Bild: Kay Nietfeld/dpa

Die Ehefrau eines mutmaßlichen IS-Helfers aus Dortmund ist auf dem Weg nach Paris wegen Terrorverdacht verhaftet worden. Das hat die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf am Mittwoch (9. Oktober) bestätigt.

  • Eine Frau aus Dortmund wurde in Frankreich wegen Terrorverdachts festgenommen.
  • Ihr Ehemann ist der Deutsch-Serbe Boban S., der seit zwei Jahren auf der Anklagebank sitzt.
  • Die Frau aus Dortmund ist für die Polizei keine Unbekannte.

Terrorverdacht: Frau aus Dortmund ist Ehefrau von Fanatiker Boban S.

Der Vorfall hat sich in der vergangenen Woche in Villers-Cotterêts ereignet, wie der WDR berichtet. Die Frau habe in Paris einen Freund treffen wollen, als französische Ermittler zuschlugen und die Frau aus Dortmund direkt aus einem Fernbus holten.

Bei der 31-Jährigen handelt es sich um die Ehefrau des Deutsch-Serben Boban S.. Der sitzt seit zwei Jahren neben dem mutmaßlichen IS-Topterroristen Abu Walaa in Celle auf der Anklagebank.

Boban S. und Abu Walaa mit Verbindungen zum IS

Abu Walaa wird unter anderem verdächtigt, der Statthalter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Deutschland gewesen zu sein. Er ist auch als „Mann ohne Gesicht“ oder „Scheich von Hildesheim“ bekannt.

Der Ehemann der Dortmunderin, Boban S., gilt als nicht weniger fanatisch. In Dortmund soll er mehrfach den Attentäter Anis Amri beherbergt haben. Dieser tötete in Berlin zwölf Menschen und bekannte sich in einer Videobotschaft zum IS.

Terrorverdacht: Frau aus Dortmund bei der Polizei bereits bekannt

Die 31-jährige Frau ist für deutsche Ermittler demnach auch keine Unbekannte. Gegen sie ist bereits wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung ermittelt worden.

So hatte die Frau aus Dortmund ihrem Mann im Gefängnis Geld zukommen lassen. Weil dieser Verdacht sich aber nicht erhärtet hatte, wurde das Verfahren eingestellt.

Frau aus Dortmund kann Unterstützung von der deutschen Botschaft erhalten

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, dass der aktuelle Fall bekannt sei. Die deutsche Botschaft in Paris stehe mit den Angehörigen der Frau aus Dortmund in Kontakt und werde sie konsularisch betreuen, sofern sie dies wünsche.

Von den deutschen Behörden sei die 31-jährige bisher nicht als islamistische Gefährderin eingestuft worden. Das teilte ein Sprecher der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft mit.

Erst Anfang dieses Jahres wurden zehn mutmaßliche Islamisten in NRW und Baden-Württemberg festgenommen. Mit dpa-Material