Karstadt und Kaufhof vor der Fusion: Verliert Dortmund ein Kaufhaus?

Galeria Kaufhof am Westenhellweg. Foto Sandra Schaftner/RUHR24
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Galeria Kaufhof am Westenhellweg. Foto Sandra Schaftner/RUHR24

Dortmund/NRW - Die beiden großen Kaufhäuser Karstadt und Kaufhof prägen den Westenhellweg. Kaum vorstellbar, wenn eines von beiden verschwinden würde. Aber die Gefahr einer Schließung ist gestiegen. Denn die beiden Häuser planen zu fusionieren. Welche Auswirkungen hat das für Dortmund?

Die beiden großen Kaufhäuser Karstadt und Kaufhof prägen den Westenhellweg. Kaum vorstellbar, wenn eines von beiden verschwinden würde. Aber die Gefahr einer Schließung ist gestiegen. Denn die beiden Häuser planen zu fusionieren. Welche Auswirkungen hat das für Dortmund?

Nur 200 Meter trennen die beiden Konkurrenten Karstadt und Galeria Kaufhof am Westenhellweg, wo jetzt die beliebte Filiale "Flying Tiger" schließt, voneinander. Doch Konkurrenten sind die beiden Warenhäuser nicht mehr lange - zumindest was die unternehmerische Sicht angeht. Noch in diesem Sommer wollen die Firmen laut ihren Plänen fusionieren.

Wie mehrere Medien berichten, könnten dadurch deutschlandweit ungefähr 15 Filialen wegfallen. Die Kaufhäuser haben dies jedoch noch nicht bestätigt. Hoch ist das Risiko aber wohl besonders in Städten, in denen es Filialen beider Häuser gibt. Wie in Dortmund, wo die Geschäfte am Westenhellweg fast in Sichtweite beieinander liegen.

Könnten beide Kaufhäuser überleben? Dazu hat sich bisher weder Karstadt noch Kaufhof geäußert. Dirk Rutenhofer, Vorsitzender des Cityrings in Dortmund, hält das jedoch auf lange Sicht für unwahrscheinlich. "Am langen Ende würde eines der beiden Häuser geschlossen werden", sagt Rutenhofer gegenüber Dortmund24. Und das "lange Ende" ist nicht mehr weit entfernt. "Das würde nicht erst in zehn Jahren sein", so Rutenhofer.

Der Cityring-Vorsitzende hält eine Schließung im Falle der Fusion für unvermeidlich. "Das wird sich keiner leisten können, zwei dieser Häuser fast nebeneinander zu betreiben", sagt er. Karstadt und Kaufhof seien die größten Anbieter im deutschen Einzelhandel. Sie hätten nahezu deckungsgleiche Sortimente. Die Erfahrungen bei anderen Fusionen hätten gezeigt, dass am Ende immer Einsparungen stünden.

Vermutlich trifft es Kaufhof

Aber welcher Standort würde schließen? Karstadt oder Kaufhof? Dazu hat sich bisher keines der beiden Unternehmen geäußert. Doch Karstadt hat erst vergangenes Jahr seine Fassade saniert. Und dieses Jahr baut das Möbelhaus im Inneren um. Es liegt also nahe, dass das renovierte Gebäude bestehen bleibt - und Kaufhof geräumt wird.

Für Rutenhofer ergibt sich durch die Schließung eines Standorts aber noch eine andere Problemstellung: "Wenn so ein großes Haus leer steht, muss es einer Nutzung zugeführt werden", sagt er. Die Lage vieler Einzelhändler sei aber "nicht rosig".

Karstadt-Betriebsrat Gerhard Löpke dagegen glaubt nicht an eine Schließung in naher Zukunft. Gegenüber den Ruhr Nachrichten sagte er: "Dortmund ist stark genug für zwei Kaufhäuser." Jedoch hat er Bedenken, dass Arbeitsplätze wegfallen könnten. "Die Befürchtung bei solchen Fusionen ist immer, dass bei Personalkosten und Mitarbeitern gespart wird", sagte er den Ruhr Nachrichten. In Dortmund arbeiten bei Karstadt etwa 300 Menschen, bei Kaufhof laut dem Unternehmen 106.

Voraussichtlich weniger Rabatte

Doch nicht nur Mitarbeiter könnten von der Fusion betroffen sein. Auch die Kunden könnten Änderungen zu spüren bekommen. Zwar sollen laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung die Namen Karstadt und Galeria Kaufhof vorerst bestehen bleiben. Aber die Rabattschlachten zwischen den beiden Häusern wären beendet. Heißt: Die Kunden müssten mit weniger günstigen Angeboten rechnen.

Rutenhofer findet das plausibel: "Im Zweifel wird eine Fusion auch Auswirkungen auf den Preis haben", sagt er. Einen ebenbürtigen Konkurrenten hätten die beiden Kaufhäuser in der Dortmunder Innenstadt nicht mehr. Es gibt jedoch auch viele kleinere Geschäfte, mit denen sich das Sortiment der Kaufhäuser überschneidet. "Es wird sich zeigen, wer da Paroli bieten kann", sagt der Cityring-Vorsitzende. Der Wettbewerb sei kreativ.