Bild: Plumploris e.V.

Auf Youtube gibt es zahlreiche Videos, in denen Plumploris gekitzelt werden. Was süß wirkt, ist für die Tiere Stress. In Südostasien werden sie gefangen und für Fotos an Touristen verkauft. Ein Verein aus Dortmund will die gefährdeten Primaten nun schützen.

Die plüschigen Tiere mit den Kulleraugen wirken zutraulich, heben die Arme und lassen sich offenbar bereitwillig kitzeln. Zu sehen ist das in vielen Youtube-Videos mit Millionen Klicks. Doch das Verhalten der Plumploris, einer Primatenart aus Südostasien, ist eigentlich eine Abwehrhaltung. In ihrer Heimat werden sie gefangen, misshandelt und verkauft. Das will der Verein „Plumploris e.V.“ aus Dortmund nun verhindern.

Der Verein hat seinen Sitz im Dortmunder Zoo. Dort sitzt während des Pressegesprächs auch Helene auf einem Ast in ihrem Gehege – und schläft. Denn die Primaten sind nachtaktiv und brauchen am Tag viel Ruhe. „Eine der wichtigsten Aufgaben eines Zoos ist die Arterhaltung“, sagt Ilona Schappert, stellvertretende Direktorin des Dortmunder Zoos.

Rihanna kassierte Shitstorm

Vereinsvorsitzender Marcel Stawinoga hat auf Sumatra unschöne Dinge gesehen. Die kuscheligen Tiere werden dort illegal in Käfigen gehalten. Damit sie nicht zubeißen, werden ihnen die Zähne gezogen. Viele haben entzündete Augen und sind unterernährt. „Für den Schutz der Tiere gibt es dort überhaupt keine Strukturen“, sagt er.

Plumploris Dortmund Zoo
Vereinsvorsitzender Marcel Stawinoga hat illegal gehaltene Tiere beschlagnahmt. Foto: Plumploris e.V.

2013 kassierte die Sängerin Rihanna bereits einen Shitstorm, als sie sich mit einem der Tiere auf Instagram zeigte. Durch die sozialen Medien spitze sich die Situation weiter zu, sagt Stawinoga: „Die Südostasien-Urlauber denken sich nichts dabei, zahlen und machen Fotos mit den Tieren.“

Bislang nur eine Station

Videos zeigen, wie Stawinoga und einige Helfer illegal gehaltene Tiere aus Käfigen befreien. Anschließend kommen sie in die Reha, werden aufgepäppelt. Auf der Insel Java gebe es dafür aber nur eine Station – und die ist überfüllt. Auch das soll sich ändern.

In etwa zwei Wochen fliegen Vereinsmitglieder wieder um die halbe Welt, um in Nordsumatra eine weitere Rehabilitationsstation aufzubauen. Geht es den Tieren besser, werden sie wieder ausgewildert – und hoffentlich nie wieder gefangen.