der bislang bereits Bürgermeister von Altena ist, und Thomas Westphal, der aus den gleichen Parteireihen wie Sierau kommt und die Wirtschaftsförderung in Dortmund führt, ist Ingolf Griese ein bislang eher unbeschriebenes beziehungsweise unbekanntes Blatt. Doch das will er ändern, wie die Ruhr Nachrichten zuerst berichteten.  

Er nennt sich bereits "Oberbürgermeisterkandidat Ingolf Griese", obwohl er das offiziell noch gar nicht ist. Denn für die Zulassung zur Kommunalwahl im kommenden Jahr fehlen ihm noch einige der 470 Unterschriften, die er zur Unterstützung als neuer Oberbürgermeister von Dortmund benötigt. Bis Juni hat er noch Zeit, die fehlenden Unterschriften zu sammeln. Dennoch tritt er bereits unter diesem Titel auf und präsentiert sich vor allem im Internet und seit November auf den Social-Media-Kanälen Twitter und Facebook als neuer Kandidat

Wer ist Ingolf Griese, der neuer Oberbürgermeister von Dortmund werden will?

Doch wer ist dieser Mann, der es nun mit Westphal und Hollstein um den Einzug ins Rathaus von Dortmund aufnehmen will? "Einer-von-euch" - so heißt zumindest sein Wahlslogan auf seiner eigenen Webseite. Und dort zeigt er sich außerdem als Urgestein Dortmunds, als Sohn einer Arbeiterfamilie und als einer, der den Strukturwandel in Dortmund kennt, wie seine Westentasche. 

Er versteht sich als "Dortmundkenner", "kompetent" und "bürgernah" - und das ist es auch, was ihm an der bisherigen Politik in Dortmund fehle und was er als neuer Oberbürgermeister ändern wolle. Die Bewohner müssten mehr in die Entscheidungen der Stadt einbezogen werden und nicht, wie bislang, eine Politik betrieben werden, die an den Bedürfnissen derDortmunder Bürger vorbeigehe. "Dortmund muss bügernäher werden", so das Anliegen von Ingolf Griese. Wie genau das aussehen soll, ist allerdings unklar. Noch ist seine Webseite, ähnlich wie der 66-Jährige selbst, ein ebenfalls unbeschriebenes Blatt.

Im Trend: Ingolf Griese geht als parteiunabhängiger OB-Kandidat für Dortmund

Aber in einer Sache ist er seinen Konkurrenten voraus: Er tritt als parteiunabhängiger Kandidat an und liegt damit voll im Trend. Denn der geht in NRW hin zu parteilosen Bürgermeistern, wie der WDR berichtete. Vorgemacht haben es unter anderem die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, und Hagens OB Erik Schulz. Ingolf Griese will mit Dortmund jetzt nachziehen und als unabhängiger Einzelkandidat neutral auftreten. Das habe den klaren Vorteil, dass er nicht mit der Politik der großen, etablierten Parteien auf Bundesebene in Verbindung gebracht werde, deren Politik  oftmals zu wünschen übrig lasse.

Und dass er auf die sowieso nicht gut zu sprechen ist, gibt er auf Twitter und Facebook kund. "Der erste aus Altena, weiß überhaupt nichts, was in Dortmund los ist; der zweite Kandidat, ein Sprössling aus der Wirtschaftsförderung Dortmund, der dafür gesorgt hat, dass das Fußballmuseum jährlich etwa 900.000€ minus macht...", wettert er auf Social-Media gegen die anderen beiden Kandidaten der OB-Wahl 2020 in Dortmund. Und weiter heißt es: "Schönfärberei, betrieben auf Kosten der zahlenden Bürger Dortmunds" oder "Unglaubwürdig". Ob er mit diesen Wahlparolen auch zur Wahl antreten kann, ist noch unklar. Die Resonanz und die Zahl seiner Follower auf Twitter und Facebook ist bislang noch überschaubar.

Neuer Oberbürgermeister-Kandidat für Dortmund zeigt sich Social-Media-affin

Doch damit sich das ändert, nutzt Ingolf Griese seinen Twitter-Account wie kein anderer. Na ja, obwohl eine gewisse Ähnlichkeit mit einem internationalen Politiker hat es ja doch ein bisschen, auch wenn der parteilose OB-Anwärter sich noch etwas freundlicher auf Social-Media gibt. So richtet er mehrmals täglich Grußworte an Vereine, Institutionen oder Betriebe in Dortmund. Und will damit vermutlich zeigen: Ich bin einer von euch. 

Ob das bei den Bürgern von Dortmund gut ankommt und erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Aber Ingolf Griese zeigt sich zuversichtlich und will im Januar dann so richtig mit dem Wahlkampf loslegen. Unterstützt wird er im Gegensatz zu Andreas Hollstein und Thomas Westphal nicht von einem professionellen Team, sondern von seiner Familie. Doch die Infoflyer seien schon gedruckt. Und mit denen will er sich in der Fußgängerzone in Dortmund positionieren - sich quasi mitten unters Volk mischen, um möglich bürgernah zu sein.

Update, Dienstag (28. Januar 2020): Inzwischen stehen alle Oberbürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020 in Dortmund fest. Wir haben eine Übersicht über alle Bewerber für das höchste Amt in Dortmund.

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