11-Jährige überrascht beim Sommerkongress von Fridays for Future: "Ein Leben ohne Demos kenne ich nicht!"

Die 11-jährige Ida ist beim Fridays for Future Sommercamp im Revierpark Wischlingen in Dortmund und kennt kein Leben ohne Demos. Foto: RUHR24/ Malin Annika Miechowski
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Die 11-jährige Ida ist beim Fridays for Future Sommercamp im Revierpark Wischlingen in Dortmund und kennt kein Leben ohne Demos. Foto: RUHR24/ Malin Annika Miechowski

Dortmund/NRW - Beim Fridays for Future Sommerkongress im Revierpark Wischlingen haben die über 1400 Teilnehmer sich bereits auf die große Demo in Dortmund eingestimmt.

Noch bis Sonntag (4. August) läuft der Sommerkongress von Fridays for Future in Dortmund. Wir haben mit Teilnehmern gesprochen und sie nach ihren Beweggründen gefragt.

Bei nicht allzu heißem Sommerwetter sitzen schon unzählige Unterstützer der Umwelt-Bewegung "Fridays for Future" auf den Wiesen im Revierpark Wischlingen und stimmen sich mit Gitarren und Protest-Songs auf die große Demonstration am Freitag (2. August) ein.

Teilnehmerin vom Fridays for Future Sommerkongress ist mit Demos aufgewachsen

Mit Schlachtrufen wie "Kohlekonzerne baggern in der Ferne für 'nen Batzen Geld" machten hunderte Demonstranten beim Fridays for Future Sommerkongress in Dortmund Stimmung. Unter den Teilnehmern ist auch die 11-jährige Ida aus Bork bei Lünen.

Gemütlich sitzt sie mit weiteren Teilnehmerinnen auf der Wiese im Revierpark und überrascht mit ihren einmaligen Erfahrungen. "Das erste Mal war ich mit drei Monaten auf einer Demo. Ich kenne das gar nicht anders", sagt die erst 11-jährige Schülerin. Sie war auch schon bei Protesten gegen Kohlekraftwerke und im Hambacher Forst mit dabei.

Die Fridays-for-Future-Bewegung, die am 23. August eine besondere Aktion in Dortmund plant, kam im vergangenen Jahr durch die Aktivistin Greta Thunberg ins Rollen. Auch wenn Ida schon länger als die Schwedin bei Protesten dabei ist, hat die 11-Jährige eine klare Meinung zu Greta Thunberg und den Streiks. "Ich finde das cool. Das ist wichtig, da hin zu gehen."

Auch für die 33-jährige Mara aus den Niederlanden haben die Demos eine ganz besondere Bedeutung. "Vor zehn Jahren habe ich dadurch meinen Freund kennengelernt", erzählt sie. Nun ist sie mit der wahrscheinlich jüngsten Teilnehmerin, ihrem Baby, beim Sommerkongress.

"Ich bin so froh, dass es Fridays for Future gibt. Früher gab es die Bewegung ja noch nicht, da hat man sich dann so alleine gefühlt". Deshalb ist sie dankbar, dass es die Bewegung heutzutage gibt.

Der 16-jährige Jonas ist extra aus der Nähe von Stuttgart angereist. Er schätzt am Fridays for Future Sommerkongress vor allem, "dass es eine große Bewegung ist, die kaum über 18 Jahre alt ist und trotzdem was erreichen kann." Als Politiker würde er den Kohleausstieg im Jahr 2030 günstiger machen. In seinem Heimatort hat der Schüler bereits Demonstrationen selbst organisiert und war bei zwei Aktionen der Umwelt-Bewegung im Landtag vertreten.

Zu viel Plastik? Kritik an der Umweltbewegung

Während Jonas von seiner Erfahrung mit Demos erzählt, wird die Schlange an der Essensausgabe immer länger. Frisches Gemüse wurde zuvor von Helfern geschnibbelt und gekocht. Ein kleiner Nachteil: Zutaten wie Basilikum und andere Kräuter sind in Plastik verpackt.

Die Wartezeit auf das Essen verkürzen sich die Teilnehmer im Revierpark Wischlingen in Dortmund mit weiteren Schlachtrufen. "Eure Klimapolitik geht so nicht weiter", skandieren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Am Freitag (2. August) gab es als besonderes Highlight die Demo mit tausenden Teilnehmern quer durch Dortmund. Die Stadt hat bereits angekündigt, dass es auf manchen Straßen deshalb zu kleinen Verkehrsbehinderungen kommen kann.