Bild: Sandra Schaftner/Dortmund24

Große Teppiche, Tapeten an der Wand und Holzverkleidung: Die Räume von „Monkey Moon Recordings“ sehen nicht aus wie ein Tonstudio. Dabei ist es das größte seiner Art in Dortmund. Es hat vor Kurzem in Dortmund-Körne eröffnet. Der Gründer und Musiker Menny Leusmann hat uns gezeigt, was das Studio so besonders macht.

Über eine graue Treppe geht es nach unten in einen Keller in Dortmund-Körne. Es ist kühl, die Heizung funktioniert noch nicht. Dafür ist das Licht, das den Studioraum erleuchtet, umso wärmer. Mehrere Lampen hängen von der Decke, es gibt Stehleuchten und ein kleines Lämpchen auf dem Klavier. Der Raum ist eher wie ein Wohnzimmer statt wie ein Musikstudio eingerichtet. „Für mich ist es ganz wichtig, dass die Musiker sich hier wohlfühlen“, erklärt Menny Leusmann, Gründer des Studios, der selbst als Musiker mit der Dortmunder Band Macky Messer aktiv ist.

Neben dem knapp 100 Quadratmeter großen Studio gibt es noch weitere Räume. In einem steht das Mischpult und eine Sofaecke, in einem anderen eine Küche, Tisch und Dartscheibe. Auf dem Flur stapeln sich Gitarren, Schlagzeugteile und Boxen. Leusmann hat im Studio ungefähr 15 Gitarren und Bässe, ein Klavier, vier verschiedene Schlagzeuge, eine Geige und bald auch eine Orgel. Für alle Instrumente und die Sänger stehen etwa 30 Mikrofone zur Verfügung. Bands können auch ihre eigene Ausrüstung mitbringen, aber viele Instrumente und Spezialgeräte sind schon da.

Musikstudio, Tonstudio Monkey Moon Productions
Im Flur stapeln sich die Instrumente. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Analog und digital

Leusmann arbeitet mit analogem Equipment. Er wandelt die analogen Signale jedoch in digitale um, um die Musik auf dem Computer zu mischen. So steht unter dem modernen Computer ein Mischpult mit Dutzenden Hebeln, während darüber das Schnittprogramm auf dem Bildschirm die einzelnen eingespielten Instrumente in bunten Farben anzeigt.

Die ersten Produktionen in seinem Studio kann Leusmann schon vorführen. Er hat auch mit seinem Bandkollegen Max Roleff den Aufnahmeraum getestet. Der warme Klang kann sich hören lassen. Das liege an den Besonderheiten des Studios, erklärt Leusmann. Für die Tonfarbe seien einerseits die Holzverkleidung und die Teppiche verantwortlich. Andererseits habe er die Wände nicht im 90-Grad-Winkel, also nicht parallel, gebaut. „So wird der Schall gebrochen und der Sound besser“, erklärt Leusmann.

Lange Suche

Entworfen hat er das Studio selbst und anschließend mit der Hilfe von Freunden gebaut. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Musiker kennt Leusmann gute und schlechte Studios. „Manche Studios waren zu heruntergekommen und andere waren so steril, dass ich nichts anfassen wollte“, erzählt der Musiker. So wollte er sein Studio auf keinen Fall gestalten. Aus den Positiv-Beispielen habe er sich jeweils die besten Sachen gemerkt und als Vorbild für sein Studio genommen.

Auf der Suche nach einem Studio war Leusmann schon seit Langem. 2009 kam er über Umwege nach Dortmund, seit 2013 spielt er in seiner aktuellen Band Macky Messer. Die Räumlichkeiten in Dortmund-Körne fand er schließlich im Dezember 2016. „Das war vorher eine Produktionshalle oder so“, meint der Musiker. Aber er fand die Räume passend, weil sie durch die B1 und die S-Bahn-Haltestelle Körne West gut angebunden sind.

Nach vier Monaten harter Arbeit ist das Studio fast fertig und Menny Leusmann somit nicht mehr nur Musiker, sondern auch Musikproduzent. Wenn die Bands nicht ihren eigenen Produzenten mitbringen, wird er sich bei den Aufnahmen in seinem Studio darum kümmern. Für die Arbeit hat sich Leusmann schon immer interessiert. „Mit zehn Jahren habe ich als kleiner Junge mit Hip-Hop angefangen“, erzählt er. „Schon damals fand ich den Arbeitsablauf beim Recording spannend.“ Mit zahlreichen musikalischen Stationen sei das Interesse immer weiter gestiegen.

Montag bis Sonntag im Einsatz

In seinem eigenen Studio will er von Montag bis Sonntag Aufnahmen betreuen. Das Studio ist grundsätzlich für Bands jeder Richtung offen. „Mein Hauptaugenmerk liegt auf Rock, Indie, Pop und Hip-Hop“, sagt Leusmann. „Wenn eine Band aus einem anderen Musikgenre kommt, hole ich mir Hilfe dazu.“ Für Leusmanns Studio spielt es auch keine Rolle, ob die Bands schon viel Erfahrung haben oder ganz neu sind. Der Produzent will aber explizit kleine Bands ansprechen und ihnen die Chance geben, professionelle Aufnahmen zu machen. Deswegen hat er die Preise für die Aufnahmen in dem Studio klein gehalten. Ein Tag kostet ungefähr 270 Euro, je nach Aufwand und Anforderungen. „Bei anderen Studios geht der Preis echt woanders hin“, sagt Leusmann mit Blick auf die Konkurrenz in Dortmund. Im Normalfall würden zwei Aufnahmetage für einen Song reichen.

Neben Musikaufnahmen bietet das „Monkey Moon Recordings“-Studio noch mehr Möglichkeiten. Leusmann hat eine Kooperation mit der Videoproduktionsfirma „Das Departement“ geschlossen, um Musikvideos zu erstellen. Das Ganze soll auch als Live-Session möglich sein. Auch Live-Auftritte für private Anlässe sind in dem Studio denkbar. Außerdem möchte Leusmann das Studio kleinen Bands als Proberaum zur Verfügung stellen, wenn sie beispielsweise vor einer Tour üben möchten.

Kleine Studios, weniger Möglichkeiten

Viele dieser Möglichkeiten wären laut Leusmann in den anderen Studios in Dortmund nicht denkbar. Diese seien oft kleine Homestudios, die nicht genug Platz für eine ganze Band haben. „Und den Raumklang für das Schlagzeug hat man da auch nicht“, sagt Leusmann.

Weil das Studio gerade erst eröffnet hat, ist es 2017 noch nicht voll ausgebucht. Ein paar erste Produktionen haben schon stattgefunden und im November hat die internationale Band „The Morlocks“ einen Termin.