265 Knöllchen in diesem Jahr: Stadt Dortmund verwarnt Obdachlose

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Obdachlose schlafen häufig auf Bänken und unter Brücken. Foto: Paul Zinken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Dortmund/NRW - Obdachlose, die in Dortmund unter freiem Himmel schlafen, müssen derzeit wieder mit Verwarnungen durch das Ordnungsamt der Stadt rechnen.

Obdachlose, die in Dortmund unter freiem Himmel schlafen, müssen derzeit wieder mit Verwarnungen durch das Ordnungsamt der Stadt rechnen. In den vergangenen vier Wochen wurden Obdachlose insgesamt 50 mal verwarnt oder angezeigt.

Wie viele Obdachlose genau derzeit auf Dortmunds Straßen leben, lässt sich nicht ganz genau sagen. Die Stadt geht jedoch von etwa 400 bis 450 Menschen ohne festen Wohnsitz aus.

Und auch jetzt, wo die Temperaturen sinken und der Winter vor der Tür steht, campieren und schlafen viele Obdachlose in Dortmund in der Kälte.

Ordnungsamt reagiert auf Anwohner-Beschwerden

Doch eben das ist auf dem gesamten Stadtgebiet verboten. Von der Stadt Dortmund heißt es gegenüber Dortmund24: "Es ist untersagt, auf Straßen oder in Anlagen auf hierfür nicht besonders freigegebenen Flächen zu lagern, zu campieren oder zu übernachten." Deshalb ahnde das Ordnungsamt Verstöße mit entsprechenden Verwarnungen und Anzeigen.

Die Stadt Dortmund weist jedoch darauf hin, dass das Ordnungsamt nicht gezielt Verwarnungen an Obdachlose verteilt. Man gehe hierbei in erster Linie Beschwerden von Anwohnern oder Gewerbetreibenden nach.

Daraus resultierten in den vergangenen Wochen immerhin 50 Knöllchen an Obdachlose. Davon sprach das Ordnungsamt sieben mündliche Verwarnungen und fünf Verwarnungsgelder gegen Obdachlose in Dortmund aus. Außerdem kam es zu 38 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten.

Zum Thema Obdachlose haben wir in der Vergangenheit auf Dortmund24.de einige andere Artikel gebracht, zum Beispiel:

Die meisten Obdachlosen sind Mehrfachtäter

Jedoch versuchten die Mitarbeiter des Ordnungsamts auch, das Gespräch mit den betroffenen Personen zu suchen. Man gäbe Hilfestellung und zeige zum Beispiel alternative Übernachtungsmöglichkeiten auf.

Bei den meisten Obdachlosen handelt es sich laut Aussage der Stadt um "Mehrfachtäter". Also Wohnungslose, die bereits mehrfach vom Ordnungsamt wegen unerlaubten Campierens oder Übernachtens verwarnt wurden. Ein Verwarngeld für Verstoße beträgt übrigens 20 Euro.

Bei Nichtzahlung wird daraus dann ein Bußgeld, welches aus den bestehenden 20 Euro besteht und anschließend um 28 Euro erweitert wird.

Wie Radio 91.2 berichtet, kritisiert das Bodo-Straßenmagazin das Vorgehen des Ordnungsamts scharf. Die Obdachlosen hätten keine Wohnung als Rückzugsraum und würden für ihre Obdachlosigkeit bestraft. In den Notunterkünften der Stadt stehen lediglich Plätze für weniger als 100 Menschen zur Verfügung.

Wenig gastfreundlich hat sich auch ein Security-Mitarbeiter der Sparkasse in Recklinghausen verhalten, und eine Obdachlose offenbar mit Kot überschüttet.

265 Knöllchen alleine in diesem Jahr - wer nicht zahlt, kann in den Knast kommen

Wie der WDR berichtet, hat es allein in diesem Jahr 265 Knöllchen für Dortmunder Obdachlose gegeben. In jedem Fall wurde ein Verwarnungsgeld erhoben.

Wer das Knöllchen nicht bezahlen kann, muss mit einem Bußgeld rechnen. Wer auch das nicht zahlen kann, landet möglicherweise im Knast.