Partei schlägt Nachnutzung vor

Flughafen Dortmund: Nach Wizz Air-Aus neuer Treff für Raser und Tuner geplant

Im Herbst will sich Wizz Air aus Dortmund zurückziehen. Prompt werden Forderungen nach einer Schließung des Airports laut. Die Ideen für eine neue Nutzung des Areals könnten Tuning-Fans gefallen.

Dortmund – Der Flughafen Dortmund ist ein viel diskutierter. Kritiker werfen den Betreibern vor, dass der Flughafen sich nur durch Subventionen halten kann. Umweltschützer stören sich an den klimaschädlichen Kurzstreckenflüge, die in Dortmund starten. Anwohner nervt der Lärm. Und nun verliert der Flughafen mit Wizz Air auch noch eine wichtige Airline. Befürworter einer Flughafenschließung fühlen sich im Aufwind – und werfen neue Ideen in den Raum, wie das Flughafen-Areal anderweitig genutzt werden könnte.

FlughafenDortmund Airport 21
ArtRegionaler Verkehrsflughafen
AirlinesEasyJet, Eurowings, Ryanair, SunExpress, WizzAir, Tradeair

Flughafen Dortmund: Verlust von Wizz Air befeuert Diskussion über Schließung

Besonders das Nachnutzungskonzept einer Fraktion im Rat der Stadt Dortmund könnte Fans der Tuning-Szene in Dortmund aufhorchen lassen. Bislang trafen sich sowohl Raser als auch Tuner am Dortmunder Wall. Doch auf der Ringstraße um die Dortmunder City sind weder die Einen, noch die Anderen gern gesehen. Besonders die illegalen Autorennen machen der Polizei seit langem zu schaffen. Und so schlägt die Fraktion der Partei „Die PARTEI“ vor, das Flughafenareal im Falle einer Schließung des Airports, für die Szene freizugeben.

Nach dem angekündigten Abzug von Wizz Air, wolle man Ergebnisoffen über eine „möglichst schnelle Schließung des klimaschädlichen und defizitären Flughafen“ reden, schreibt Die PARTEI in einer Mitteilung. Denn schon am 24. Oktober soll die Basis von Wizz Air in Dortmund schließen. Trotz aller Ergebnisoffenheit, liefert die Satire-Partei auch gleich ein Konzept mit, wie das Flughafenareal anderweitig genutzt werden könnte. Denn: „Wer eine Schließung fordert, muss auch sagen, was aus dem Gelände und den Mitarbeitern werden soll”, so Kathrin Stock aus der Fraktion.

Nach Rückzug von Wizz Air: Tuning-Treff soll am Flughafen Dortmund Platz finden

„Wir haben ein sauberes Konzept entwickelt, das zudem das Raserproblem am Wall lösen wird“, erklärt Stock überzeugt. Das Konzept sieht vor, aus dem Flughafen eine legale Rennstrecke und einen Tuning-Treff zu machen. Fans der Szene könnten dort straffrei Ampel-Sprints durchführen, Zuschauer fänden auf einer Tribüne ausreichend Platz und selbst eine Boxengasse für Dienstleistungen rund ums Auto könne es geben.

Und auch das „Drumherum“ berücksichtigt das Konzept: Wartezeiten in der Boxengasse könne mit Speeddating überbrückt werden und auch die Gastronomie soll an der Flughafen-Rennstrecke einen neuen Standort finden. Als besonderes Extra schlägt Die PARTEI vor, dass die Polizei an der Rennstrecke ihre neuen Messgeräte testen könne – und so den Rennfahrer günstige Erinnerungsfotos an ihre Erfolge bescheren könnte.

Prostitution auf Areal des Flughafen Dortmund: Konzept will Raum für Straßenstrich schaffen

Selbst das Dortmund U soll angepackt werden: „Auch das Dortmunder U könnte hierhin umgesiedelt werden, um eine weitere Lärmquelle aus der Innenstadt zu verbannen,“ so Hendrik Rüding aus der Fraktion. Selbst der Straßenstrich – einst aus Dortmund verbannt – könnte hier wiedereingeführt werden, schlagen die Politiker vor: Eine „Boxenluder-Gasse“ mit den in Dortmund abgebauten „Verrichtungsboxen“ könnten auf dem Areal wieder aufgebaut werden.

Erst vor kurzem, im Sommer 2021, hatte Wizz Air sein Angebot am Flughafen in Dortmund mit vielen neuen Reisezielen erweitert.

„Prostitution findet trotz Verboten statt. Die Prostituierten in die Illegalität abzudrängen, führt zu Leid, Gewalt und Elend. Wir wollen den Menschen in ihren benzinverbrennenden Penisverlängerungen eine Möglichkeit geben, sich legal ihrer angeschraubten Potenz zu versichern“, erklärt Sandra Goerdt, Bundestagskandidatin für die Partei Die PARTEI dazu in gewohnt provozierender Manier.

Flughafen Dortmund: Subventionen in den Ausbau des ÖPNV fließen lassen

Die Subventionen, welche bislang in den Erhalt des Regionalflughafens flossen, sollten stattdessen für eine Verbesserung des ÖPNV eingesetzt werden, so die Partei. Eine Forderung, die auch viele andere Kritiker in der Vergangenheit bereits äußerten.

Am Ende müsse ein Gutachten über eine Nachnutzung des Flughafens klären, wie das Areal im Falle einer Schließung des Flughafens genutzt werden könne. Ein solches Gutachten anzufertigen, sei „nur logisch“ erklärt auch der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Fluglärm, Mario Krüger gegenüber Radio 91.2.

Die Betreiber des Airports hingegen sehen weiter optimistisch in die Zukunft. Gerade einmal 15 Prozent der Fluggäste seien mit einem Flieger der Dortmunder Wizz Air Basis geflogen. Viele Ziele, die bislang von Wizz Air angeflogen würden, seien auch bei anderen Airlines im Programm. Zudem fliege Wizz Air Dortmund weiterhin an: Im Flugplan für 2021/22 stehen mehr als 30 Ziele die von ausländischen Wizz Air Maschinen ab Dortmund angeflogen werden.

Rubriklistenbild: © Airport Dortmund

Mehr zum Thema