Bild: Malin Annika Miechowski

Durch die große Hitze-Welle in diesem Sommer muss nun ein Dortmunder Lokal die Preise für Kartoffel-Speisen erhöhen. Die Kunden bekommen das nun auch zu spüren.

Tiefer in die Tasche greifen muss man neuerdings, wenn man beim Food-Laden „Salatherzen“ in der Dortmunder City Ofenkartoffeln bestellen möchte. Darauf macht der Imbiss an der  Viktoria / Ecke Kleppingstraße mit Aushängen aufmerksam. Der Grund: Durch die schlechte Kartoffel-Ernte erhöhten die Landwirte die Preise für das Gemüse.

Saftige Kartoffeln für saftige Preise

Ganze 30 Prozent teurer ist es nun für den Laden, Kartoffeln einzukaufen. Bislang konnte man das noch verschmerzen, aber was zu viel ist, das ist zu viel. Die Preise mussten angepasst werden. Trotzdem seien die Kunden sehr verständnisvoll und würden sogar nachfragen, wenn sie den Aushang lesen, wie eine Mitarbeiterin des Lokals Dortmund24 erzählt.

Die Deutschen Landwirte sprechen in diesem Jahr sogar von „einer der kleinsten Kartoffelernten, die wir jemals in Deutschland hatten“, wie Martin Umhau, Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und Kartoffelbauer aus dem sächsischen Oschatz, sagt.

Durch die Hitze-Welle im Sommer und den darauf folgenden Kartoffelmangel müssen bei „Salatherzen“ Preise erhöht werden.

Wenig Pommes für viel Geld?

„Eine Currywurst ohne Pommes.“ Wer sich bald an einer der vielen Wurstbuden die beliebte Kombination von Wurst und Fritten schmecken lassen will, der muss womöglich ab nächstem Jahr mehr bezahlen oder auf die goldgelbe Beilage verzichten. Denn auch hier rechnet man ab 2019 mit den Auswirkungen, wie eine Mitarbeiterin einer Dortmunder Innenstadt-Wurstbude berichtet.

Landwirt Martin Umhau unterstreicht gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa) diese Befürchtungen. Es gäbe Prognosen, wonach die deutsche Kartoffelernte in diesem Jahr wegen der Dürre zwischen 8,5 Millionen und 10 Millionen Tonnen betragen könnte. Im Vorjahr hatte sie noch bei 11,7 Millionen Tonnen gelegen, sagte Umhau vor dem Auftakt der zweitägigen Kartoffelfachmesse PotatoEurope, die an diesem Mittwoch begonnen hat.

Currywurst ohne Pommes? Ist eigentlich undenkbar. Foto:  dpa

Experten schlagen Alarm

Knollen in Übergröße benötigt man normalerweise für die Herstellung von Pommes, welche momentan aber nun kaum bis gar nicht verfügbar seien. Das teilt Horst-Peter Karos, der Geschäftsführer des Bundesverbandes der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) der dpa mit. Durch die Dürre stellten die Kartoffelpflanzen das Wachstum ein, sobald sie unter Stress stünden. Das heiße für die Industrie, dass die Pommes aus kleinen Kartoffeln dann kürzer seien. Zukünftig bedeutet das wohl: Kleinere Kartoffeln kochen:

(mit dpa Material)