Kommentar: Wie sinnvoll wäre eine Umweltspur in Dortmund?

Autos fahren in Düsseldorf. Dort wurde im April die erste Umweltspur in Betrieb genommen. Foto: Federico Gambarini/dpa
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Autos fahren in Düsseldorf. Dort wurde im April die erste Umweltspur in Betrieb genommen. Foto: Federico Gambarini/dpa

Dortmund/NRW - Düsseldorf und Essen testen die Umweltspur für E-Autos. Auch in Dortmund könnte so ein Anreiz geschaffen werden, umweltschonender von A nach B zu kommen.

Dieser Artikel entspricht der Meinung des Autoren und muss nicht unbedingt die Meinung der gesamten Redaktion widergeben.

Düsseldorf macht's vor, Essen macht mit: Die Städte testen die Umweltspur für E-Autos und Radfahrer. Auch in Dortmund könnte so ein Anreiz geschaffen werden, um umweltschonender von A nach B zu kommen.

Seit dem 15. April hat Düsseldorf eine Umweltspur mitten in der Stadt. Fahren dürfen darauf "nur" Busse, Elektroautos, Taxen, Fahrräder sowie neuerdings E-Roller. Angesetzt ist der Pilotversuch auf ein Jahr.

Jetzt zieht Essen nach. 2020 soll dort nach Düsseldorfer Vorbild gemischter und umweltfreundlicher Verkehr auf einer gemeinsamen Spur rollen. Ob das jedoch mehr ist als purer Aktionismus, muss sich erst noch zeigen.

Mittlerweile kommt Schwung in die Verkehrswende: Die Klage der Deutschen Umwelthilfe wirkte wie ein Turbo für Dortmund.

"Keine konkreten Planungen" in Dortmund

Weil unklar ist, wie stark sich Busse, Radfahrer und Taxen auf den Spuren ins Gehege kommen, sieht man solche Pläne in Gelsenkirchen derweil kritisch.

Auch in Dortmund gebe es dazu derzeit "keine konkreten Planungen", sagte Stadtsprecher Christian Schön gegenüber RUHR24. Umweltspuren seien in Dortmund allenfalls punktuell machbar und sinnvoll.

Der Grund: Sie kommen bislang nur an mehrstreifigen Straßen in Frage, auf denen mehrere Buslinien verkehren. Aus diesem Grund gibt es etwa auf dem Wall keine Busspuren. Hier müsste man gleich einen der jeweils drei Fahrstreifen umwidmen.

Doch das lohnt sich sicher noch nicht. Denn bislang steigt die Zahl der E-Autos in Dortmund eher langsam. In Unna sind sie gar Mangelware.

Fahrer von E-Autos dürfen Busspuren in Hörde nutzen

Dabei gibt es den Ansatz in Dortmund bereits seit Jahren: Denn auf der Benninghofer und der Wittbräucker Straße in Hörde dürfen E-Mobil-Fahrer seit 2016 an zwei Stellen die Busspur nutzen. Der Vorteil: Mit dem E-Auto rollen sie am Rückstau einfach vorbei. Eine weitere Spur an der Brackeler Straße ist laut Stadt in Planung.

Radfahrer dürfen auf den je 250 Meter langen Streifen jedoch nicht fahren. Das macht aus verkehrstechnischer Sicht auch Sinn. Denn zumindest im Dortmunder Süden ist der Radverkehr nicht so stark ausgeprägt, wie etwa am Stadtring.

Stadt tut etwas, um E-Mobilität zu fördern

Stellt man sich rund um die City jedoch eine Spur für E-Autos vor, könnte in Zukunft dennoch ein Schuh draus werden. Das Problem: Der Rückstau der herkömmlichen Autos wäre dann noch länger, als ohnehin schon. Davon wird die Luft in der Stadt erstmal nicht besser.

Dabei tut die Stadt bereits einiges, um die E-Mobilität in Dortmund zu fördern: Es gibt fast 200 Ladesäulen im Stadtgebiet sowie spezielle Parkplätze für E-Auto-Fahrer.

Dennoch: Städte, die eine solche Umweltspur - wenn auch zunächst testweise - einrichten, zeigen neben viel gutem Willen, dass ihnen wirklich an der Verkehrswende gelegen ist. Das würde auch Dortmund gut zu Gesicht stehen.

Dabei geht es nicht darum, herkömmliches Autofahren unattraktiv zu machen, sondern bereits jetzt umweltfreundlicheres Fahren reizvoller zu gestalten.