Streit um Einkaufspreise: Darum sind derzeit viele Kaufland-Regale leer gefegt

+
Kaufland ruft Lammfilets der Eigenmarke "Exquisit" zurück. Foto: Andreas Gebert/dpa 

Dortmund/NRW - Wer seine Einkäufe bei Kaufland erledigt, wundert sich derzeit vielleicht über leere Regale. Die Handelskette streitet sich mit Unilever um Produkt-Preise.

Wer seine Einkäufe bei Kaufland erledigt, wundert sich derzeit vielleicht über leere Regale. Grund hierfür ist, dass die Handelskette sich aktuell mit dem Lebensmittelkonzern Unilever im Streit befindet. Das hat Konsequenzen für viele Produkte bei Kaufland.

In Kauflands Gängen finden Kunden derzeit leer gefegte Regale vor. In den Regalen liegen lediglich Zettel, die den Grund für die fehlende Ware erklären. Ein Zustand, der von Dauer sein könnte.

Wie Andrea Kübler, Pressesprecherin der Kaufland KG, auf Anfrage von Dortmund24 mitteilt, streiten sich Kaufland und der Konsumgüterhersteller Unilever um Geld. Konkret ginge es um Preise und Einkaufsbedingungen.

Kaufland listet fast 500 Unilever-Produkte aus

Die Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen laufen bereits seit Juni. Ohne Erfolg: Im September hat Kaufland in seinen 650 Märkten in Deutschland fast 500 Markenartikel von Unilever ausgelistet. Für Kaufland-Kunden bedeutet das: Sie werden bis auf weiteres nicht mehr angeboten.

In nächster Zeit müssen Kunden der Lebensmittel-Handelskette also unter anderem auf Produkte von Knorr, dessen Konzern jetzt vor dem Aus steht, Mondamin, Pfanni, Bertolli, Unox, Lipton, Ben & Jerry’s, Langnese und Magnum verzichten. Und auch Haushalts- sowie Pflegeprodukte von Coral, Viss, Domestos, Dove und Axe sind betroffen.

Die kurzfristigen und drastischen Preiserhöhungen machten es Kaufland nicht möglich, seinen Kunden neben großer Auswahl und bester Qualität auch den besten Preis zu bieten, heißt es von Kaufland Deutschland. Man sei jedoch offen für konstruktive Gespräche mit Unilever und stehe nach wie vor in Kontakt.

Preiskampf betrifft auch Märkte in Osteuropa

"Wir bedauern die eingeschränkte Auswahl, die diese Entscheidung für unsere Kunden derzeit bringt. Gleichzeitig sind wir fest davon überzeugt, dass unsere große Sortimentsvielfalt aus starken Marken und Eigenmarken unseren Kunden viele attraktive Alternativen für den Wocheneinkauf bietet", so Kübler.

Ob es jedoch zu einer schnellen Einigung zwischen den Konzernen geben wird, ist fraglich. Ulli Gritzuhn, Unilevers Chef für Deutschland, Österreich und Schweiz, sagte im "Welt"-Interview: Es sei nicht auszuschließen, dass sich der Fall noch weit ins nächste Jahr hineinziehen könne. "Ich kann nicht von weißem Rauch reden."

Und der Konflikt betrifft keineswegs nur die Kaufland-Märkte in Deutschland. Die Kette hat Unilevers Produkte nämlich nicht nur in Deutschland aus ihren Supermarkt-Regalen genommen, sondern auch in Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Polen, Rumänien und Bulgarien - und trägt damit den Streit über die Preise auch ins Ausland.

In Dortmund gibt es fünf Kaufland-Filialen. Die Supermärkte in der Innenstadt-Nord, der Innenstadt-Ost sowie in Hombruch, Mengede und Aplerbeck sind ebenfalls von den Problemen betroffen.