Bild: Daniele Giustolisi/RUHR24

Jedes Jahr veröffentlicht die Stadt eine Liste mit den Gehältern der Bosse der Unternehmen, an denen sie beteiligt ist. Die Liste zeigt: Im Vergleich zu so manch einem Chef ist Bundeskanzlerin Angela Merkel ein ganz kleines Lichtlein. 

Die Ämter der Stadt Dortmund können sich nicht um jeden Betrieb der sogenannten Daseinsvorsorge kümmern. Deshalb werden die Verwaltung von Verkehr, Strom, Wasser und Co. an Firmen wie DSW21 oder DEW21 abgegeben. Die Stadt veröffentlicht dazu jedes Jahr einen Beteiligungsbericht, der zeigt, wie viel in die verschiedenen Unternehmen investiert wird – und wie viel die einzelnen Chefs verdienen.

Chefs verdienen mehr Geld als die Bundeskanzlerin

Top-Verdiener sind in Dortmund vor allem die Sparkassen- und DSW21-Chefs. Mit 631.000 Euro im Jahr 2017 ist Sparkassen-Chef Uwe Samulewicz Spitzenreiter, dicht gefolgt von den Vorständen Jörg Busatta (583.000 Euro) und Norbert Wolf (577.000 Euro). Auch der Chef der Dortmunder Stadtwerke verdient jährlich mehr als eine halbe Million Euro.

Zum Vergleich: Bundeskanzlerin Angela Merkel bekommt, mit Aufschlägen, rund 300.000 Euro im Jahr. Oberbürgermeister Ullrich Sierau verdient dagegen nur knapp 150.000 Euro.

So viel verdienen die Dortmunder Unternehmenschefs:

Uwe Samulewicz          631.000€         Sparkassen-Chef
Jörg Busatta                  583.000€         Sparkassen-Vorstand
Norbert Wolf                 577.000€         Sparkassen-Vorstand
Guntram Pehlke           516.896€         Stadtwerke-Chef (DSW21)
Hubert Jung                   396.332€         Verkehrs-Chef (DSW21)
Peter Flosbach              366.100€         stellv. und techn. Geschäftsführer (DEW21)
Manfred Kossack          365.452€         Arbeitsdirektor (DSW21)
Rudolf Mintrop              363.000€         Chef der städtischen Kliniken
Klaus Graniki                 351.000€          Geschäftsführer DOGEWO21
vgl. Angela Merkel        333.528€         Bundeskanzlerin

Oberbürgermeister plädiert für Transparenz

Ullrich Sierau hat im Jahr 2017 sogar insgesamt 252.588 Euro durch Nebentätigkeiten eingenommen und davon 178.314 Euro, entsprechend den Regelungen, an die Stadt gegeben. Damit hat er sein eigenes Gehalt sogar refinanziert. „Obwohl die Einnahmen aus Nebentätigkeiten nach dem Gesetz nicht öffentlich zu behandeln sind, erscheint es mir wegen der von mir vertretenen Transparenz sinnvoll, die entsprechenden Beträge offen zu legen“, sagt Sierau.

Nicht nur in Dortmund

Die hohen Gehälter der Stadt sind kein Sonderfall für Dortmund, auch in anderen Großstädten sind die Vergütungen ähnlich hoch. Im Allgemeinen begründen die Städte diese Gehälter damit, dass sich sonst kein geeignetes Personal für die einzelnen Positionen finden würde.

Der Beteiligungsbericht kann voraussichtlich ab Anfang Oktober auf der Homepage der Stadt Dortmund eingesehen werden. Man kann für 30 Euro auch im Rathaus ein gedrucktes Exemplar kaufen.

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