30. Mai dürfen Kinos wieder öffnen

Kinos dürfen wieder öffnen, doch nicht alle tun es - Dortmunder Betreiber versucht's

In NRW dürfen ab dem 30. Mai  Kinos wieder öffnen. Der Betreiber der Schauburg in Dortmund wagt das Experiment - im Gegensatz zu anderen großen Ketten.

  • Die Kinos in NRW dürfen offiziell in der Coronavirus-Pandemie ab Samstag (30. Mai) wieder öffnen. 
  • Trotz der Erlaubnis der Wiedereröffnung bleiben zahlreiche kleine Programmkinos und sogar große Ketten im Ruhrgebiet geschlossen. 
  • Die Schauburg in Dortmund wagt jedoch die Wiedereröffnung - Veranstaltungsleiter Alexander Terzakis sprach mit RUHR24.de

Dortmund - Das Licht geht aus. Voller Vorfreude greift die Hand in die Tüte mit Popcorn. Die ersten Bilder erscheinen auf der Leinwand. Das Kino hat trotz Netflix seine Magie nicht verloren, sodass die Vorfreude groß sein dürfte. Denn ab dem 30. Mai dürfen Kinos in der Coronavirus-Pandemie in NRW ihre Türen wieder öffnen.

Kinos in NRW dürfen ab 30. Mai wieder öffnen - Während der Corona-Krise ist das eine große Herausforderung

Doch die Vorfreude wird im Ruhrgebiet (alle Ruhrgebiet-Artikel von RUHR24.de) getrübt. Denn ganz so einfach ist eine Wiedereröffnung in der Coronavirus-Krise dann doch nicht. "Nein, das ist schon eine große Herausforderung", sagt Alexander Terzakis, Veranstaltungsleiter der Schauburg in Dortmund. Die Schauburg gehört zu den wenigen Kinos, die den Neustart am Samstag (30. Mai) wagen.

"Wir haben versucht, früh mit allem transparent umzugehen, wollten uns auf die Schließung einstellen und haben uns vorgenommen und vorbereitet, direkt beim Neustart dabei zu sein", erklärt Alexander Terzakis im Gespräch mit RUHR24.de. Das Kino in der Brückstraße in der Innenstadt von Dortmund hat sowohl auf der Homepage als auch in den Sozialen Medien einen kleinen Film veröffentlicht, was jetzt beim Kinobesuch auf die Gäste zukommt.

Schauburg in Dortmund wagt die Wiedereröffnung: Darauf müssen sich die Gäste einstellen

Gäste müssen ihr Kino-Ticket nun vorab bestellen und können es an der Tür vor dem Kino abholen. Erst circa 10 Minuten vor dem Filmstart wird die Tür geöffnet. Dann geht es in das Kino. Hier gilt stets: Maskenpflicht und Mindestabstand wegen der Coronavirus-Krise beachten. Der Kino-Vorführer weist die Gäste dann auf ihre Plätze in den Kinosaal zu. 

"Zwischen den Besuchern wird der Mindestabstand durch zwei freie Sitze gewährt. Zudem lassen wir eine Reihe jeweils frei", sagt der Veranstaltungsleiter. Die Maske darf während des Films abgenommen werden. Doch ganz wichtig: Was ist mit Popcorn und Getränken? Da bleibt fast alles beim Alten. Das Angebot der Schauburg in Dortmund bleibt so bestehen. Allerdings gibt es keine offenen Sachen. Popcorn gibt es nun in der geschlossenen Tüte. 

Wer auf Kinoflair nicht verzichten will, aber auch nicht in einem geschlossenem Raum mit anderen Menschen sitzen will, kann draußen Filme gucken. Bei den drei großen Open-Air-Kinos im Ruhrgebiet gibt es Kinofeeling unter freiem Himmel.

Die Schauburg, Kino in Dortmund.

 

"Es ist natürlich klar, dass wir auch noch nicht den Umsatz machen, wie sonst. Aber es ist ein Start und wir sind froh, dass wir uns vorbereitet haben", so Alexander Terzakis. Denn andere Kinos sind noch nicht so weit. Das Roxy Kino in der Münsterstraße in Dortmund will frühestens am 11. Juni wieder öffnen. 

Zu schaffen könnte den Kinos möglicherweise auch machen, dass sich während der Corona-Krise die Freizeitgestaltung vieler Menschen gewandelt hat. Manch einer setzt inzwischen mehr auf Aktivitäten an der frischen Luft. In Dortmund eröffnete passend dazu im Mai eine Adventure-Golf-Anlage.

Doch auch abgesehen davon: Für die Kinos in Dortmund ist die Coronavirus-Pandemie ohnehin ein großer Einschnitt, der auch trotz der Lockerungen und der Wiedereröffnung weiterhin existenzbedrohend sein kann. 

Kinos in Dortmund und Bochum: Wie die großen und kleinen Kinos mit der Wiedereröffnung in NRW umgehen

Ortswechsel. Bochum Bermudadreieck. Das bekannte Union Filmtheater in der Kortumstraße hat sich dazu entschlossen, die Pforten noch nicht zu öffnen. Es sei völlig unklar, unter welchen Bedingungen man den Fans aktuell das Erlebnis Kino ermöglichen kann. Zudem sei kein Verleiher aktuell bereit, einen neuen Film zu starten.

"Sobald die Politik und in deren Auftrag handelnden Behörden und Ämter ihrerseits den entscheidenden, von Vernunft und Sachverstand geprägten Schritt unternehmen und uns wieder wirkliches Kino machen lassen, werden wir sofort wieder für euch da sein", heiß es auf der Homepage. Das Kino Casablanca (ebenfalls im Bermudadreieck) will ebenfalls noch nicht öffnen. 

Große Kinos gehen sparsam mit Informationen um: Das machen UCI Bochum und Cinestar Dortmund 

Etwas kurios gestaltet sich das Vorgehen der großen Kino-Ketten UCI (Bochum) und Cinestar (Dortmund). Fakt ist, dass keines der größeren Kinos am Samstag (30. Mai) wiedereröffnen wird. Doch weder auf der Homepage noch in den Sozialen Medien geben die Kinos zu einem möglichen Wiedereröffnungstermin Informationen preis. 

Auf Anfrage von RUHR24.de heißt es seitens des UCI Bochum: "Aktuell gibt es noch keine Neuigkeiten zur Wiedereröffnung." Man würde noch um etwas Geduld bitten. Wie das Radio 91.2 Dortmund berichtet hat, wolle das Cinestar das Hygienekonzept zunächst in den Standorten Lübeck, Karlsruhe und Konstanz testen. 

Andere Kinos in Essen, Recklinghausen oder auch Lünen öffnen genau wie die Schauburg in Dortmund ebenfalls am Samstag (30. Mai) wieder die Türen. 

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa ; Collage: RUHR24