"Kalter-Krieg-Sirenen": Dortmund rüstet auf

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Dortmund/NRW - Schon Anfang 2018 könnten die ersten Notfall-Sirenen in wichtigen Teilen Dortmunds stehen. Das System basiert auf Erfahrungen aus dem Kalten Krieg.

Spätestens in zwei Jahren sind sie wieder zurück: Dortmunds Sirenen für große Notfälle. Von den Warngeräten aus der Zeit des Kalten Krieges soll es eine Neuauflage geben.

Wenn der Ernstfall in Dortmund eintritt, wenn Martinshörner zu hören und Blaulicht zu sehen ist, wenn Rauch über der Stadt hängt oder das Wasser an den Flüssen steigt, dann werden die meisten Menschen wohl zum Handy greifen, um sich zu informieren. Und in Zukunft sollen zusätzlich Sirenen Alarm schlagen. Für Menschen, die kein Handy besitzen, für andere, die gerade schlafen oder keine Möglichkeit haben, sich zu informieren.

Ab August 2017 sollen in Dortmund die ersten Sirenen im Stadtgebiet angebracht werden, Anfang 2018 soll dann die erste Ausbaustufe erreicht sein. Zuerst werden die Sirenen im Bereich zwischen Hafen und Brackel sowie zwischen Königswall und Brechten installiert. In diesem Bereich liegen viele Unternehmen, die für die Feuerwehr von besonderer Bedeutung sind. Sie zählen nämlich zu den so genannten „Störfallunternehmen“ und handeln mit Öl, Gas oder Chemikalien.

100 Sirenen für Dortmund

Erst danach folgen zwei weitere Ausbaustufen. In der zweiten werden Sirenen am Wall, den Autobahnen und Bundesstraßen und auch entlang der Bahnstrecken aufgestellt. In einem dritten Schritt bekommt der Rest der Stadt die Sirenen-Anlagen. 100 Stück soll es am Ende in ganz Dortmund geben. Zu Zeiten des kalten Krieges waren es noch 180. Da sich die Technik verbessert hat und die Geräte leistungsstärker sind, braucht man nicht mehr all zu viele wie einst.

Während Teile der Bevölkerung mit Skepsis auf die Sirenen reagieren könnten, hält die Feuerwehr die Technik für eine gute Sache. Immerhin kann man damit fast die gesamte Bevölkerung warnen. "Uns Fachleuten war es schon immer klar, dass wir die Sirenen wieder brauchen. Von daher sind wir froh, dass wir sie jetzt wieder installieren dürfen", sagt Oliver Nestler, Abteilungsleiter "Einsatz" bei der Feuerwehr Dortmund.

Damit die Sirenen auch zuverlässig arbeiten, sollen sie - wie heute noch auf dem Lande üblich - in regelmäßigen Abständen getestet werden. Gut möglich also, dass in Dortmund bald wieder Sirenengeheule zu hören ist.