Welche Firmen es trifft

Corona-Krise in NRW: „Insolvenzwelle rollt in Dortmund an“

Menschen mit Maske auf dem Westenhellweg in Dortmund
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Auf Dortmund könnte eine Insolvenzwelle zurollen. Doch welche Firmen sind besonders betroffen?

Die Corona-Krise nagt weiterhin auch an der Wirtschaft. Einigen Geschäften und Branchen in Dortmund geht es besonders schlecht.

Dortmund/NRW - Restaurants und Kultureinrichtungen sind im Lockdown geschlossen und der Einzelhandel klagt über Umsatzeinbußen: Die Corona-Krise wirkt sich auf die Wirtschaft aus. Wie ist der Stand in Dortmund?

StandDortmund
Einwohner588.250 (2020)
Fläche280,7 km²

Dortmund: Corona-Krise gefährdet mehrere Branchen - droht die Insolvenzwelle?

Insgesamt sind 17.374 Firmen in Dortmund angemeldet. Das geht aus der Auflistung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Welche davon am deutlichsten unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise leiden, lässt sich vor allem in Branchen unterteilen.

Laut den Ruhr Nachrichten (Bezahlartikel) sind die Sorgenkinder derzeit Gastbetriebe, Messebauer, Reisebüros, Kinos und das Veranstaltungsgewerbe. „Wir zählen im Gastgewerbe 933 Betriebe in Dortmund, von denen in diesem Jahr 32 aus finanziellen Gründen schließen mussten“, so Wolfgang Scharf, der Geschäftsführer von Creditreform in Dortmund.

Und das sei noch längst nicht alles. „Täglich sehe ich im Verzeichnis zwei bis drei Sperrungen wegen Insolvenz. Meiner Meinung nach rollt die Insolvenzwelle in Dortmund jetzt an“, so Scharf weiter gegenüber den Ruhr Nachrichten.

Dortmund: Wer dennoch in der Corona-Krise profitiert

Creditreform ist eine Art Schufa für Unternehmen. Deswegen hat die Wirtschaftsauskunftei sämtliche Daten der Unternehmen aus Dortmund im Blick. Alle Daten, die Banken, das Amtsgericht oder die Unternehmen selbst liefern, werden von Creditreform gesammelt.

Wo die Corona-Krise in Dortmund für Probleme sorgt, ist schnell ersichtlich. Für die Wirtschaftsauskunftei ist aber auch einsehbar, wer profitiert. In der IT- und Kommunikationsbranche beispielsweise sehen die Auswirkungen der Pandemie anders aus. Diese Unternehmen steigern gerade ihren Umsatz (alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Dortmund und NRW auf RUHR24.de).

Corona-Krise in Dortmund: „Der zweite Lockdown wird rappeln“

Aber warum blieb die befürchtete Insolvenzwelle bisher aus? Vor allem die Rettungspakete hätten dies bisher verhindert. „Die wirtschaftlichen Probleme vieler Unternehmen durch die Corona-Krise zeigen sich bislang auch in Dortmund nicht in einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen“, so Scharf.

Dennoch ist der Geschäftsführer von Creditreform kritisch. „5000 Euro vom Staat sind ja ganz nett, werde aber keinem substanziell weiterhelfen.“ Diese Summe würde nur wenige Monate reichen. Aber die Corona-Krise sei anschließend ja nicht einfach vorbei.

Scharf befürchtet, dass viele Firmen ihre Rücklagen Anfang 2021 endgültig aufgebraucht haben werden. Dann könnte es auch zu einer Insolvenzwelle kommen. „Der zweite Lockdown wird rappeln“, meint er. Dabei trifft die Krise längst nicht nur kleine Unternehmen. Auch der Branchenriese dm muss wegen der Corona-Krise umdenken.

Corona-Krise: Dortmund kommt im Vergleich mit dem Ruhrgebiet noch gut davon

Die genauen Auswirkungen der Corona-Krise werden im Insolvenzspiegel allerdings erst im Laufe des kommenden Jahres sichtbar werden. Die befürchtete Insolvenzwelle könnte nämlich noch weit ins Jahr 2021 hineinreichen. Dennoch sei Dortmund im Vergleich mit anderen Ruhrgebiets-Städten noch gut aufgestellt, das zeigt der Regioncheck von Creditreform.

„Die Wahrscheinlichkeit, in Dortmund pleite zu gehen, ist in den vergangenen Jahren gesunken. Der Risiko-Indikator lag mal bei über drei Prozent. Unter anderem durch tolle Neuansiedlungen in den Bereichen Medien, EDV und Forschung hat er sich verbessert und wird nach unserer Prognose 2021 nur leicht auf 1,28 Prozent erhöhen“, so Hartmut Irmer, Prokurist bei Creditreform.

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