Angebote auf der Jagdmesse

Ärger um "Jagd und Hund": Tierschützer werfen Stadt Dortmund Geldgier vor

Die Messe "Jagd und Hund" in den Dortmunder Westfalenhallen steht bei Tierschützern wieder mal in der Kritik.
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Die Messe "Jagd und Hund" in den Dortmunder Westfalenhallen steht bei Tierschützern wieder mal in der Kritik.

Die Messe "Jagd und Hund" in den Westfalenhallen in Dortmund sorgt einmal mehr für Ärger bei Tierschützern. Sie werfen der Stadt Geldgier vor.

  • Die Messe Westfalenhallen Dortmund veranstaltet jedes Jahr die "Jagd und Hund".
  • Die größte Jagdmesse Europas steht bei Tierschützern jedoch seit längerer Zeit in der Kritik.
  • Mehrfach forderten sie die Abschaffung der Trophäenjagdangebote auf der Messe.

Dortmund - Die Dortmunder Messe "Jagd und Hund" sorgt derzeit erneut für erhitzte Gemüter vieler Tierschützer. Der Grund: Auf der Messe in den Westfalenhallen werden nach wie vor sogenannte Trophäenjagdreisen angeboten.

Messe

Jagd & Hund

Veranstalter

Messe Westfalenhallen Dortmund

Entstehung 

1982

Angebot

Jagdbekleidung- und zubehör, Jagdhunde, Jagdwaffen, Reisen u.a.

Messe "Jagd und Hund" in Dortmund: Tierschützer verfassen Brief an OB Sierau

Und das, obwohl mehrere Tierschutzorganisationen mehrfach auf diese "tier- und artenschutzwidrigen Form der Jagd" hingewiesen und sich für eine Ablehnung dieser Angebote ausgesprochen hatten. Die Bemühungen blieben ohne Erfolg. Mitte Mai lehnte der Dringlichkeitsausschuss des Dortmunder Stadtrates, den Antrag der Fraktion Linke & Piraten, die Vermarktung von Trophäenjagdreisen in den Westfalenhallen zu beenden, ab.

Das geht aus einem aktuellen Brief der Tierschützer an Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau hervor. In dem Schreiben, das außerdem an die Messeleitung der Westfalenhallen sowie die einzelnen Fraktionen adressiert ist, heißt es weiter, dass man zuletzt eindringlich darum gebeten habe, den Jagdangeboten auf der "Jagd und Hund" keine Plattform mehr zu bieten.

Messe "Jagd und Hund" in den Westfalenhallen: Tierschützer werfen Stadt Dortmund Geldgier vor

Nun werfen Tierschutzorganisationen wie Pro Wildlife, Deutscher Naturschutzring (DNR) und Animals United der Stadt Dortmund Geldgier vor. Denn Norbert Schilff, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, habe in der Begründung explizit erklärt, finanzielle Interessen der Stadt hätten zur Ablehnung des Antrages geführt.

"Das heißt im Klartext, dass die Stadt Dortmund damit aktiv und vor allem aus kommerziellem Eigeninteresse unendliches Tierleid und den Verlust von Biodiversität unterstützt. Dabei zeigt die aktuelle Corona-Pandemie, wie fatal es ist, die Natur immer mehr auszubeuten und Biodiversität zu zerstören", heißt es in dem Brief an OB Sierau.

Messe "Jagd und Hund" in Dortmund: Tierschützer kritisieren Reisen zur Trophäenjagd

Aus guten Gründen sei die Trophäenjagd heute umstrittener denn je. Hierzu verweisen die Tierschützer in ihrem Schreiben auf einen aktuellen Beitrag des ZDF-Politmagazins Frontal21. Dieser verdeutliche die Kritik an solchen Jagden. "Authentisches Videomaterial zeigt Jäger, die in einefliehende Elefantenherde samt Jungtieren schießen, oder die der Anblick einer getroffenen Giraffe in Hochstimmung versetzt", so die Verfasser.

Dabei warne ein Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) davor, dass eine Million Tierarten vom Aussterben bedroht sind – die direkte Ausbeutung sei eine der Hauptursachen. Deshalb würden in dem ZDF-Bericht auch die Jagdreiseangebote auf der Dortmunder Messe "Jagd & Hund" und die Rolle der Westfalenhallen GmbH zu Recht kritisch beleuchtet, so die Tierschützer.

Auf der Messe "Jagd und Hund" finden unter anderem Greifvogelvorführungen statt.

Tierschutzgesetz untersagt Trophäenjagd: Messe-Angebot von "Jagd und Hund" in Dortmund in der Kritik

Tatsächlich ist in Deutschland die Jagd auf Tiere, die allein darauf zielt am Ende eine Trophäe in den Händen zu halten, laut den unterzeichnenden Tierschutzorganisationen nicht erlaubt. Konkret heißt es in Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, dass demjenigen eine Freiheitsstrafe oder Geldstrafe droht, der ein Tier ohne vernünftigen Grund tötet.

Laut den Tierschützern seien bei vielen Jagdreisen im Ausland außerdem Tötungsmethoden zugelassen, die hierzulande verboten sind: So sollen dort etwa Pfeil und Bogen, Armbrust oder Revolver zum Einsatz kommen. Auch ein Jagdschein sei bei den angebotenen Jagdreisen in der Regel nicht erforderlich.

Nächste "Jagd und Hund" in Dortmund bereits für 2021 in Planung

Im Februar kommenden Jahres ist die nächste "Jagd und Hund" in Dortmund geplant. Es wird sich zeigen, ob die Messe Westfalenhallen und die Stadt Dortmund die Bemühungen der Tierschützer ernst nehmen. Wenn nicht, wird es aller Voraussicht nach wieder ein großes Angebot für die umstrittenen Jagdsafaris geben.

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