Bild: Felix Huesmann/Dortmund24

Kurz was in der Stadt erledigen, Auto parken – mist, kein Kleingeld dabei! Wer dieses Problem kennt, kann sich über die nun begonnene Testphase des „Handy-Parkens“ freuen. An 62 Automaten in der Innenstadt könnt ihr ab sofort einen digitalen Parkschein per Smartphone-App lösen.

„Dabei gibt es die Möglichkeit, minutengenau abzurechnen“, erklärte Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei der Vorstellung der Handy-Park-Testphase, die zunächst ein halbes Jahr dauern soll. Die Smartphone-Alternative zum klassischen Parkticket nennt er eine „schöne Neuerung.“ Sie sei Teil einer Strategie, um das Mobilitätsverhalten der Bürger zu digitalisieren. Geplant war die Einführung des „Handy-Parkens“ schon seit 2016.

Sylvia Uehlendahl (Leiterin des Tiefbauamtes) und Ullrich Sierau stellen das neue „Handy-Parken“ vor.

So funktioniert das „Handy-Parken“

Den ersten Schritt in Richtung „Handy-Parken“ hat Sierau am Mittwochmittag gemacht: Er hat den ersten Parkschein-Automaten mit Aufklebern beklebt. An diesen lässt sich künftig erkennen, an welchen Stellen das neue Verfahren möglich ist. Während der Testphase sind das 62 Automaten und insgesamt mehr als 1000 Parkplätze innerhalb des Wallrings.

Um das Angebot nutzen zu können, müssen Autofahrer sich eine App herunterladen und eine sogenannte Vignette bestellen, die hinter die Windschutzscheibe geklebt wird. An dieser Vignette können die Mitarbeiter des Ordnungsamtes hinterher feststellen, dass man nicht einfach ohne Parschein parkt, sondern am „Handy-Parken“ teilnimmt.

Minutengenaue Abrechnung

In der App wird dann die Nummer des Parkautomaten ausgewählt und das eigene Autokennzeichen eingegeben. Anschließend kann die gewünschte Parkdauer gewählt werden – minutengenau zwischen vier Minuten und der jeweiligen Höchstparkdauer, die auch sonst auf den Parkplätzen gilt. Auch die Abrechnung erfolgt anschließend minutengenau. Wer doch etwas länger braucht, kann innerhalb der Höchstparkdauer einfach noch ein paar Minuten per App nachbuchen.

Nicht ganz so digitalisiert ist der Umgang der Kontrolleure des Ordnungsamtes mit den „Handy-Parkern“. Wenn die ein Auto mit Vignette sehen, können sie nämlich – zumindest in während der einjährigen Testphase – nicht selber nachschauen, ob der Autobesitzer auch tatsächlich per App bezahlt hat. Dafür müssen sie extra bei einer Hotline der App-Betreiber anrufen und das Kennzeichen durchgeben. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte dieser Schritt jedoch eventuell wegfallen und durch einen zeitgemäßeren Mechanismus ersetzt werden.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau klebt die ersten „Handy-Park“-Aufkleber an.

Die Qual der Wahl

Vor Registrierung und App-Download müssen sich Autofahrer jedoch erstmal für eine App entscheiden. Die Stadt Dortmund arbeitet dabei nämlich nicht mit einem einzigen Anbieter zusammen, sondern hat eine offene Plattform geschaffen. Das bedeutet: Alle Anbieter von entsprechenden Park-Apps, die gewisse Standards erfüllen, können sich beteiligen.

Zum Start sind dies bereits drei verschiedene Anbieter mit eigenen Apps: Easypark, ParkNow und Park.ME. In den nächsten Tagen sollen nochmal vier weitere Anbieter dazukommen. Diese Anbieter haben eigene Konditionen, eigene Service-Gebühren, die auf die städtischen Parkgebühren aufgeschlagen werden und bieten unterschiedliche Abrechnungsmöglichkeiten an.

Die Modelle reichen dabei von einigen Cent pro Parkplatz-Buchung bis hin zu Flatrate-Modellen (für die Zusatzgebühren, nicht die eigentlichen Parkgebühren). Da müssen Autofahrer bei künftig mindestens sieben verschiedenen Apps erstmal durchblicken und vergleichen, welche App für sie am günstigsten ist. „Ich mache mir da gar keine Sorgen“, sagte Oberbürgermeister Sierau dazu am Mittwoch. Die Bürger seien da viel fitter, als man denke.

Für alle, denen das dann doch zu kompliziert ist, gilt: Sie können auch künftig weiterhin mit Bargeld zahlen, das „Handy-Parken“ ist lediglich eine zusätzliche Alternative.