"Kinderkrankheiten" geheilt: Feuerwehr setzt auf Warn-App "NINA"

Von der Leitstelle der Feuerwehr Dortmund gehen die Warnhinweise für die App Nina raus. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
+
Von der Leitstelle der Feuerwehr Dortmund gehen die Warnhinweise für die App Nina raus. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Seit 2015 gibt es die Warn-App NINA - jetzt soll sie noch stabiler laufen, verspricht die Feuerwehr Dortmund. Einschränkungen gibt es aber trotzdem.

Die Feuerwehr setzt ab jetzt verstärkt auf NINA - also auf die App für Katastrophenwarnungen. Nach Anfangsschwierigkeiten wurde NINA aufgepeppt, jetzt soll alles stabil laufen. Ein paar Einschränkungen gibt es aber trotzdem.

Jetzt ist NINA endlich gesund! Mit ein paar Kinderkrankheiten hatten ihre Schöpfer zu Beginn zu kämpfen, jetzt haben sie ihr Baby fit für den Alltag gemacht. NINA, das ist die Notfallnachrichten-App des Bundes. In Dortmund nutzt die Feuerwehr die App, um die Bevölkerung vor Feuer, Rauch, Hochwasser oder Unwetter zu warnen.

Rückblick: 2015 ging NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) an den Start. Das Programm hatte aber Probleme mit der Ortung der Nutzer. Denn die App kann anhand von GPS-Daten erkennen, wo sich ein Nutzer aufhält und genau für diesen Bereich, falls nötig, Warnmeldungen aussprechen. Und genau das funktionierte damals nicht.

Feuerwehr setzte fünf Warnmeldungen ab

Inzwischen sind die "Kinderkrankheiten", wie sie Feuerwehrsprecher André Lüddecke nennt, geheilt. In diesem Jahr hat das System auch schon fünf Warnmeldungen an die Dortmunder Bevölkerung herausgegeben. Mal handelte es sich um Bombenfunde aus dem Weltkrieg, mal um starke Rauchentwicklung nach großen Feuern. Zuletzt bei einem Brand in Witten. Ein Feuer hatte dort das Lager eines Automobilzulieferers zerstört. Außerdem warnt die App vor Unwettern oder aber auch Geruchsbelästigung  - etwa bei Vorfällen in Chemiewerken. Die Daten dazu kommen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Einen Einfluss darauf hat die Feuerwehr allerdings nicht.

Ein weiterer Vorteil von NINA? Die App spricht nicht nur Warnungen aus, sie sagt auch, was zu tun ist, wenn der Baum brennt. So sagt NINA den Nutzern, ob sie bei großen Bränden die Fenster geschlossen halten müssen oder bei drohenden Unwettern lieber zu Hause bleiben. "Wir wollen aber versuchen, nicht zu oft Meldungen herauszugeben, damit die Nutzer nicht abstumpfen", sagt Oliver Nestler, Branddirektor bei der Dortmunder Feuerwehr. Heißt konkret: Nicht für jedes Lagerfeuer kommt die Warnung vor Rauchentwicklung.

Während die App-Nutzer durch NINA ständig auf dem aktuellen Stand über Katastrophen in unserer Stadt bleiben, hat die Warnung über das Smartphone einen Nachteil: Sie ist vom Internet abhängig und davon, dass ihre Nutzer auch nachts das Smartphone eingeschaltet lassen. Das ist bei vielen aber nicht der Fall. NINA ist also nur ein Baustein von vielen, wenn es um den Selbstschutz der Dortmunder geht. Sirenen (die in Dortmund bald reaktiviert werden) und die Nutzung von Radios und anderen Medien gehören auch dazu.

NINA ist nicht überall verfügbar

Übrigens: NINA gibt es nicht für alle Städte in Deutschland. Mit Katwarn gibt es eine ähnliche App, die zum Beispiel in Rheinland-Pfalz, Berlin oder München eingesetzt wird. "Dass es die App NINA nicht bundesweit gibt, ist unserem Föderalismus geschuldet", sagt Feuerwehrsprecher André Lüddecke. Jedes Bundesland entscheide da selbst, wie es mit der Warnung seiner Bevölkerung umgehe. Wer also regelmäßig in ganz Deutschland unterwegs ist, müsste unter Umständen auf zwei Apps zurückgreifen: NINA und Katwarn.

Info: Die Warn-App NINA könnt ihr kostenlos herunterladen. Für iOS bitte hier klicken, für Android (ab Version 4) bitte hier.