Bild: dpa

Dortmund muss aufgrund des Eichenprozessionsspinners schon zwei Parkanlagen sperren. Auch die Wälder sind inzwischen betroffen. Die Stadt sieht vorerst kein Ende und warnt vor der Gefahr. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, gab es nun das erste verletzte Kind in Dortmund.

  • Neben dem Fredenbaumpark ist jetzt auch der Hoeschpark vom Eichenprozessionsspinner befallen.
  • Die Haare der Raupe können für Menschen gefährlich sein.
  • Weitere Grünflächen in Dortmund sind betroffen.

Update, Montag (11. Juni), 11.10 Uhr: Die Stadt Dortmund rät derzeit von Spaziergängen in den nördlichen Waldgebieten ab. Insbesondere im Kurler Busch, im Grävingholz, im Bodelschwingher und im Rahmer Wald wird ein Befall mit dem Eichenprozessionsspinner vermutet.

+++ Stadt bekämpft Eichenprozessionspinner: 900 Bäume raupenfrei +++

Auch sei es in den Wäldern im nördlichen Stadtbereich kaum möglich, die Nester zu beseitigen. Die befallenen Bereiche sind mit Hubwagen und der erforderlichen Spezialausrüstung schlecht zu erreichen.

Wie ihr euch vor gefährlichen und unangenehmen Begegnungen mit der Raupe schützt, lest ihr hier. Dass das nötig ist, zeigt ein Vorfall aus Münster: Dort mussten sechs Menschen operiert werden, weil sie Härchen des Eichenprozessionsspinners im Auge hatten.

Update, Freitag (7. Juni), 21 Uhr: Die Kollegen der Ruhr Nachrichten berichten, dass sich am Samstag (1. Juni) ein Kind in Wickede durch die Härchen des Eichenprozessionsspinners so schwer verletzt hat, dass es in die Kinderklinik gebracht werden musste (Bezahlinhalt).

Erstmeldung, Freitag (7. Juni): Jetzt kommt es für die Stadt Dortmund ganz dicke. Innerhalb von nur einer Woche musste die Westfalenmetropole zwei der größten Parks der Stadt sperren. Am Freitag (7. Juni) hat die Verwaltung den Hoeschpark in der Nordstadt dicht gemacht.

Hoeschpark mit Raupen vom Eichenprozessionsspinner befallen

Grund dafür ist der Befall von Bäumen mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners. Erst am Dienstag (4. Juni) hatte die Stadt aufgrund des selben Problems den Fredenbaumpark in der Nordstadt gesperrt. Am Samstagmorgen (21. Juni) wurde ein Teil des Parks wieder freigegeben.

Eichenprozessionsspinner Kreis Unna
So sehen Bäume aus, die vom Eichenprozessionsspinner befallen sind. Foto: dpa

Im Hoeschpark sind rund 60 Bäume mit den Raupen aufgefallen, teilte die Stadt am Freitagnachmittag mit.

Auch weitere Städte im Ruhrgebiet und der näheren Umgebung haben mit der Raupe zu kämpfen. In Kamen musste am Freitag ein ganzes Stadion gesperrt werden.

Die Härchen der Raupen können für allergische Schockreaktionen bei sehr empfindlichen Menschen sorgen.

Juckender, entzündlicher Hautausschlag, Quaddeln und Bläschen sind die Symptome auch für nicht allergische Menschen. Auch Entzündungen der Augenbindehaut, Husten und Halsschmerzen können auftreten, wenn die Haare in Augen oder die Atemwege gelangen.

Neben dem Hoeschpark wurden auch die Sportanlagen gesperrt. Die Baseball- oder Footballteams müssen also erstmal auf ihre Spielstätte verzichten. Erst ab Samstag (8. Juni) gilt die Sperrung für das Freibad Stockheide.

Grünflächen im Norden von Dortmund betroffen

Neben dem Fredenbaumpark und dem Hoeschpark sind weitere Grünanlagen in Dortmund vom Auftreten der Raupe betroffen – sie befinden sich überwiegend im Norden der Stadt: in Mengede, Eving, Scharnhorst, der Nordstadt und in Brackel.

So sehen die Raupen der Eichenprozessionsspinner aus. Foto: dpa/Patrick Pleul

Einzelne befallene Bäume wurden von der Stadt so gesperrt, das Anwohner noch in ihre Häuser kommen. Im Wohngebiet Hohenbuschei, wo rund 90 Eichen betroffen sind, ist das der Fall.

Generell werden einzelne Bäume vom Tiefbauamt in einem Radius von 250 bis 300 Metern abgesperrt. Erst bei vielen Überlappungen werden ganze Areale geschlossen – so wie im Fall der beiden großen Parks.

Weitere Funde befürchtet

Die Stadt Dortmund geht davon aus, dass über Pfingsten weitere Funde im Stadtgebiet gemacht werden. Sie rät der Bevölkerung zur Vorsicht. Der Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe sollte vermieden werden.

-> Das ist zu tun, wenn man den Eichenprozessionsspinner im eigenen Garten hat. (Quelle: Umweltbundesamt) <-

Gleichzeitig wolle die Stadt Parks und Straßen wiederholend kontrollieren und Meldungen von Bürgern nachgehen. Aber: „Es ist davon auszugehen, dass das Problem Eichenprozessionsspinner nicht überall vollständig beseitigt werden kann. „Für private Flächen seien aber immer die Eigentümer verantwortlich.“

Info

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) breitet sich in Deutschland und Nordrhein-Westfalen immer weiter aus. Begünstigt wird seine Vermehrung durch die Erderwärmung. Im Mai schlüpfen die Raupen, die sich tagsüber in den Nestern verstecken. Abends wandern sie als Prozession vom Nest in die Baumkrone und fressen die Blätter.