Klimawandel lässt Bäume in Dortmund einstürzen

In Dortmund hat ein Baum mehrere Autos unter sich begraben. Foto: RUHR24
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In Dortmund hat ein Baum mehrere Autos unter sich begraben. Foto: RUHR24

Dortmund/NRW - Drei Bäume sind in Dortmund seit dem 3. Oktober eingestürzt. Der Klimawandel, so die Stadt, habe ihren Anteil daran. Hier mehr lesen.

Drei Bäume sind in Dortmund seit dem 3. Oktober eingestürzt. Der Klimawandel, so die Stadt, habe ihren Anteil daran.

  • Nach dem Sturz von drei Bäumen in Dortmund hat die Stadt eine Erklärung.
  • Ein Pilz frisst sich in den Stamm und macht sie brüchig.
  • Die Stadt denkt jetzt aufgrund des Klimawandels über mehr Kontrollen nach.

Dortmund: Bäume machen Bürger nachdenklich

Die Umstürze großer Bäume in Dortmund lässt viele Bürger der Stadt nachdenklich werden. Was, wenn der nächste Baum beim Sonntagsspaziergang auf einen selbst fällt?

Nach dem Sturz des letzten Baumes in Dortmund, einer Kaukasischen Flügelnuss an der B1, hat die Stadt zumindest einen Verursacher benannt: den Klimawandel.

Wie bei dem Sturz des Baumes an der B1 gab es auch bei den Vorfällen an der Viktoriastraße (Innenstadt) sowie der Liebigstraße (Kreuzviertel) keine Verletzten. Man kann von Glück sprechen, dass es nur Schäden an Autos gab.

Klimawandel: Pilz machte Stamm brüchig

Der Klimawandel, sagte Lars Terme vom Dortmunder Tiefbauamt jüngst bei einem Pressetermin an der B1, habe das Wachstum eines Pilzes im Inneren des Baumes begünstigt. Der Pilz wiederum ließ die Haltewurzel des Baumes faulen. Bei der letzten Kontrolle am 7. Januar dieses Jahres sei dies nicht entdeckt worden.

Der feuchte Oktober begünstigte den Wuchs des Pilzes, die beiden letzten trockenen Sommer sorgten zudem dafür, dass der Baum unter Stress geriet und kein Holz an wichtigen Stellen anlagerte. Selbiger Pilz, der sogenannte Lackporling, war auch für den Baumsturz des Ahorns im Kreuzviertel verantwortlich.

Alarmierend: Die Kaukasische Flügelnuss ist eigentlich eine stadtklimafreundliche und windresistente Baumart. Der Baum an der B1 überstand bereits heftige Stürme der Vergangenheit. Aber gegen den Pilz blieb er machtlos. Für die Stadt ist die Kontrolle schwierig, weil der Pilz äußerlich zunächst nicht zu sehen ist.

"Können nicht in den Baum reingucken"

„Wir können nicht in den Baumreingucken“, sagt Dirk Gast, einer von zwölf Baumprüfern der Stadt Dortmund nach dem Baumumsturz im Kreuzviertel. Wenn der Pilzvon außen zu sehen ist, sei es bereits zu spät. Dann müsse der Straßenbaum gefällt werden.

Weil auch andere Baumarten vom genannten Pilz befallen sind, muss die Stadt diese jetzt Fällen. Außerdem denkt das Tiefbauamt darüber nach, die Baumkontrollen in der Stadt zu erhöhen.

Aktuell wird fast jeder Baum in Dortmund zwischen einem und vier Mal im Jahr kontrolliert - visuell. Auffällige Exemplare kommen in ein Kataster und werden dann öfter überprüft.

Ein Mitarbeiter muss bis zu circa 10.000 Kontrollen machen

In Dortmundgibt es insgesamt zwölf Baumkontrolleure – einen pro Stadtbezirk. Damit muss jeder Mitarbeiter zwischen 8.000 und 10.000 Stück im Auge behalten.

Übrigens: In der Nordstadt Dortmund muss das Wassernetz saniert werden. Dazu muss die Stadt auch Straßen sperren. 

Damit ist klar: Umstürzende Bäume lassen sich auch in Zukunft fast nicht verhindern. Die Alternative wäre: gar keine grünen Riesen mehr entlang der Straßen in Dortmund

Am 1. Advent 2019 könnte es übrigens zu einem Verkehrsproblem auf den Straßen in Dortmund kommen. Die B1 muss aufgrund von Bauarbeiten gesperrt werden.