Fridays for Future: Jugendliche fordern auch in Dortmund erstmalig Arbeitnehmer zum Streik auf

Fridays for Future Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
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Fridays for Future Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Seit Monaten streiken Kinder und Jugendliche für das Klima. Nun sollen die "Fridays for Future" erwachsene Unterstützung bekommen. Hier die Infos.

Für Ende September plant "Fridays for Future" erneut einen weltweiten Streik. Die jugendlichen Aktivisten fordern dafür erstmalig auch Arbeitnehmer auf, sich an dem Streik zu beteiligen.

  • Fridays for Future ruft am 20. September zum zweiten globalen Streik auf.
  • Jetzt sollen auch Arbeitnehmer teilnehmen.
  • Arbeitgeber könnten eine verlängerte Mittagspause einrichten.

Eigentlich streiken bei Fridays for Future Kinder und Jugendliche und setzen sich damit auf der ganzen Welt für ein besseres Klima ein. Anfang des Jahres kamen dann Eltern dazu, die unter "Parents for Future" mitstreiken. Letzteres wurde unter anderem von dem Dortmunder Marc Schmitt-Weigand gegründet.

Geht es nach den Aktivisten, reichen streikende Schüler und Eltern aber nicht mehr aus. Erstmalig werden deshalb auch Arbeitnehmer aufgefordert, sich an dem weltweiten Streik am 20. September zu beteiligen. Doch wie soll das an einem ganz normalen Arbeitstag funktionieren?

Fridays for Future künftig mit Arbeitnehmern?

Die Organisatoren in Deutschland hoffen auf eine Kooperation der Arbeitgeber. „In Deutschland sind Arbeitnehmerstreiks nur für arbeitsrechtliche Forderungen vorgesehen. Deswegen hoffen wir, dass Arbeitgeber ihren Angestellten eine Teilnahme ermöglichen“, heißt es von der 17-jährigen Luna Poy von Fridays for Future. Möglich wäre etwa ein "Betrieb auf Sparflamme" oder eine zweistündige Mittagspause.

Der internationale Streik könnte zeitlich nicht passender stattfinden. Am 20. September werden in Deutschland die Ergebnisse des Klimakabinetts vorgestellt, drei Tage später findet in New York der Climate Action Summit statt. „Fridays For Future hat das Thema Klima auf die politische Tagesordnung gesetzt“, sagt Luna Poy. „Aber eine wirkliche Erkenntnis, einen Kursänderung sehen wir in der Politik bisher nicht.“

"Wir werden weiter Druck machen!"

Wie Fridays for Future Dortmund, das am 23. August eine besondere Aktion plant, mitteilt, hätten bereits viele Teilnehmer von Parents for Future für den internationalen Streik am 20. September zugesagt. "Wir dürfen die jungen Menschen in ihrem Kampf für eine Zukunft nicht alleine lassen. Das Klima geht uns alle etwas an, Mama, Papa, Oma, Opa, Tante, Onkel", sagt Marc Schmitt-Weigand von Parents for Future.

Luna Poy fühlt sich von der Politik nicht ernst genommen. In die Ergebnisse des Klimakabinetts habe die 17-Jährige kein Vertrauen - stattdessen setzt sie auf die wöchentlichen Klima-Streiks. „Wir werden weiter streiken, weiter Druck machen, bis wir eine ernsthafte Veränderung sehen. Und wir hoffen dabei auf die Unterstützung aller Generationen bauen zu können“.

Fridays for Future ein großes Thema in Dortmund

Bis zum globalen Streik im September finden wie gewohnt jeden Freitag Streiks auf dem Friedensplatz in Dortmund statt. Am 26. Juli trafen sich dort trotz der Sommerferien rund 50 junge Menschen, um zu picknicken und Workshops zu veranstalten.

Beim ersten und bisher letzten globalen Streik am 24. Mai gingen in Dortmund sogar rund 6000 junge Menschen für das Klima auf die Straße. Weltweit waren es etwas eine Million.

Übrigens: RUHR24 berichtet am 20. September im Live-Ticker vom Klimastreik in Dortmund.