Missbrauch und Körperverletzung

Horror-Prozess in Dortmund: Mann quälte Sohn von Freundin tagelang

Der Hafen von Dortmund.
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Am Hafen von Dortmund soll es zu Misshandlungen eines Kindes gekommen sein.

In Dortmund steht ein Mann vor Gericht, der den Sohn seiner Freundin schwer missbraucht haben soll. Die Liste der Taten macht sprachlos.

Dortmund - Am Landgericht Dortmund soll in den kommenden Tagen ein Fall von Kindes-Missbrauch verhandelt werden, dessen Details schockieren: Ein 34-Jähriger soll in einer Wohnung in Dortmund den Sohn seiner Lebensgefährtin heftig misshandelt haben. Auch ein alter Bauwagen am Dortmunder Hafen wurde zum Tatort für die Quälereien.

GerichtLandgericht Dortmund
BezirkOberlandesgericht Hamm
AdresseKaiserstr. 34

Dortmund: Horror-Verhandlung über schockierenden Kindesmissbrauch

Über mehrere Tage hinweg musste der 14-Jährige das Martyrium in Dortmund über sich ergehen lassen. Schläge auf empfindlichste Körperteile, sexueller Missbrauch, Todesangst - der Junge war dem Freund seiner Mutter offenbar hilflos ausgeliefert. Doch als sich endlich ein Ausweg für den Jungen offenbarte, log dieser zunächst aus Angst und verriet seinen Peiniger nicht.

Die Taten sollen sich in einem Zeitraum zwischen Ende April und Anfang Mai dieses Jahres ereignet haben. Damals soll der nun Angeklagte mit seiner Freundin und deren Sohn in einer gemeinsamen Wohnung in Dortmund gelebt haben. Doch immer wieder, wenn die Mutter zur Arbeit gegangen war, nahmen die Misshandlungen ihren Lauf. Drei Vorfälle, bei denen es zu massiven Übergriffen auf den Jungen kam, werden nun vor dem Landgericht Dortmund verhandelt. Dem Angeklagten werden Körperverletzung, Freiheitsberaubung und sexueller Missbrauch an dem 14-Jährigen vorgeworfen.

Dortmund: Horror der Taten werden im Prozess ans Licht gebracht

Bei einem ersten Vorfall soll der 34-Jährige den Jungen zunächst mit einem Ladekabel auf Kopf und Arme geschlagen haben. Dann, in einem alten Bauwagen am Dortmunder Hafen, soll er den Halbwüchsigen aufgefordert haben, sich mit ihm zu „boxen“. Als der Junge sich weigerte, soll der Angeklagte ihn mit seinen Fäusten mehrere harte Schläge verpasst haben.

Doch als wenn die Schläge nicht bereits genug der Quälerei gewesen wären, soll es der Angeklagte in Dortmund bei einem weiteren Vorfall bis zum kaum noch Vorstellbaren getrieben haben: Zwei Stunden lang soll er den 14-Jährigen gequält und verletzt haben. Die Wohnungstür soll er für sein Vorhaben sorgfältig verschlossen haben, bevor er mit den Misshandlungen begann.

Dortmund: Angeklagter wegen mehrerer Delikte vor dem Landgericht

Nach einigen Ohrfeigen soll der Angeklagte den Jungen aufgefordert haben, sich auszuziehen um ihm weiterem Missbrauch auszusetzen. Nach einigen weiteren Schlägen mit einer Mehrfachsteckdose soll der Mann dem Jungen schließlich mehrere schmerzhafte Schläge mit der Hand auf die Hoden versetzt haben. Weiterhin soll er anschließend versucht haben, dem Kind einen Schraubverschluss einer Colaflasche in den After einzuführen - was ihm offenbar aber nicht gelang.

Video zum Kindesmissbrauch in Münster: Fall hat größte Dimension

Also setzte er seinen Missbrauch in anderer Weise fort und drückte dem Jungen laut Anklageschrift des Landgerichts Dortmund wahlweise das Knie in den Rücken oder den Fuß auf den Hals, solange, bis der 14-Jährige Luftnot bekam. Im weiteren Verlauf soll er den Jungen gezwungen haben, sich in die Badewanne in der Dortmunder Wohnung zu legen. Dort habe er laut Anklage kaltes Wasser über ihn laufen lassen, um die Schwellungen, die sich auf dem Körper des Jungen nach den heftigen Schlägen zeigten, zum Abschwellen zu bringen. Doch sobald das Kind zu zittern begann, sollen weitere Faustschläge gefolgt sein. Auch den Kopf des Jungen soll er so lange unter Wasser gedrückt haben, bis dieser erneut Atemnot erlitt.

Missbrauch in Dortmund: Junge erzählt aus Angst nichts

Nach all‘ dieser Quälerei soll der Angeklagte sein Opfer dann gezwungen haben, ihn zu massieren. Einzig von seinem Vorhaben, den Jungen zum Oralverkehr zu zwingen, soll der Angeklagte abgelassen haben, nachdem der Junge sich geweigert hatte. Dafür soll er den Jungen aus Dortmund am Ende der Tortur mit dem Tode bedroht haben - für den Fall, dass dieser jemanden etwas von dem Missbrauch erzählen sollte.

Tatsächlich schreckte der Junge zunächst auch davor zurück, von seiner Tortur zu erzählen, als er im Krankenhaus wegen seiner starken Schwellungen, Hämatome und Prellungen behandelt wurde. Aus Angst soll er den Ärzten gegenüber zunächst gelogen haben. Er sei von Unbekannten überfallen und geschlagen worden. Von dem Missbrauch erzählte er zunächst offenbar nicht.

Am 24. November muss sich der Angeklagte erstmals gegenüber dem Landgericht Dortmund für seine Taten verantworten. Während ein weiterer großer Missbrauchs-Skandal in Münster die Menschen schockiert, müssen in Dortmund immer wieder Fälle von sexuellem Missbrauch verhandelt werden - aktuell sind es sechs. Für den Angeklagten in diesem furchtbaren Fall von Kindes-Missbrauch sollen acht weitere Verhandlungstage folgen.

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