Am Freitag haben in Dortmund rund 6.500 Menschen für ihre Zukunft und gegen den Klimawandel protestiert. Die Bewegung Fridays for Future zog friedlich durch die Straßen. Sauer sind die Kinder und Jugendlichen trotzdem. Auf die Politik, auf die Großkonzerne und auf alle, die nichts an der Lage ändern wollen.

Es ist ein Empfang wie bei einem Popkonzert, als Fridays-for-Future-Organisatorin Therese das Mikro ergreift. „Haltet jetzt mal alle eure Plakate hoch“, ruft sie den 6.500 Menschen auf dem Friedensplatz in Dortmund zu. Erst da wird erkennbar, wie bunt und vielfältig der Protest für das Klima ist.

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Fridays for Future-Protest ist bunt, laut und vielfältig

„Massentierhaltung braucht kein Schwein“ oder „Ein toter Planet ist auch schlecht für die Wirtschaft“ – die Schüler und Studenten, die am Freitag zu Fridays for Future gekommen sind, haben sich was einfallen lassen. Die Stimmung ist gelöst. Aber es wird auch schnell klar: Es ist ernst.

Bunte Plakate bei Fridays for Future am 24. Mai auf dem Friedensplatz in Dortmund Foto: Bianca /Hoffmann/RUHR24
Fridays for Future am 24. Mai auf dem Friedensplatz in Dortmund Foto: Bianca /Hoffmann/RUHR24
Fridays for Future am 24. Mai auf dem Friedensplatz in Dortmund Foto: Bianca /Hoffmann/RUHR24
Fridays for Future am 24. Mai auf dem Friedensplatz in Dortmund Foto: Bianca /Hoffmann/RUHR24
Fridays for Future am 24. Mai auf dem Friedensplatz in Dortmund Foto: Bianca /Hoffmann/RUHR24

Die Schülerin Merle von der Geschwister-Scholl-Schule tritt ans Mikrofon. „Klimaschutz muss zur absoluten Priorität der Politik erklärt werden“, sagt sie. Die 17-Jährige darf am Sonntag bei der Europawahl nicht selbst wählen gehen. Sie ruft aber alle, die es dürfen dazu auf. „Das ist das letzte Parlament, das noch was reißen könnte.“

Auch Erwachsene bei der Demo

Zu den Schülern, die bei den Fridays for Future seit Monaten auf die Straße gehen, haben sich inzwischen auch die Parents for Future gesellt. Am Rednerpult, das aus übereinander gestapelten Getränkekisten besteht, spricht Anke Staar.

„Ihr klagt uns an und damit habt ihr Recht“, ruft sie den Kindern und Jugendlichen zu und erntet dafür Applaus. Hinterher erklärt sie gegenüber RUHR24: „Es ist schlimm, dass man erst von den Kindern wach gemacht werden muss aus der Bequemlichkeit.“

„Ihr klagt uns an und damit habt ihr Recht“

Anke Staar, Parents for Future

Auch, wenn sich inzwischen auch ein paar Erwachsene zu den Protestierenden gehören, im Fokus stehen die jungen Menschen. Und die sind richtig gut organisiert. Sie ermahnen sich gegenseitig, beim Demonstrieren auf der Straße zu bleiben. Es gibt auf dem Friedensplatz Brote für den kleinen Hunger zwischendurch und auch die politische Richtung ist klar. Es gibt nämlich keine.

Forderung: Klimaschutz soll Priorität haben

„Wir tolerieren es, wenn hier politische Parteien mitmachen, aber wir distanzieren uns davon“, ruft einer der Organisatoren durchs Mikrofon. Denn die Schüler wollen mit ihren Protesten alle Parteien aufwecken. „Klimaschutz muss zur absoluten Priorität der Politik erklärt werden“, sagt Merle.

In dieser Woche hatte Fridays for Future weltweit zu Großprotesten aufgerufen. Aus Dortmund und der Umgebung haben sind zahlreiche Schüler und Studierende gerne gekommen. Schon bevor sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, schätzte der Einsatzleiter der Polizei: „Der Friedensplatz ist halb voll, das bedeutet 5.000 Leute. Und wer weiß, ob da noch welche kommen.“

Am Ende waren es 6.500 Menschen, die durch Dortmund marschiert sind. „Wir haben nicht mit so vielen Menschen gerechnet. Ich bin einfach nur geflasht“, sagt Therese. Noch vor zwei Monaten waren es gerade mal 500, die bei der Demo mitmachten.

Inzwischen haben es die hartnäckigen Demonstranten sogar geschafft, Festivals wie das Juicy Beats noch mehr vom Umweltgedanken zu überzeugen. Die Organisatoren wollen in diesem Jahr etwa noch mehr auf die Müllvermeidung achten.

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Und die nächste Großveranstaltung wartet schon. Am 21. Juni geht es weiter mit der nächsten Großveranstaltung von Fridays for Future. Und bis dahin wird wieder jeden Freitag demonstriert.

Inzwischen wird in Dortmund darüber diskutiert, den Klimanotstand auszurufen. Damit würde dem Schutz des Klimas Priorität zugesprochen.