Jetzt geht es los: Kameras in Brückstraße werden scharf gestellt

Vidoüberwachung im Dortmunder Brückstraßenviertel
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Vidoüberwachung im Dortmunder Brückstraßenviertel

Dortmund/NRW - Die Kameras sind scharf! Ab heute Abend (16. Dezember) werden die fünf Kameras im Brückstraßenviertel eingeschaltet - mit Einschränkungen.

Die Kameras sind scharf! Ab heute Abend (16. Dezember, 22 Uhr) werden die fünf Kameras im Brückstraßenviertel eingeschaltet. Eine 24-Stunden-Überwachung wird es allerdings nicht geben.

Dortmund - Seit ein paar Wochen hängen sie schon da, wie an einer Perlenkette gereiht. Fünf Kameras, die Kriminellen zeigen sollen, dass die Polizei ein Auge auf sie hat. "Die Kameras sollen große Unsicherheit für diejenigen bringen, die Böses im Schilde führen", sagt Polizeipräsident Gregor Lange.

Dass es am Ende die Brückstraße geworden ist, die die Polizei als Teststandort für das 115.000 Euro teuere Überwachungsprojekt ausgewählt hat, ist kein Zufall. Bis zu 33 Prozent aller Straftaten im Innenstadtbereich finden zwischen dem Platz von Leeds und dem Königswall statt - und das soll sich ändern.

Hier sind die fünf Kameras installiert:

Ein Jahr lang dauert die von der Landesregierung angeordnete Testphase. Danach, so Lange, werde sich zeigen, ob die Kameras hängen bleiben. Und dann wird entschieden, ob in Zukunft auch andere Straßenzüge in Dortmund durch Kameras der Polizei überwacht werden. "Ausgeschlossen ist das jedenfalls nicht", sagt der Dortmunder Polizeipräsident. Einzige Voraussetzung: Es darf kein sogenannter "Verdrängungseffekt" stattfinden, wenn die Kameras hängen. Heißt: Die Kriminalität darf sich durch die Kameras nicht einfach in andere Straßen verlagern.

Kameras sind nicht 24 Stunden eingeschaltet

Zwei zusätzliche Arbeitsplätze sind bei der Polizei für die Überwachung der Brückstraße geschaffen worden. Das soll reichen. Denn die Ausgehmeile wird in Zukunft nicht etwa 24 Stunden und sieben Tage die Woche beobachtet, sondern nur von Freitag bis Sonntagmorgen. Und da auch nur in der Zeit von 22 bis 7 Uhr. Ausnahme: An Altweiberfastnacht oder ähnlichen Terminen werden die Kameras auch unter der Woche von 22 bis 7 Uhr angeschmissen. Zwei Wochen wird das Videomaterial gespeichert und anschließend vernichtet - wenn es nicht zu Beweiszwecken dient.

Und warum wird nur nachts und am Wochenende und nicht rund um die Uhr überwacht, wenn die Kameras denn schon hängen? Die Polizei begründet es mit sogenannten Kriminalitätsspitzen, die an der Brückstraße immer an den Wochenenden in den Nachtstunden erreicht werden. Heißt: An anderen Tagen und zu anderen Zeiten geht es hier ähnlich ruhig zu, wie in anderen Straßen in der Dortmunder Innenstadt auch. In der Konsequenz schränkt das wiederum die Möglichkeiten der Videoüberwachung ein. Wo es keine hohe Kriminalitätsrate gibt, sind Kameras laut Polizeigesetz nur schwer durchsetzbar. "Wir tun das ganze nicht im luftleeren Raum, wollen die Menschenrechte einhalten", sagt Gregor Lange, der betont, "keinen Polizeistaat" in Dortmund einführen zu wollen. "Mehr Überwachung geht einfach nicht."

Dortmund steht nicht allein da

Dortmund ist in Sachen Videoüberwachung übrigens nicht allein in Deutschland. Städte wie Berlin, Hamburg oder Mannheim haben genauso Kriminalitätsschwerpunkte, die mit Kameras überwacht werden. Auf der Hamburger Reeperbahn zum Beispiel wird seit 2006 gefilmt, was wiederum auf Kritik seitens der Anwohner stößt. Sie fühlen ihr Recht auf auf informationelle Selbstbestimmung gestört. Und auch in Dortmund gab es Befürchtungen, die Polizei könne mit den Kameras in benachbarte Wohnungen schauen. Bleibt abzuwarten, welche Effekte die Kameras am Ende auf die Zahl der Delikte auf der Brückstraße haben. In einem Jahr wird abgerechnet.

Update, Samstag (20. Juli), 12.05 Uhr: Rund drei Jahre nach der Einführung der Videoüberwachung in der Brückstraße forciert die Polizei Dortmund selbiges in der Münsterstraße in der Nordstadt. Die Planungen liefen für einen Start Anfang 2020 auf Hochtouren.