Tier- und Artenschutz

„Jagd und Hund“ in Dortmund: Kritiker sehen erste Erfolge bei umstrittenem Angebot

Die Jagd und Hund-Messe in Dortmund erntet stets Kritik für das Angebot der Trophäenjagdreisen. Die Grünen melden sich jetzt mit einem vorläufigen Fazit.

Dortmund – Die Westfalenhallen in Dortmund sind zurzeit Austragungsort der „Jagd und Hund“-Messe. Dort werden auch Trophäenjagdreisen angeboten. Diese Art zu jagen wird jedoch seit Jahren großflächig von der Gesellschaft, von Organisationen und mehreren Parteien scharf kritisiert.

MesseJagd und Hund-Messe
AustragungsortDortmund, Westfalenhallen
Zeitraum7. bis 12. Juni 2022

Dortmund: Angebot der Trophäenjagdreisen auf der „Jagd und Hund“ ist zurückgegangen

In den Dortmunder Westfalenhallen ist in diesem Jahr laut Ausstellungsverzeichnis die Anzahl der Unternehmen, die Trophäenjagd anbieten, von 150 Anbietern auf 50 gesunken. Die Grünen haben sich jetzt zu diesem Rückgang geäußert und zeigen sich durchaus erfreut über die dezimierte Zahl.

Das Dortmunder Ratsmitglied Jacques Armel Dsicheu Djiné bewertet die Entwicklung positiv: „Repräsentative Umfragen zeigen, dass mehr als 89 Prozent der Menschen Jagdtrophäenreisen ablehnt. Dies schlägt sich nun auch zunehmend in Dortmund nieder.“

Und weiter: „Die kleiner werdende Anzahl von entsprechenden Aussteller*innen macht einen Ausschluss für die Zukunft immer einfacher. Die „Jagd und Hund“ kann in Zukunft auch ohne die Anbieter*innen von Trophäen Jagdreisen erfolgreich sein“, so Dijné (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Zu Beginn des Jahres hatte die Partei sogar ein Verbot von Jagdreise-Angeboten gefordert. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt – die Mehrheit der Ratsmitglieder stimmte gegen ein sofortiges Verbot. Dass nun dennoch deutlich weniger Anbieter auf die Jagd und Hund-Messe gekommen sind, bewerten die Grünen zumindest als Teilerfolg.

Dortmund: Nach Diskussionen um die Messe will OB Westphal Ethikkommission errichten

Auch Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal nimmt sich die Forderungen der Grünen zu Herzen. Im Zuge der Debatte rund um die “Jagd und Hund“-Messe in Dortmund hatte er bereits 2020 die Idee einer Ethikkommission entwickelt. Eine solch rund achtköpfige Kommission solle künftig über ethische Fragen beruflich, wissenschaftlich und konzeptionell diskutieren und Entscheidungen fällen – passiert ist bislang jedoch nichts.

Die Jagd und Hund-Messe in Dortmund: Die Grünen kritisieren die Trophäenjagd.

Das Angebot der Trophäenjagdreisen ist deshalb so kontrovers, weil das wirtschaftliche Interesse der Messe und die ethischen Tierschutzgedanken direkt gegenüberstehen. OB Westphal und Teile des Stadtrats erhoffen sich durch die Ethikkommission mehr Expertise und Klarheit in ähnlich komplexen Entscheidungsfragen. Eine Anfrage an die Stadt Dortmund, wann die geplante Ethikkommission ins Leben gerufen wird, liegt von RUHR24 vor.

Rubriklistenbild: © Sabrina Wagner/RUHR24; Christian Spicker/Imago; Bündnis 90/Die Grünen/Dortmund; Jagd und Hund; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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