Lockerungen für Filmtheater stehen bevor

Wiederöffnung im Mai oder Schließung für immer: Zukunft für Kinos in Dortmund ungewiss

Viele Branchen dürfen sich über Lockerungen der Coronavirus-Regeln freuen. Bald sind auch die Kinos an der Reihe. Trotzdem ist die Zukunft ungewiss.

  • Für Restaurants, Hotels oder den Einzelhandel wurden Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen.
  • Auch Theater dürfen ab September, zur kommenden Spielzeit, wieder öffnen.
  • Kino-Betreiber können ab Ende Mai auf eine Wiedereröffnung hoffen.

Dortmund - Die großen Theater in NRW haben endlich Planungssicherheit. Auch für die Kinos in NRW steht ein Termin fest. Und selbst wenn sie nicht wie Restaurants und Cafés schon am kommenden Montag (11. Mai) wieder öffnen dürfen, so haben die Kino-Betreiber endlich einen fixen Termin in Aussicht: den 30. Mai.

Kino in Zeiten des Coronavirus: Keine Planungssicherheit

Mit der kommenden Spielzeit endet aller Voraussicht nach für die größeren Theater in NRW die Coronavirus-Pause. Das gibt Planungssicherheit. Es können Vorbereitungen getroffen und Spielpläne erarbeitet werden. Ab Herbst stehen den Fixkosten endlich wieder Einnahmen gegenüber, Schauspieler können zurück auf die Bühne.

Ein Plan für die Zukunft - den schmieden nun endlich auch die Kino-Betreiber in NRW. Doch anders als für die Schauspielhäuser ist die Zukunft der Kinos derzeit noch ziemlich ungewiss. Denn die Schließung aufgrund der Coronavirus-Krise (mehr Artikel zum Thema auf RUHR24.de) ist für viele - besonders für die kleinen Filmtheater und Programmkinos - existenzbedrohend.

Dortmund: Krise bedroht das Kino 

Ein wenig Glück im Unglück hatte das Roxy in Dortmund. Da das Kino im vergangenen Jahr mit einem Kinoprogrammpreis ausgezeichnet worden war, stellte die Filmstiftung NRW dem Kino eine Soforthilfe von 5000 Euro zur Bewältigung der Krise zur Verfügung.

Trotzdem nennt Sascha Kirchhoff, Betreiber des Roxy-Kinos in Dortmund die derzeitige Situation "existenzbedrohend". "Seit der Schließung können wir keine Umsätze mehr erzielen, die monatlichen Fixkosten sind jedoch größtenteils weiterhin gegeben", so Kirchhoff gegenüber RUHR24.

Kino in Dortmund: Kaum Rücklagen

Auch auf Rücklagen könne das Kino nicht zurückgreifen. Denn selbst in guten Zeiten lebe man "von der Hand in den Mund". Die bewilligte Soforthilfe für Unternehmen des Landes könnten zwar in den "nächsten Wochen" helfen, das Kino zu erhalten, erklärte Roxy-Betreiber Kirchhoff bereits Ende April, doch was kommt dann?

Wird es dann Hilfskonzepte zur Rettung der Kinos geben? Hygieneauflagen? Wie werden sich die Besucher verhalten - werden sie Veranstaltungen weiter meiden? Fragen, die derzeit nicht beantwortet werden können. "Unsere Zukunft - wie die vieler Kinos - ist absolut offen", gibt Kirchhoff zu.

Kino in Dortmund: Optimismus in der Coronavirus-Krise bleibt

Ein wenig optimistischer schaut derweil Alexander Terzakis, Veranstaltungsleiter in der Schauburg Dortmund, die am 30. Mai unter Corona-Auflagen wieder eröffnet, in die Zukunft: "Kultur und Kunst ist ein besonderes, soziales Gut der Menschen. Wir sind uns sicher, dass die Angebote auch wieder sehr gerne genutzt werden, sobald die Möglichkeit dazu besteht."

Einige Pessimisten gingen laut DW.com allerdings davon aus, dass sich die Branche nicht vollständig erholen könnte. Filmliebhaber könnten, so die Vermutung, auch in Zukunft vermehrt auf die Angebote der  Streaming-Anbieter setzen - oder neuen Kulturangeboten frönen, wie den Angeboten der unzähligen Autokinos, die derzeit nicht nur am Kemnader See in Bochum entstehen.

Zu schaffen machen könnte den Kinos möglicherweise auch, dass sich während der Corona-Krise die Freizeitgestaltung vieler Menschen gewandelt hat. Manch einer setzt inzwischen mehr auf Aktivitäten an der frischen Luft. In Dortmund eröffnete passend dazu im Mai eine Adventure-Golf-Anlage.

Die Schließung aufgrund des Coronavirus, die bereits seit dem 16. März alle Kinos in NRW betrifft, nutzten die Betreiber der Schauburg für einige Renovierungsarbeiten. Auch der Hygienestandard wurde vorsorglich schon auf den neusten Stand gebracht: So gibt es nun Seifenspender, Desinfektionsspender, Wasserhähne mit Sensor in dem Kino, sowie einen Schutz vor der Kasse. 

Abstandsregelung: Konzept für Kino-Säle in Dortmund

Ein Schutz- und Hygieneplan, der bei einer möglichen Wiedereröffnung greifen soll, könne laut Terzakis in der Schauburg "gut umgesetzt" werden. So könne die Abstandsregelung eingehalten werden, indem beispielsweise feste Sitzplätze in den Sälen zugewiesen würden. 

Was kommt nach der Coronavirus-Krise? Vor allem kleinere Kinos bangen um ihre Existenz.

Auch freibleibende Sitze seien eingeplant. Kontaktloses Ticketing und die häufige Reinigung des gesamten Kinos seien Teil eines 15-Punkte umfassenden "Schutz- und Hygieneplans in Kinobetrieben zur Wiedereröffnung."

Kino in Dortmund: Hoffnung auf Wiedereröffnung nach dem Coronavirus

Trotzdem: Auch der Veranstaltungsleiter der Schauburg Dortmund spricht von erheblichen Umsatzeinbußen, die auch durch den Online-Gutscheinverkauf nicht wett gemacht werden können. Die Hoffnung ruht auch in diesem Kino in Dortmund auf einer "vielleicht baldigen Wiedereröffnung".

Übrigens: Viele kleine Kinos hoffen derzeit auf Spenden oder die rege Beteiligung an anderen Supportprogrammen, um die Coronavirus-Krise weiter meistern zu können.  

Rubriklistenbild: © picture alliance / Ina Fassbende

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