Bild: Dennis Liedschulte/Ruhr24

Auf der „Fridays for Future„-Demonstration in Dortmund waren am Freitag auch die Kommentare einiger Politiker Thema. Die Aussagen von Christian Lindner (FDP) rangen den Organisatoren jedoch eher ein müdes Lächeln ab. Der FDP-Politiker trat mit seiner „Profi“-Aussage ins Fettnäpfchen. Die von ihm besagten Profis waren nämlich Teil der Demostration.

Update, 14 Uhr: Tausende von Teilnehmern liefen bei der „Friday for Future„-Demo mit.

Am Freitag (12. März) kamen die „Fridays for Future„-Demonstranten um 10 Uhr auf dem Friedensplatz zusammen. Beobachter vermuteten, dass das die bisher größte Demo war.

Plakate, Trillerpfeifen, Schlachtrufe wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“ und der Song „Imagine“ von John Lennon.

Demonstrations-Atmosphäre in Dortmund, die die meisten nur von Bildern von den Anti-Atom-Demonstrationen aus den 80er Jahren kennt.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“

Schlachtruf der Demonstranten

Eine 15-jährige Schülerin sprach an den Treppen des Rathauses am Friedensplatz über die Aussagen der Politiker. „Das ist alles scheinheilig. Wir wollen, dass die Politiker uns wahrnehmen.“ Eine Mischung aus Jubeln und Buhen ging durch die Masse.

„Fridays for Future“-Organisatoren lächeln über Lindner-Aussagen

FDP-Politiker Christian Lindner äußerte sich zu den „Fridays for Future„-Demonstrationen. „Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache der Profis.“

Therese (18), Mitorganisatorin von „Fridays for Future“ in Dortmund sagte gegenüber RUHR24 zum Kommentar vom FDP-Politiker: „Da ist der Herr Lindner richtig ins Fettnäppchen getreten. Wir haben uns echt darüber amüsiert.“

Die Profis waren da – „Scientists for Future“

Denn die sogenannten Profis waren auf dem Friedensplatz. Stellvertretend für die „Scientists for Future“ war Jürgen Blümer (Diplom-Physiker) in Dortmund und überreichte der Schülerin Mirijam eine Unterschriftenliste von „Scientists for Future“.

Politik wirft uns Knüppen in die Beine

Jürgen Blümer, Wissenschaftler

„Wir haben die großen Probleme als Profis, dass uns die Politik ständig Knüppel in die Beine wirft, um das, was wir eigentlich machen wollen, in Bewegung zu setzen. Das ist das Problem“, sagt Blümer gegenüber RUHR24.

"Fridays for future"-Demo in Dortmund am Friedensplatz. Foto: Dennis Liedschulte/Ruhr24
Wissenschaftler Jürgen Blümer (links) überreicht die Unterschriftenliste an Schülerin Mirijam (rechts). Foto: Dennis Liedschulte/Ruhr24

Blümer ist seit 30 Jahren in Sachen Klimaschutz unterwegs und war auch bei vielen Demonstratrionen unterwegs. Von der „Fridays for Future„-Bewegung ist der total begeistert. „Ich freue mich, dass die Jugend weiter macht“, so Blümer

23.000 Wissenschaftler unterstützen die Bewegung

23.000 Wissenschaftler unterstützen „Fridays for Future„. Auch zwei Nobelpreisträger befinden sich darunter. In einer Rede vor den Demonstranten wandte sich Blümer indirekt auch an Lindner „Die Profis sind hier“.

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Zudem seien die Wissenschaftler froh, dass die „Fridays for Future„-Bewegung sie wachgerüttelt hätte.