Bild: Florian Forth/Dortmund24

In der Dortmunder Gartenstadt fanden am Samstagabend (6. April) mehrere kontrollierte Sprengungen durch die Polizei statt. Die Anwohner fühlten sich jedoch nicht ausreichend von den Beamten informiert – viele hatten Angst vor den Explosionen.

Update Sonntag (7. April), 12.53 Uhr: Die Polizei hat jetzt nähere Infos zu den Sprengungen veröffentlicht. Demnach handelte es sich bei dem gefundenen Material um selbstgebastelte Knallkörper eines 69-jährigen geistig verwirrten Mannes.

Krankenhausmitarbeiter finden verdächtige Gegenstände bei Patient

Krankenhausmitarbeiter hatten sich zuvor an die Polizei gewandt, weil sie verdächtige Gegenstände bei einem Notfallpatienten gefunden hatten. Laut der Polizei fanden die Beamten in seiner Wohnung in der Rathenaustraße weitere „Selbstlaborate“.

Weil ein Transport der Gegenstände zu gefährlich gewesen wäre, haben Entschärfer des LKA die Knallkörper in einem ungefährlichen Bereich auf der Grünfläche an der Semerteichstraße/Strohnstraße (Gartenstadt) kontrolliert gesprengt. Eine Gefahr für die Anwohner soll durch die Sprengungen nicht bestanden haben.

Die Motivation des geistig verwirrten Seniors ist bisher unklar. Ein politisch motivierter Hintergrund sei nicht erkennbar.

Sprengungen in der Gartenstadt sorgen für Aufregung

Ursprungsmeldung: Schon der erste Knall war so laut, dass Anwohner ihn sogar in Hörde, Hacheney und Wellinghofen hörten. Und es sollten noch weitere folgen.

Am Samstagabend (6. April) hat die Dortmunder Polizei im Bereich der Gartenstadt (Semerteichstraße und Strohnstraße) mehrere kontrollierte Sprengungen durchgeführt. Das Objekt der Sprengung: größere Mengen von aufgefundener Pyrotechnik.

+++UPDATE+++ 21:30 UhrDie Maßnahmen wurden abgeschlossen. Jetzt herrscht wieder Ruhe. Schönen Abend noch 😉…

Gepostet von Polizei NRW Dortmund am Samstag, 6. April 2019

Aber warum an einem Samstagabend? Wie die Polizei auf Facebook mitteilt, mussten die Maßnahmen aus „gefahrenabwehrenden Gründen“ noch am gestrigen Abend durchgeführt werden. Was hinter den mysteriösen Sprengungen steckt, ist also noch unklar.

Posts auf Facebook zeigen: Anwohner in der Gartenstadt haben Angst

Auf Facebook und Twitter informierte die Polizei Dortmund über die Sprengungen in der Gartenstadt – jedoch offenbar zu spät. Denn viele Anwohner in Dortmund hatten bereits Angst, dachten an Explosionen und Terror.

Sacht mal geht’s noch? Ich ruf‘ die 110 an um zu erfahren das es sich um „kontrollierte Sprengungen“ handelt? Ich wohne hier um die Ecke – wie wäre es mit Lausprecherdurchsagen? Oder NINA? Und dann rummst Ihr hier die Nachbarschaft so zusammen, das man Angst um sein Leben hat? Oh… und während ich das hier schreibe gibt es die 4. Explosion. Unfaßbar. Nina? Textband in WDR3 im Fernsehen? Hallo?

Ein Anwohner beschwert sich unter dem Facebook-Post der Polizei NRW Dortmund

Der Facebook-User ist dabei mit seiner Meinung nicht allein: Über 149 Kommentare zählt der Post der Polizei mittlerweile. Ein Großteil der Kommentatoren sind enttäuschte Anwohner, die sich nicht ausreichend informiert gefühlt haben.

Offenbar hat es auch besorgte Anrufe bei der Polizei selbst gegeben. Auf Twitter informierte sie anschließend mit folgendem Hinweis über die Sprengungen:

Polizei sagt, dass NINA-App nicht „inflationär“ benutzt werden dürfe

Aber warum wurde nicht auf der NINA-App gewarnt? Auf Nachfrage der RUHR24-Redaktion sagt ein Polizeisprecher: „Für eine Warnung in der NINA-App müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein.“ Man wolle die App immerhin nicht inflationär benutzen.

Aktuelle Top-Themen:

Ob inflationär oder nicht: Anwohner in Dortmund hätten sich am Samstagabend sicherlich über eine kurze Nachricht gefreut.