Dortmund ist seit letztem Sommer um eine Partylocation reicher: das Junkyard in der Nordstadt. Am Samstag sollte die Halle zum bereits fertigen Open-Air-Gelände eröffnen. Doch das muss jetzt verschoben werden.

Dortmund – Kultur an einem Ort, wo einst Autos verschrottet wurden: Es ist diese spezielle Geschichte, die das Junkyard zu einem der außergewöhnlichsten Orte in Dortmund macht. Ein ehemaliger Schrottplatz, der als Ort der Kultur dient, das sei auch in ganz Deutschland außergewöhnlich, sagt Rauffie vom Team Junkyard. Dementsprechend groß ist in den letzten Tagen der Medienrummel um das Gelände an der Schlägelstraße in der Nordstadt.

Junkyard ist Ort für „Szenegrößen“

Neben den Open-Air-Veranstaltungen sollen hier demnächst auch Indoorkonzerte stattfinden, für die es in Dortmund noch keine entsprechenden Hallen gibt. „Szenegrößen“ und nicht etwa die ganz großen Nummern können hier dann vor bis zu 300 Zuschauern auftreten. Musik, Party, dazu literarische Abende (zum Beispiel mit der Nordstadtgröße Sascha Bisley) – das ist das vorgesehene Programm des Junkyards.

In der Nordstadt gibt es seit 2016 eine neue Locations für Konzerte und andere Kulturveranstaltungen: das Junkyard. Foto: Team Junkyard
Ein paar Relikte aus der Schrottplatzzeit zieren das Außengelände des Junkyards. Foto: Team Junkyard

Ortsbesuch: Hohe Backsteinmauern umschließen den ehemaligen Schrottplatz in der Nordstadt. Ein schweres Portal versperrt die Sicht aufs Gelände. Noch sind Geräusche von Bauarbeiten zu hören. Denn wo am Samstag (4. Februar) eigentlich die große Eröffnung der Eventhalle stattfinden sollte, müssen Korrekturen gemacht werden. „Baurechtliche Arbeiten“, nennt Rauffie sie. Man nehme die Verantwortung für die Sicherheit der Gäste sehr ernst und kooperiere in dieser Sache eng mit der Stadt Dortmund.

„Machen, worauf wir Bock hatten“

Rauffie, der bürgerlich Raffael Siddique heißt, gehört zum Team Junkyard. Das ist eine Gruppe von Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern, die gerade dabei sind, „das zu machen, worauf wir wirklich Bock hatten.“

Wo einst Autos verschrottet wurden, ist jetzt einer der außergewöhnlichsten Event-Locations in Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Gemeint ist eine 2000 Quadratmeter große Eventlocation, die durch das Flair ihrer Hässlichkeit glänzt. Alles ist irgendwie used, vintage, man nenne es, wie man es will. Aber das Team Junkyard hat verstanden, aus Dreck Gold zu machen. Alte Autoreifen wurden mit Kordeln zu Sesseln umgebaut, Ölfässer dienen als Ablage für Carlsberg, Astra oder Cola von Red Bull. Und ein ausgedienter Frachtcontainer ist die Bar. Man merkt hier schnell: Das Junkyard ist anders, als die übrigen Locations in Dortmund. „Wir sind nicht schickimicki. Bei uns gibt es kein Klassendenken, hier kann jeder sein, wie er will“, sagt Siddique. Ein bisschen Anarchie, ein bisschen alternativ. Kurz: Das Junkyard ist unkonventionell. Und das scheint den Nerv vieler Dortmunder zu treffen.

Info: Der Startschuss für die neue Eventlocation an der Schlägelstraße 52 wurde auf den 24. Februar um 23 Uhr verschoben. An diesem Abend gibt es Mashup und das Beste aller Genres.