Video: So wurde das Knepper-Kraftwerk zu Schutt und Asche

Der Kühlturm des ehemaligen Kraftwerks Knepper fällt nach einer Sprengung zusammen. Foto: Marcel Kusch/dpa
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Der Kühlturm des ehemaligen Kraftwerks Knepper fällt nach einer Sprengung zusammen. Foto: Marcel Kusch/dpa

Dortmund/NRW - Am Sonntag fiel das Kraftwerk "Gustav Knepper" in Dortmund. Wir waren mit der Drohne live dabei und haben fr euch das Spektakel gefilmt.

Drei Mal knallte es, dann erinnerten nur noch tonnenweise Kohle und Schutt an das ehemalige Kraftwerk "Gustav Knepper" in Dortmund. Am Sonntag (17. Februar) fielen Kühlturm, Kesselhaus und der Schornstein in sich zusammen. Viele Schaulustige verfolgten das Spektakel.

"Alles wie geplant und ohne Komplikationen" -eine Sprecherin der Abbruchfirma Hagedorn zeigte sich nach der Sprengung voll und ganz zufrieden. 50 Jahre Industriegeschichte nahmen am Sonntag ein jähes Ende, als der 210 Meter hohe Schornstein als letztes von drei Gebäuden zu Boden donnerte.

120 evakuierte Anwohner durften auf der Tribüne Platz nehmen

Die Sprengung lief ab wie aus dem Lehrbuch, bis auf eine 20-minütige Verzögerung gab es keine Zwischenfälle.

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Um 11 Uhr sollte es eigentlich mit der Sprengung des Kesselhauses losgehen. Doch der Start verzögerte sich: Erst um 11.20 ertönte das dritte Signal zur Sprengung und das Jahrzehnte alte Kesselhaus brach in sich zusammen. Die 120 evakuierten Anwohner waren die einzigen, die das Spektakel von der extra für die Sprengung errichteten Zuschauertribüne aus verfolgen durften.

Selbst in Eving hörte man den Krach

Die Sprengung des Kesselhauses löste, obwohl es das kleinste der gesprengten Gebäude war, den wohl größten Krach aus. Selbst aus Hörde, Eving und Scharnhorst schrieben Nutzer auf Facebook, sie hätten die Sprengung gehört.

Die nächsten Sprengungen, der Kühlturm und der Schornstein, sollten eigentlich um 11.45 Uhr folgen. Doch auch dies verzögerte sich - zwischen den Sprengungen kontrollierte der Sprengmeister nochmal den Sprengstoff und prüfte, ob bei der ersten nichts schief ging.

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Immer wieder mussten Sicherheitskräfte nachgucken, ob sich Personen im Sprengradius befanden. Dazu wurden auch Spürhunde des DRK eingesetzt. Ob der Lärm ein Problem der Tiere war? "Nein, die gewöhnen sich daran und haben nach wenigen Sekunden wieder alles vergessen", teilte man uns auf Nachfrage mit.

Schornstein brauchte zwölf Sekunden, um zu Boden zu kommen

Um kurz nach 12 verabschiedeten sich auch der Kühlturm und der Schornstein aus dem Stadtbild von Dortmund-Mengede. Drei Sekunden brauchte es, dann erinnert nur noch ein Schutthaufen an den ehemaligen 130 Meter hohen Kühlturm.

Der 210 Meter hohe Schornstein brauchte dagegen zwölf Sekunden, bis er unten ankam. Entgegen der Erwartungen waren die zweite und dritte Sprengung deutlich leiser als die erste. Und das obwohl im Kühlturm sage und schreibe 150 Kilogramm Sprengstoff verbaut wurden.

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Nun wird es noch drei Monate dauern, bis die 28.000 Tonnen Schutt von dem Gelände verschwinden. Auch darum kümmert sich die Firma Hagedorn aus Gütersloh.

Das passiert nach der Sprengung mit dem Kraftwerk

Lange brach liegen wird das ehemalige Gelände des Knepper-Kraftwerks nicht. Im Jahre 2017 wurde das Gelände zum Verkauf angeboten und von einer britischen Immobilienfirma gekauft.

Diese will aus dem riesigen Gelände an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel einen Gewerbepark machen.